Alte Donau: Permanenter Kampf gegen Makrophyten

Die Alte Donau ist das Freizeitparadies vieler Floridsdorfer und Wiener. Die Gewässer sind aber auch ein Paradies für Markophyten. Die vom Laien fälschlich oft Algen genannten Wasserpflanzen verleiden vielen Badegästen im Sommer das Vergnügen. Die Stadt Wien ist im Dauer-Mäheinsatz.

Die Markrophyten sind in Oberer und Unterer Alten Donau Fluch und Segen gleichzeitig. Segen, weil die Pflanzen für die ausgezeichnete Wasserqualität in den Wiener Gewässern sorgt. Fluch, weil sie für Badegäste nicht nur unangenehm, sondern sogar gefährlich werden könnten.

Alte Donau: Mähboote im Dauereinsatz

Ing. Martin Jank, Chef des Wiener Gewässer Management, lud zum Lokalaugenschein ein, um die gesetzten Massnahmen vor Ort zu zeigen: „Wir kümmern uns ohne Bäder und mähfreie Zonen um 1,2 Millionen Quadratmeter. Heuer haben wir bereits 1500 Tonnen Pflanzenmaterial gemäht und abtransportiert. Wir werden 2017 den Vorjahresrekord von 2300 Tonnen knacken.“

Kernproblem: Marophyten wachsen bis zu 30 cm pro Woche. Der strenge Winter hat dem Wachstum nichts angetan, deswegen hat die WGM heuer zeitig im Frühjahr eine erste Tiefenmahd in den Uferbereichen gemacht. Im Sommer wurde und wird eine zweite duchgeführt. Außerdem wurden niedrigwachsende Wasserpflanzen gesetzt.

Deshalb sind derzeit gleichzeitig die regulären (vier)  Mähboote der Firma Hofbauer im Einsatz und kleiner Boote für die Tiefenmahd. Da das Mähgut nicht vollständig im Wasser bleiben darf, sind weitere Boote im Einsatz, um die Biomasse „zumindest zu 70 Prozent aufzusammeln“, so Jank. Sie wird im Kompostwerk Leopoldau zu „Guter Erde“ verarbeitet. Im Unterschied zu früher bewegen sich die Mähbotte nicht kreuz und quer durch die Gegend, sondern erledigen ihren Job streng nach Quadranten eingeteilt und GPS-gesteuert. Die Hitzperioden im Sommer 2017 erschweren das Mähen ebenfalls. Jank: „Ganz einfach, weil dann viele Leute im Wasser sind und wir sehr vorsichtig sein müssen!“ Denn heuer werden auch Mähbalken und Unterwassersensen getestet.

Janks Bilanz: „Natürlich bekommen wir viele Hinweise und Beschwerden von Badegästen, Anrainer, Ruderern und Seglern. Aber wir erhalten auch positive Rückmeldungen. Unser Kernproblem ist, jede schwere Intervention in der Alten Donau – derzeit setzen wir niedrigwachsende Makrophyten und Armleuchteralgen – zeigt sich erst sechs Jahre später.“