FIX: KEIN ALKOHOLVERBOT AM BAHNHOF FLORIDSDORF! Aber Maßnahmenpaket.

Bürgermeister Michael Ludwig hat heute Mittag gemeinsam mit den Stadträten Ulli Sima und Peter Hacker die Evaluierung des Alkoholverbots am Praterstern und weiterführtende Maßnahmen an anderen Orten präsentiert. In einer Umfrage unter 2600 Menschen fühlten sich drei von vier Frauen sicherer, 4 von 5 Menschen sind mit ihrem Sicherheitsempfinden zufrieden, 80,1 Prozent sind mit ihrer persönlichen Sicherheit am Praterstern (sehr) zufrieden, 73,8%.

„Der Jonas Platz ist mit dem Praterstern von Größe und Problemlage nicht vergleichbar. Alkoholkranke gibt es, sie sind aber nicht aggressiv auffällig“, so Ludwig. Hacker: „Floridsdorf ist speziell: Hatten im Winter eine Einrichtung, die schlecht besucht war. Das heißt, es gibt kein Obdachlosenproblem.“

Warum wurde gegen den Willen des Bezirks entschieden? Hacker: „Situation ganz anders als am Praterstern. Deshalb haben wir entschieden kein Alkoholverbot am Franz Jonas Platz! Würde uns nicht weiterbringen.“

Maßnahmen in Floridsdorf:

  • Aufstockung der Polizeipräsenz: tägliche, durchgängige und sichtbare Präsenz.
  • Mobile Sozialarbeit: Ausweitung von help U inklusive Aufstockung des Personals. (Abstimmung mit Streetwork unter:wegs – Obdach Wien)
  • Tageszentrum NORD-light – verstärktes Anbieten gezielt für Personen am Franz Jonas Platz
  • Vermittlung in Chancenhäuser des FSW zur Abklärung der Perspektiven für wohnungslose Menschen.
  • Schaffung von Infrastruktur bzw. neue Platzgestaltung.
  • Erhöhung der Reinigungsdichte.
  • Branchenmix am Platz adaptieren.
  • Aktive Öffentlichkeitsarbeit und Imagebildung.
  • Kunst und kreative Angebote.

Bezirksvorsteher Georg Papai zur Entwicklung am Franz-Jonas-Platz:

„Alle Floridsdorfer Parteien, die für ein Alkoholverbot am Franz-Jonas-Platz gestimmt haben, wollen eine Verbesserung für den Floridsdorfer Knotenpunkt. Wenn nun die Expertinnen und Experten der Stadt Wien und der Polizei zu dem Schluss kommen, dass es andere Maßnahmen braucht, um in der Sache zu einer für die Bevölkerung spürbaren Lösung zu gelangen, dann will ich diesen Überlegungen eine Chance auf eine wirkungsvolle Umsetzung einräumen – das haben sich die Floridsdorferinnen und Floridsdorfer verdient! Und ich gehe davon aus, dass auch die anderen Fraktionen ähnlich ergebnisorientiert denken werden. Mir geht es jedenfalls um die Lösung!“

Papai: Das heißt aber nicht, dass für mich das Thema „Alkoholverbot“ damit vom Tisch ist!

Papai weite: „Es gibt einen aufrechten Beschluss, in dem sich die Bezirksvertretung Floridsdorf mehrheitlich für ein Alkoholverbot am Franz-Jonas-Platz und in angrenzenden Straßenzügen ausspricht, und wir werden alle alternativen Maßnahmen, die die Stadt Wien und die Polizei nun umzusetzen plant, sehr genau an ihrem wahrnehmbaren Ergebnis messen. In drei Monaten muss es dazu eine Evaluierung geben. Ich selbst werde mir täglich ein Bild vom Franz-Jonas-Platz machen und erwarte für uns Floridsdorferinnen und Floridsdorfer eine rasch erlebbare Verbesserung.“

Bürgermeister Michael Ludwig hat heute Mittag gemeinsam mit den Stadträten Ulli Sima und Peter Hacker die Evaluierung des Alkoholverbots am Praterstern und weiterführtende Maßnahmen an anderen Orten präsentiert.
Bürgermeister Michael Ludwig hat heute Mittag gemeinsam mit den Stadträten Ulli Sima und Peter Hacker die Evaluierung des Alkoholverbots am Praterstern und weiterführtende Maßnahmen an anderen Orten präsentiert.

