Alkoholverbot am Bahnhof: Bezirk plant Details – Ludwig: „Nicht vor Mai!”

Alkoholverbot am Bahnhof: Bezirk plant Details – Ludwig: „Nicht vor Mai!”

Nach einem Beschluß in der letzten Bezirksvertretungssitzung für ein Alkoholverbot am Franz Jonas Platz, tagte bereits die Floridsdorfer Sozialkommission. Sie soll die Details planen. Für Bezirksvorsteher Georg Papai ist klar: „Ja – aus heutiger Sicht kommt das Alkoholverbot!

Jetzt soll bereits genau festgelegt werden, wie weit das Alkoholverbot um den Bahnhof ausgedehnt werden soll: Gehören Pius-Parsch-Platz oder Franklinpromenade dazu? Polizei und Sozialarbeiter berichten über den Status quo. Ziel: Nach der von Bürgermeister Michael Ludwig angekündigten Evaluierung der Situation am Praterstern, im April will Floridsdorf rasch nachziehen. Die DFZ hat mit Ludwig über Pro & Contra eines Alkoholverbotes gesprochen.

Der Pius-Parsch-Platz wurde neu gestaltet. Viele Bürger haben Angst, dass man dadurch die Alk-Szene vom Bahnhof anlockt.

Michael Ludwig: „Die Stadt und der Bezirk haben eine ganze Reihe begleitender Maßnahmen getroffen: Sozialarbeiter sind verstärkt unterwegs, wir haben mit der Wiener Polizei, die die Plätze auch begleitet, ein sehr gutes Einvernehmen. Diese Gefahr sehe ich also nicht.”

Gibt es aus Ihrer Sicht seit dem Alkoholverbot am Praterstern eine Verlagerung der Szene zum Bahnhof Floridsdorf?

„Wie ich das Alkoholverbot am Praterstern eingefordert und durchgesetzt habe, haben wir uns einen Beobachtungszeitraum vorgenommen: Nach einem Jahr werden wir evaluieren, ob es einen Verdrängungseffekt gibt, zum Beispiel Richtung Franz Jonas Platz. Das ist derzeit nicht zu beobachten, erzählen mir Sozialarbeiter und Polizei. Aber wir werden das natürlich weiter beobachten. Denn es ist natürlich wetterabhängig, deshalb wollen wir auch über einen längeren Zeitraum eventuelle Schwankungen beobachten, wie es sich über mehrere Monate auswirkt. Dann werden wir entsprechende Beschlüsse treffen.”

Das heißt: Ein Alkoholverbot am Bahnhof Floridsdorf kommt nicht vor Mai 2019?

„Ja. Wir werden auch die wärmere Jahreszeit abwarten: Gibt es da einen spürbaren Effekt? Dann setzen wir Maßnahmen!”

Sie sind selbst öfter am Franz Jonas Platz. Wie empfinden Sie persönlich die Situation?

„Bahnhöfe sind einer besonders intensiven öffentlichen Nutzung ausgesetzt. Sei es weil Leute Verkehrsmittel benutzen, oder den Platz anderweitig nutzen. Und auch von Menschen die aufhältig sind. Deshalb gibt es nicht nur das Alkoholverbot am Praterstern, sondern auch viele begleitende Maßnahmen: Um auch jene sozialen Gruppen zu betreuen, die auffällig sind oder eine besondere Aufmerksamkeit erfordern.”

Im Vergleich zum Praterstern: Jammern Floridsdorfer auf hohem Niveau?

„Es ist sicher keine vergleichbare Situation – erfreulicher Weise. Aber natürlich gibt es auch in Floridsdorf Personen die auffallen, am Franz Jonas Platz allerdings nicht in dieser Größenordnung und Auffälligkeit, wie das am Praterstern der Fall war. Wir werden genau hinsehen und falls notwendig entsprechende Schritte setzen.”