Baupaket Radverkehr 2020: Investition in klimafreundliche Mobilität – aber nicht in Floridsdorf

Baupaket Radverkehr 2020: Investition in klimafreundliche Mobilität – aber nicht in Floridsdorf

Mit der Radoffensive 2020 schafft Wien Möglichkeiten, um das Radeln in der Stadt leichter und noch sicherer zu machen.  Da angesichts der Corona-Krise viele Menschen auf das Rad umsteigen, wurden Planungen für wichtige Radinfrastrukturprojekte priorisiert. Bereits im Sommer wird mit den Arbeiten für über 30 Projekte gestartet. Unter anderem wird auf einem Abschnitt der Wagramer Straße der bestehende Radweg ausgebaut. Am Tabor entsteht ab Oktober ein Radweg, der das Nordbahnviertel erschließt und auf einem Abschnitt der Breitenfurter Straße werden beidseitige Einrichtungsradwege gebaut. Darüber hinaus wird in weiteren Straßen das Radfahren gegen die Einbahn ermöglicht z.B. in der Lindengasse und auf einem Abschnitt der Laxenburgerstraße. Weiters bekommt Wien in den kommenden Jahren zwanzig neue fahrradfreundliche Straßen und Fahrradstraßen. Mit diesen und weiteren Bauprojekten führt Wien 2020 konsequent die Förderung des Radverkehrs fort.

Laut Birgit Hebein bekommt Wien 2020/21 über 30 Projekte für den Radverkehr. In Floridsdorf ist kein einziges Projekt geplant, was angesichts der Größe des Bezirkes fast absurd erscheint. Martin Blum (Radverkehrsbeauftragten der Stadt Wien): „Bitte an die lokalen Entscheider wenden. An der Stadt liegt’s nicht.”

„Niemand ist nur RadfahrerIn. Viele RadlerInnen benutzen auch die Öffis oder borgen sich gelegentlich ein Auto aus. Es geht nicht darum, die VerkehrsteilnehmerInnen gegeneinander auszuspielen, sondern Möglichkeiten für alle zu schaffen. Gerade jetzt sind immer mehr Menschen in Wien mit dem Fahrrad unterwegs. Dafür braucht es eine faire Verteilung des Platzes und sichere Wege“, sagt Birgit Hebein, Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin. Neben gesunder Bewegung und dem raschen Vorankommen in der Stadt spielt hierbei für viele Menschen auch der Klimaschutz eine Rolle – sie wollen umweltfreundlich in der Stadt unterwegs sein.  „Investitionen in die Radinfrastruktur zahlen sich doppelt aus, sie sind ein Jobmotor und eine Klimaschutzmaßnahme. Wir können unseren Planeten nur schützen, wenn wir die klimafreundliche Mobilität stärken und die CO2-Emissionen im Verkehr deutlich senken können. Auch die klimaaktiv-Förderung der Bundesregierung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg dorthin“, so Hebein.

Martin Blum, Radverkehrsbeauftragter der Stadt Wien betont: „Die Corona-Krise hat verdeutlicht wie das Fahrrad als krisensicheres Fortbewegungsmittel funktioniert.“  Aufgrund der aktuellen Gesundheitskrise nutzen noch mehr Menschen das Fahrrad, um Bewegung in ihren Alltag zu integrieren und gesund zu bleiben. „Um der Klimakrise entgegenzuwirken ist ein weiterer Ausbau der Radinfrastruktur notwendig und wichtig“, ergänzt Blum.

Wagramer Straße: neuer Radweg schon in Bauvorbereitung

Bereits in Kürze starten die Bauarbeiten für einen neuen Radweg in der Wagramer Straße im 22. Bezirk. Der Radweg in der Nebenfahrbahn der Wagramer Straße wird verlegt und verbreitert. Zukünftig können Radfahrende auf dem Radweg mit einer Breite von 3,5 Metern komfortabel zwischen Neuer und Alter Donau radeln. Da auch der Gehsteig verbreitert wird, wird die Situation in sowohl für Radfahrende als auch Zu-Fuß-Gehende sicherer.

Zwanzig neue fahrradfreundliche Straßen und Fahrradstraßen für Wien

Ein weiterer Schwerpunkt im Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur betrifft Fahrradstraßen und fahrradfreundliche Straßen. Damit verbessert Wien das Netz abseits der Hauptverkehrsstraßen. In diesen Straßen gilt Tempo 30, in Fahrradstraßen dürfen KFZ zufahren oder queren. Zehn solcher Straßen gibt es bereits in Wien, nun folgen weitere zwanzig in nahezu allen Bezirken.

Mit den Fahrradstraßen entstehen durchgängige Verbindungen in ganz Wien. Die Castellezgasse, die Fahrradstraße am Währinger Gürtel oder am Döblinger Gürtel werten bestehende Hauptradverbindung zukünftig stark auf.

Ausblick: Radinfrastruktur für 2021 bereits in Planung

Auch in den kommenden Jahren wird in Wien der Radverkehr gefördert. Eine Radverbindung in der Mayredergasse, die Breitenlee mit der U- und S-Bahnstation Aspern Nord verbinden soll, ist bereits in Planung. In der Alberner Hafenzufahrtsstraße ist für 2021 ebenfalls der Bau eines Radwegs geplant. Dieser soll zukünftig Wien mit Schwechat verbinden. Er stellt einen wichtigen Lückenschluss im Radwegenetz vom Wiener Zentrum entlang des Donaukanals nach Niederösterreich dar.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.fahrradwien.at/2020/05/12/bauprogramm-2020/