Hier die Original-Presseaussendung zum Nachlesen:

Eine positive Bilanz zu den umfassenden Maßnahmen am Praterstern zog heute Bürgermeister Michael Ludwig. „Mit 150 000 Menschen ist der Praterstern einer der meist frequentierten Verkehrsknotenpunkte Wiens. Wir haben im Vorjahr ein ganzes Maßnahmenbündel inklusive einem Alkoholkonsumverbot am Praterstern verhängt. Nach einer umfassenden Evaluierung – unter Einbeziehung aller Zielgruppen und der Polizei – zeigt sich ein sehr positives Bild am Platz“, so Bürgermeister Ludwig im Rahmen eines Pressegesprächs mit Öffi-Stadträtin Ulli Sima und Sozialstadtrat Peter Hacker. Daher wird das Alkoholkonsumverbot am Praterstern in Kombination mit umfassenden Sozialmaßnahmen sowie der eng verschränkten Zusammenarbeit von Einsatzorganisationen und -einheiten auch künftig aufrecht bleiben

Auf Initiative von Bürgermeister Ludwig wurden im Frühjahr 2018 zahlreiche bauliche, sicherheitsrelevante und organisatorische Maßnahmen gesetzt, die Präsenz der Polizei, der Sozialarbeiter, der Wiener Linien Sicherheitsteams verstärkt und das erste Alkoholkonsumverbot Wiens verhängt. Wie damals angekündigt, wurde nach einem Jahr eine umfassende Evaluierung der zahlreichen Maßnahmen durchgeführt und heute der Öffentlichkeit präsentiert. Öffi-Stadträtin Ulli Sima zeigt sich zufrieden mit dem Maßnahmenmix: „Die vielen Maßnahmen zeigen ihre Wirkung und nach dem Praterstern widmen wir uns nun weiteren Plätzen. Gemeinsam mit Stadtrat Hacker setzen wir im Bereich der U 6 Stationen Josefstädterstrasse und Gumpendorfer Straße sowie am Franz Jonas Platz in Floridsdorf ein umfassendes Maßnahmenpaket für Sicherheit und Wohlbefinden um“, so Öffi-Stadträtin Ulli Sima. Die Wiener Öffis sind dank der zahlreichen Maßnahmen der letzten Jahre einer der sichersten Orte Wiens und das soll auch so bleiben, so Sima.

Sozialstadtrat Peter Hacker ergänzt: „Der öffentliche Raum in unserer Stadt ist selbstverständlich für alle da, es kann aber nicht sein, dass Orte ausschließlich von einer bestimmten Personengruppe in Beschlag genommen werden. Wichtig ist uns ein funktionierendes Miteinander und dass Menschen mit besonderen Problemlagen entsprechen versorgt werden. Wir haben daher den Einsatz von SozialarbeiterInnen bei der Gumpendorfer Straße und am Bahnhof Floridsdorf verstärkt. Um die Situation im öffentlichen Raum bei der U6 Gumpendorfer Straße zu entlasten, haben wir eine zusätzliche Aufenthaltsmöglichkeit im Innenhof des Tageszentrums jedmayer geschaffen. An der Josefstädter Straße bekommt das Tageszentrum Obdach Josi einen neuen betreuten, sichtgeschützten Außenbereich.“

Praterstern: Umfassende Evaluierung: 2.600 Passantinnen befragt
SozialarbeiterInnen und Polizei eingebunden

Im Zuge der Evaluierung wurden rund 2.600 Personen vor Ort befragt: Rund 80% der PassantInnen sind mit ihrer persönlichen Sicherheit am Praterstern (sehr) zufrieden – 3 von 4 Frauen fühlen sich durch das Alkoholkonsumverbot am Praterstern sicherer.

Zudem haben sich die Polizeidelikte laut Wiener Polizei nahezu halbiert. Die Wiener Linien verzeichnen einen deutlichen Rückgang security-relevanter Vorfälle.

Aufbauend auf dieser sehr umfassenden und alle Aspekte berücksichtigenden Evaluierung wurde ein Gesamt-Konzept für die zukünftige Anwendung bei Verkehrsknotenpunkten mit Nutzungskonflikten erarbeitet. Es sieht einen Mehrstufenplan und maßgeschneiderte soziale, medizinische und ordnungspolitische Maßnahmen vor. Sie müssen in jedem Einzelfall geprüft werden.

