150 Jahre ‘LOFAG’ im Bezirksmuseum

150 Jahre ‘LOFAG’ im Bezirksmuseum

Am 6. September 1869 wurde mit einer Hauptversammlung die ‘Wiener Lokomotiv-Fabriks-Actien-Gesellschaft bei Floridsdorf’ gegründet. Der Werkplan sah das Fabrikareal auf freiem Gelände in der Nähe der Gemeinde Floridsdorf vor.

Das Areal gehörte zu Groß Jedlersdorf, dessen Ortskern weit entfernt war. Heute kaufen die Floridsdorfer an gleicher Stelle im Shopping-Center Nord ein. Die Floridsdorfer Lokomotivfabrik, die „LOFAG“, war einst Wiens größter Industriebetrieb. Während ihres über 100-jährigen Bestehens produzierte sie rund 6000 Lokomotiven und war wesentlicher Bestandteil der Rüstungsindustrie während des Zweiten Weltkrieges. Am 10. Juni 1871 wurden die ersten Lokomotiven an die Kunden übergeben. 1922 begann man mit dem Bau von Straßenwalzen und 1926 mit dem Bau von stationären Kesselanlagen.

Am 19. September 1969, 100 Jahre und 13 Tage nach Gründung des Werkes, wurde die ‘1042.540’ als letzte Floridsdorfer Maschine an die ÖBB übergeben. Aufgrund ihrer gut organisierten Arbeiterschaft und wirtschaftlichen Bedeutung war die LOFAG in den politisch äußerst turbulenten Jahren der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts oft im Brennpunkt des Geschehens. Auch der Floridsdorfer Bundespräsident Franz Jonas war ab 1939 als Verrechnungsbeamter tätig.

Die Foto- und Dokumentenausstellung im Floridsdorfer Bezirkmuseum (Prager Straße 33) zeigt die Entwicklung der LOFAG von der Gründung im Jahre 1869 bis zur Stilllegung im Jahre 1969. Eröffnung am 3. Oktober, 19 Uhr mit Bezirksvorsteher Georg Papai und Eisenbahn-Afficionado, Theater-Direktor Gerald Pichowetz.

LOFAG. Bild: Bezirksmuseum.
LOFAG. Bild: Bezirksmuseum.