Achtung: Abzocke mit Straßenverkauf

Achtung: Abzocke mit Straßenverkauf

700 Euro für vier Jacken und eine Tasche. Könnte ein gutes Geschäft sein. Und ist es auch: Für den Straßenverkäufer, der seine Billig-Jacken einem ahnungslosen Floridsdorfer andrehte. Meinem Papa ist folgendes passiert, erzählt Cornelia F. der DFZ: „Er ist 83 und war beim Arzt in Floridsdorf. Als er auf die Straße kommt, bleibt ein Auto stehen und ein Mann will ihm ‘total günstig’ tolle Lederjacken verkaufen und ‘echte’ Krokodillederhandtaschen aus einem ‘Konkursverkauf einer edlen Schweizer Lederwarenfabrik’.” Der Verkäufer war offenbar so überzeugend, dass „Papa für 700 Euro vier Jacken und eine Tasche gekauft hat. Er ist sogar mit ihm Geld abheben gegangen, weil mein Papa nicht so viel mit hatte!”

Wie sich herausgestellt hat, war das natürlich alles billigster Ramsch! Eine kurze Online-Recherche ergibt die immer gleiche Masche: Die selbe ‘Andrea Ermanni’-Jacke ist statt aus Rehleder aus Baumwolle, kostet 29,90 Euro (siehe Bild), die Tasche ist statt aus Krokodilsleder aus Plastik.

Für Frau F. und ihren geprellten und gutgläubigen Vater besonders ärgerlich: „Das ist jetzt schon das zweite Mal innerhalb von zwei Jahren, dass er darauf hereinfällt. Obwohl ich ihm schon beim ersten Mal gesagt hab, dass das eine Abzocke ist und er sonst ein richtiger Sparefroh ist.” Einbruch ausspioniert Die Straßenhändler sind offenbar auch sehr überzeugend, denn Herr F. verteidigt seinen Kauf noch.

Tochter Cornelia: „Er glaubt mir nicht, dass es ein Schwindel ist. Es sind unzählige Berichte darüber im Netz, aber er glaubt dem ‘Internet’ nicht. Da er eher glaubt, was in der Zeitung steht, wäre das toll, wenn die DFZ berichten würde.” Die Polizei mahnt zur Vorsicht: Abzocke gibt es nicht nur im Internet, sondern auch noch ganz klassisch auf offener Straße. Auch wenn es hart ist: Klingt ein Angebot zu verlockend, sollte man lieber die Finger davon lassen. Denn: Meist sind die Verkäufer ‘Multitasking-Kriminelle’: Im Fall des Herren F. war der Mann noch so freundlich und hat die Jacken in Kartons in sein Haus gebracht und gleich mal ausspioniert, ob es was zu holen gibt, für den nächsten Einbruch.