  • Verhängung Alkohlkonsumverbot in enger Abstimmung mit der Polizei für ein Jahr
  • Begleitet von verstärkter Präsenz der SozialarbeiterInnen von sam2 und streetwork
  • Verstärkte Präsenz der Wiener Polizei
  • Verstärkte Präsenz der SicherheitsmitarbeiterInnen der Wiener Linien und des Sicherheitsteams der ÖBB
  • Beleuchtungskonzept am Praterstern wurde umgesetzt.
  • Verstärkte Kontrolle der Hausordnung im U-Bahnbereich
  • Verstärkte Reinigung durch die MA 48 – Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark
  • Regelmäßige Kontrolle durch Gruppe Sofortmaßnahmen der Stadt Wien
  • Kulturelle Platznutzung über den Sommer (Musik, Straßenkunst)
  • Ansiedlung eines Gastronomiebetriebs „Yamm“ in der alten
  • Polizeistation: Baugenehmigung und Mietvertrag liegen vor.
  • Waffenverbot Praterstern und Flex/Donaukanal (1. Februar 2019)
  • Präsentation der Praterstern-Polizeistation gemeinsam mit BMI und Wiener Polizeipräsident (20.05.2019)
  • ArchitektInnenteam unterstützt die Erarbeitung eines Maßnahmenkatalogs zur Attraktivierung und Erhöhung des subjektiven Sicherheitsempfindens am Praterstern und hilft bei der „Ideenfindung“ im Sinne von „Design Thinking“. Die vorgeschlagenen Maßnahmen werden bis Herbst 2019 auf die technische Umsetzbarkeit und auf die Kostenrelevanz überprüft.
  • Ernennung des Pratersternkoordinators Paul Oblak, um die unterschiedlichen Zuständigkeiten und Stellen, wie Wiener Linien, Polizei, ÖBB und anrainende Unternehmen abzustimmen, aber auch baulichen Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität zu setzen.
  • Befragung von BenutzerInnen, die täglich den Praterstern frequentieren

Umfassende Evaluierung der am Praterstern gesetzten Maßnahmen nach einem Jahr

Die Menschen, die den Praterstern frequentieren, fühlen sich nach der Einführung des Alkoholkonsumverbotes sicherer. Das zeigt die KundInnenbefragung der Wiener Linien, bei der rund 2.600 PassantInnen zu ihrem subjektiven Sicherheitsempfinden sowie zum Alkoholkonsumationsverbot befragt wurden.

Rund 86 % wissen vom Alkoholkonsumationsverbot und knapp mehr als 80 % sind (sehr) zufrieden mit ihrer persönlichen Sicherheit am Praterstern.

Mehr als zwei Drittel der Frauen sind mit ihrer persönlichen Sicherheit (sehr) zufrieden. Bei den Männern sind es über 90%. Das Sicherheitsgefühl der Frauen hat sich deutlich stärker verbessert als jenes der Männer. (Anmerkung: In den Auswertungen gibt es einen Anteil an „ich weiß nicht“ Antworten. Diese wurden bewusst aus dem Ergebnissample herausgenommen, um jene Stimmen klarer zu hören, die sich positiv oder negativ ausgesprochen haben.)

Auch Polizei zieht positive Bilanz

Ein Erfolgsfaktor ist die mit der Verordnung einhergehende erhöhte Polizeipräsenz. Der Vergleich der angezeigten Straftaten am Praterstern zeigt einen deutlichen Rückgang im Beobachtungszeitraum. Die Kriminaldelikte haben sich halbiert. Körperverletzungen im Alkoholmilieu sind auf rund ein Drittel zurückgegangen. Beim Vollzug des Alkoholkonsumationsverbotes kommt es laut Polizei zu keinen relevanten Problemstellungen.

Der positive Einfluss des Alkoholkonsumationsverbotes auf die Vorfallslage ist auch laut Wiener Linien erkennbar, die einen deutlichen Rückgang security-relevanter Vorfälle feststellen.Das Alkoholkonsumationsverbot am Praterstern hat ferner dazu geführt, dass AlkoholkonsumentInnen ihre Gewohnheiten verändern und sich in geringerem Umfang am Praterstern aufhalten. Laut Polizei haben sich die anfänglichen Verlagerungen im näheren Umfeld aufgelöst bzw. über einen längeren Zeitraum betrachtet nicht manifestiert.

