Bürgerinitiative: 50 tote Ziesel bei Heeresspitalbaustellen?

Bürgerinitiative: 50 tote Ziesel bei Heeresspitalbaustellen?

Ausgleichsflächen wurden bereitgestellt, die Restflächen des Projekts eingezäunt und teilweise gepflegt,  Erschütterungen und Stresshormone im Kot der Ziesel gemessen. Für die IGL-Marchfeldkanal eine PR-Offensive der Bauträger, „um den Erfolg ihres sorgsamen Umgangs mit den Zieseln nördlich des Heeresspitals  zu präsentieren. So sehr wie all die gut klingenden Maßnahmen hervorgehoben wurden, so sehr wurde auch ein wesentliches aber schwerwiegendes Detail verschwiegen: Der Bestand auf der Projektfläche nördlich des Heeresspitals hat im Vergleich zum Vorjahr um gut 20% oder 50 Tiere abgenommen.“

Auf Abwanderung ist der Schwund jedenfalls nicht zurückzuführen – eine vergleichbare Zunahme auf den Ausgleichsflächen wurde nämlich nicht festgestellt, so die Bürgerinitiative. Festgestellt wurden jedoch insgesamt 6 tote Ziesel, zum Großteil in Baustellennähe. Zum Vergleich: Während des bisherigen Monitorings zwischen 2012 und 2018 wurde ein einziges totes Tier registriert (im Vorjahr, ebenfalls nahe den Baustellen).

Kritisiert wird die Aufteilung des gesamten Vorhabens in bisher 6 Teilprojekte (“Salamitaktik”) um Behördenentscheidungen zu rechtfertigen: „Obwohl der baustellennahe Bereich des Ziesellebensraums seit dem Frühjahr eingezäunt ist, und somit zumindest von direkten Störungen durch Hunde und Menschen geschützt ist, scheinen die dortigen Bewohner leichter Fressfeinden oder Krankheiten zum Opfer zu fallen.“

Der wesentliche Unterschied zu den Jahren, in denen das Vorkommen gewachsen ist, sei: Baustellen an zwei von vier Seiten des Lebensraums und fehlende Pufferzonen zu den Störquellen. Während das Vorkommen ursprünglich eher in der Mitte eines 7ha großen Feldes lebte, war zuletzt beinahe jeder verfügbare Quadratmeter der übergebliebenen 3,8ha besiedelt.

Bis 2021 sollen nördlich des Heeresspitals keine weiteren Bauschritte erfolgen. Die BI befürchtet, dass im Anschluß die derzeit dahin dümpelnde Besiedlung der Ausgleichsflächen als Erfolg verkauft werden soll und weitere Baufelder mit dem Hinweis auf diesen genehmigt werden sollen.