50 Schafe als umweltschonende Rasenmäher auf Donauinsel

50 Schafe als umweltschonende Rasenmäher auf Donauinsel

Als natürliche „Rasenmäher“ sorgen  im nördlichen Teil der Donauinsel 50 Krainer-Schafe für eine naturnahe Wiesenpflege. In einem Pilotprojekt werden unter Aufsicht eines Schäfers die Tiere bis zum Herbst auf verschiedenen Flächen grasen und so die maschinelle Wiesenmahd ersetzen.

„Extensive Schafbeweidung kann einen Beitrag zur Erhöhung der Artenvielfalt und zur Vernetzung von Biotopflächen leisten. Schafe lassen beim Grasen immer auch Pflanzen übrig. Dadurch entstehen Wiesenbereiche mit längerem oder kürzerem Pflanzenstand“, so Umweltstadträtin Ulli Sima beim Besuch der Schafe auf der Insel. „Schafe stoßen als umweltfreundliche Rasenmäher keine Abgas-Schadstoffe aus und sind leiser als maschinelle Rasenmäher“, ergänzt Gerald Loew, Leiter der Fachabteilung MA 45 – Wiener Gewässer die Vorzüge.

Krainer Steinschafe auf Sommerfrische auf der Insel

Bei den von Mai bis Oktober auf der Insel grasenden Schafen handelt es sich um eine alte „Seltene Nutztierrasse“ – dem Krainer Steinschaf. Krainer Steinschafe sind robust, stresstolerant und genügsam. Sie sind gute Futterverwerter, für trockene Gebiete bestens geeignet und kommen auch mit Hitze gut zurecht.

Zusammenarbeit mit dem Verein WUK

Die Schafe gehören dem Wiener Verein WUK Werkstätten und Kulturhaus. Das WUK betreibt mit WUK bio. Pflanzen einen sozialen landwirtschaftlichen Betrieb in Gänserndorf, die Erwerbslose Menschen beschäftigt, um sie für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Im Rahmen eines grenzüberschreitenden INTERREG-Projekts werden seit 2018 Trockenrasengebiete in der Marchfeld-Region von den Schafen des Betriebes beweidet.

So werden die Insel-Schafe betreut

Die 50 Schafe grasen am nördlichsten Zipfel der Donauinsel, der nicht intensiv genutzt wird und weitgehend naturnah belassen ist. Die Schafe sind durch einen mobilen, hüfthohen elektrischen Weidezaun geschützt, den man beliebig verlegen kann. Ist ein Teilstück abgegrast, wird die Herde auf eine andere Fläche umgesiedelt.

Betreut werden sie täglich von einem Schäfer des Betriebs WUK bio. Pflanzen. Auch die MitarbeiterInnen des mobilen Inselservice der MA 45 – Wiener Gewässer werden regelmäßig nach den Schafen sehen.

Für alle Menschen, die die Schafe besuchen wollen, gilt: 

  • Die Schafe dürfen keineswegs gefüttert werden – das kann den Tieren massiv schaden!
  • Das Fotografieren der Schafe ist natürlich gestattet!

Das neue EU-Projekt LIFE DICCA  

Die Donauinsel ist ein wertvolles Ökosystem und mit 21 Kilometern Länge Wiens größtes Naherholungsgebiet an einem Gewässer. Doch der Klimawandel setzt der Vegetation und der Tierwelt auf der Donauinsel zu. Mit dem EU-Projekt LIFE DICCA soll den negativen Auswirkungen des Klimawandels mit gezielten Maßnahmen entgegengewirkt werden. Die Maßnahmen, die in den nächsten fünf Jahren umgesetzt werden, sollen dazu beitragen, die Donauinsel als Ökosystem einerseits und als Naherholungsgebiet andererseits zu schützen. Das Schafprojekt ist nur ein kleiner Teil des umfassenden EU-Projekts. Das Kürzel „DICCA“ steht dabei für „Danube Island Climate Change Adaptation“, also Anpassung der Donauinsel an den Klimawandel. LIFE DICCA wird im Rahmen des LIFE-Teilprogramms Klima gefördert.