Intensive Sozialarbeit am Praterstern

Damit einhergehende, notwendige soziale, medizinische, bauliche und kulturelle Maßnahmen begleiten den Veränderungsprozess:

Durch die Möglichkeit des moderaten Alkoholkonsums in mehreren Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe kann der entsprechenden Zielgruppe ein geschützter Aufenthaltsort sowie Zugang zu Beratung und Hilfe angeboten werden.

Maßnahmen für AlkoholkonsumentInnen mit dem Ziel der Verbesserung der somatischen und psychischen Gesundheit sowie die realistische Entwicklung von Zukunftsperspektiven im nicht-berauschten nüchternen Zustand wurden gesetzt.

Die MitarbeiterInnnen der sozialen Einrichtungen haben ihre aufsuchende Arbeit der Veränderung des Aufenthalts ihrer KlientInnen im öffentlichen Raum angepasst.

Weitere Vorgangsweise für Wiens Verkehrsknotenpunkte – umfassendes
Konzept nach Einzelbeurteilung der Plätz

Gesamtheitlicher Ansatz bei Verkehrsknotenpunkten mit Nutzungskonflikten in enger Zusammenarbeit von Fonds Soziales Wien, Sucht- und Drogenkoordination Wien, Wiener Linien, ÖBB und Polizei
Schwerpunktaktionen zur Sicherung des öffentlichen Raums (Gürtel West: Matzleinsdorfer Platz und Umgebung, Gumpendorfer Straße, Josefstädter Straße)

Eigenes Maßnahmenpaket Franz-Jonas-Platz

Die Evaluierung des Alkoholkonsumverbots am Praterstern hat ergeben, dass ein ganzheitlicher Lösungsansatz nur durch einen auf die jeweilige Situation abgestimmten Maßnahmenmix, der soziale, medizinische, bauliche und kulturelle Aspekte berücksichtigt, möglich ist. Der Evaluierungsbericht kommt zu dem Schluss, dass eine Einzelbeurteilung nötig ist, um festzustellen, ob an einem bestimmten Ort ein Alkoholkonsumverbot als Musterunterbrechung erforderlich ist, oder ob andere Maßnahmen zu bevorzugen wären.

Daher haben ExpertInnen der Sucht- und Drogenkoordination Wien gemeinsam mit der Magistratsdirektion – Organisation und Sicherheit, den Wiener Linien, dem Fonds Soziales Wien und den Österreichischen Bundesbahnen ein Maßnahmenbündel für die Wiener Verkehrsknotenpunkte erstellt. Darin werden Vorgehensweisen definiert, die das hohe Sicherheitsniveau und den sozialen Frieden in der Gesellschaft sicherstellen, sowie Kriterien festgelegt, die definieren, wann diese Interventionen notwendig sind. Das Maßnahmenbündel basiert auf der jahrzehntelangen Erfahrung in der Vernetzung und Kooperation der beteiligten Organisationen. Ziel war es, aus der bereits erfolgreich gelebten Zusammenarbeit an Verkehrsknotenpunkten, ein auf ganz Wien anwendbares Schema zu machen.

Stetige Analyse von Verkehrsknotenpunkte

Als Verkehrsknotenpunkte sind Orte definiert, an denen sich öffentliche Verkehrsmittel kreuzen und die durch Plätze bzw. Parkanlagen, die NutzerInnen Aufenthaltsmöglichkeiten bieten, gekennzeichnet sind. Das Maßnahmenbündel Verkehrsknotenpunkte Wien kann sowohl bei der Planung von neuen Verkehrsknoten eingesetzt werden, als auch zur Evaluierung und Anpassung von
bestehenden.

Neben einer „Grundausstattung“, die an jedem Verkehrsknotenpunkt erforderlich ist, wie z.B. ausreichende Beleuchtung, übersichtliche Orientierungshilfen, ausreichend Mistkübel und regelmäßige Reinigung sowie ein wienweites Angebot an Sozial- und Gesundheitseinrichtungen, listet es auch Maßnahmen, die je nach Problemlage vor Ort gesetzt werden können, auf. Beispiele dafür wären, erhöhte Polizeipräsenz, verstärkte mobile soziale Arbeit, gemeinsam mit ordnungspolitischen
Infrastrukturmaßnahmen (bauliche Maßnahmen, Beleuchtung, etc.)

Konkrete Maßnahmen für U-Bahn-Umfeld Gumpendorferstraße und
Josefstädterstrasse sowie den Franz Jonas Platz

Für drei weitere Plätze wurden konkrete Maßnahmenpakete geschnürt, sie sind bereits in Umsetzung:

Gumpendorfer Straße

  • Erhöhte Polizeipräsenz (uniformiert und zivil) und verstärktes Vorgehen gegen Drogenhandel
  • Polizeicontainer bei U6 Station Gumpendorfer Straße
  • Verstärkung der SicherheitsmitarbeiterInnen der Wiener Linien
  • Videoüberwachung im Außenbereich der U6 Station
  • Bauliche Verbesserung beim Ausgang der U6 Station Richtung Mariahilf
  • Verstärkter Strauchschnitt in den Parks in der Umgebung
  • Mehr SozialarbeiterInnen auf der Straße und bei der U-Bahn-Station
  • Zusätzliche Aufenthaltsmöglichkeit im Innenhof des jedmayer
  • Engere Kooperation mit „housing first“ des FSW

Josefstädter Straße

  • Neuer betreuter Außenbereich Tageszentrum Obdach Josi zur Entlastung der Situation im öffentlichen Raum mit (blick-)geschütztem Bereich für NutzerInnen des Tageszentrums für 20 bis max. 30 Personen betreut von Josi-MitarbeiterInnen

Franz Jonas Platz

  • Aufstockung der Polizeipräsenz: tägliche, durchgängige und sichtbare Präsenz
  • Mobile Soziale Arbeit: Ausweitung von help U inkl. Aufstockung des Personals (Abstimmung mit Streetwork unter:wegs – Obdach Wien)
  • Tageszentrum NORD-light – Verstärktes Anbieten gezielt für Personen am Franz-Jonas-Platz
  • Vermittlung in Chancenhäuser des FSW zur Abklärung der Perspektiven für wohnungslose Menschen
  • Schaffung von Infrastruktur bzw. neue Platzgestaltung
  • Erhöhung der Reinigungsdichte
  • Branchenmix am Platz adaptieren
  • Aktive Öffentlichkeitsarbeit und Imagebildung
  • Kunst und kreative Angebote

„Die Wienerinnen und Wiener können sich darauf verlassen, dass wir Probleme anpacken und gemeinsam Lösungen suchen. Wo immer es zu Problemen kommt, sind die zuständigen Stellen der Stadt Wien in Kooperation mit der Polizei vor Ort und kümmern sich um die Anliegen der Menschen“, sagt Bürgermeister Michael Ludwig, der sich abschließend bei allen bedankt, die am Maßnahmenpaket für den Praterstern sowie das Verkehrsknotenkonzept für Wien mitgearbeitet haben.

FP-Irschik: Kein Alkoholverbot für den Franz-Jonas-Platz?

SPÖ-Bürgermeister Ludwig stellt sich gegen Mehrheitsbeschluss aus seinem Heimatbezirk und somit auch gegen die eigene Partei.

„Interessant dabei ist, dass eben diese Maßnahme am Praterstern von beiden SPÖ-Politikern äußerst positiv bewertet wird. Die auf breite Bevölkerungsakzeptanz stoßenden Auswirkungen lassen sich auch unter anderem aus Passantenumfragen ableiten“, berichtet der Floridsdorfer FPÖ-Bezirksparteiobmann, LAbg. Wolfgang Irschik. Noch interessanter sei dabei das augenscheinliche Gegeneinander von Rathaus-SPÖ und Bezirks-SPÖ, befindet Irschik.

Denn im Februar 2019 wurde in der Floridsdorfer Bezirksvertretung ein Mehrheitsbeschluss (mit den Stimmen der Sozialdemokraten, gegen die Stimmen der GRÜNEN und NEOS) gefasst, der eben dieses Alkoholkonsumverbot am Franz-Jonas-Platz vorsieht.

„Offenbar kann sich SPÖ-Bezirksvorsteher Papai nicht gegen die eigene Rathauspartei durchsetzen. Oder waren das nur Scheingefechte, weil dieses Alkoholverbot am Franz-Jonas-Platz eine langjährige FPÖ-Forderung ist?“, fragt sich Irschik.

„Sei es, wie es sei: Die Wünsche der Floridsdorfer Bevölkerung sind der Rathaus-SPÖ offenbar völlig egal“, so Irschik abschließend.

Neue Volkspartei Wien begrüßt positive Entwicklung

„Die heute präsentierte Evaluierung des Alkoholverbots am Praterstern beweist, dass das Alkoholverbot zu einer deutlichen Verbesserung und Entspannung der Situation geführt hat. Die Delikte wurden massiv reduziert. Unsere somit erfüllte Forderung trägt somit zur erhöhten Sicherheit für die Menschen am stark frequentierten Platz bei, das war auch unser erklärtes Ziel. Auch die von uns geforderte Polizeiinspektion wird in absehbarer Zeit realisiert und wird einen wichtigen Beitrag leisten“, so der Sicherheitssprecher der neuen Volkspartei Wien, Karl Mahrer, über den heute präsentierten Bericht zum Alkoholverbot am Praterstern.

Die positive Tendenz am Praterstern haben auch die Lokalaugenscheine der Initiative „Für ein sicheres Wien“ (www.sichereswien.at) bestätigt, die von der neuen Volkspartei Wien rund um den Bahnhof Praterstern durchgeführt wurden. „Gemeinsam mit anderen Maßnahmen wie der verstärkten Polizeipräsenz, dem sichtbaren Einsatz der ÖBB-Security und der Verordnung der Waffenverbotszone hat das Alkoholverbot sichtbar dazu beigetragen, die Sicherheitslage am Praterstern zu verbessern,“ so Mahrer weiter, der auch den Einsatz weiterer Maßnahmen an Hotspots wie den U6-Stationen Josefstädterstraße und Gumpendorfer Straße fordert. Dem schließt sich VP-Obmann in Mariahilf, Gerhard Hammerer an, der sich eine rasche Besserung für die Passanten und Anrainer wünscht. Mahrer: „Auch das war eine Forderung von uns. Ich freue mich, dass Bürgermeister Ludwig diese aufgegriffen hat und fordere weitere, längst fällige Maßnahmen rund um den Bahnhof Floridsdorf.“

„Das Alkoholverbot am Praterstern konnte die Aufenthaltsqualität der Menschen verbessern. Genau das muss auch das Ziel für den Bahnhof Floridsdorf sein“, so der VP-Bezirksparteiobmann in Floridsdorf, Erol Holawatsch. Ein bloßes Wohlfühl-Maßnahmenpaket für den Bahnhof wie von Rot-Grün angekündigt, sei definitiv zu wenig. Die neue Volkspartei fordere schon seit mehreren Jahren ein Alkoholverbot, um das Sicherheitsgefühl der Menschen zu stärken. Ein Vorschlag aus der zuständigen Kommission der Bezirksvertretung liege bereits vor. „Die positive Bilanz am Praterstern unterstreicht unsere Forderung einmal mehr, die Stadtregierung muss tätig werden“, so Holawatsch abschließend.

Hebein begrüßt weitere soziale und medizinische Maßnahmen

Vizebürgermeisterin Birgit Hebein begrüßt anlässlich der heute präsentierten Evaluierung zum Praterstern, dass die vereinbarte Verstärkung der sozialen und medizinischen Maßnahmen auch an anderen Verkehrsknotenpunkten in Wien umgesetzt wird. „Ich begrüße auch, dass keine weiteren Verbote kommen sollen“, so Hebein.

„Ein Ergebnis des Alkoholverbots am Praterstern ist, dass die Personen, die sich am Praterstern aufgehalten haben, jetzt nicht mehr vor Ort sichtbar sind. Es wird jetzt wichtig sein, dass diese Menschen weiterhin soziale Angebote der Stadt erhalten“, so Hebein.

„Ich muss mich darauf verlassen, was an Ergebnissen heute präsentiert wurde. Ich kann jedoch nicht nachvollziehen, dass die Polizei angibt, es gäbe um ein Drittel weniger Anzeigen im Zusammenhang mit Alkohol. Die Alkoholisierung wird bei Anzeigen von der Polizei nicht systematisch erfasst, wie sind diese Daten zustande gekommen und mit welchen Daten wurden sie verglichen?“, fragt Hebein.

Festhalten möchte Hebein auch, dass die Befragung der Fahrgäste – im November und im Februar – „zu einer Jahreszeit durchgeführt wurde, wo die Stadt Wien zu Recht stolz darauf ist, dass sie alle Obdachlosen in Quartieren unterbringt – egal woher sie kommen“.

Hebein verweist abschließend darauf, dass in einer kürzlich präsentierten Studie zu „Leben in Wien“ das subjektive Sicherheitsgefühl in der Stadt und in der Wohnumgebung generell deutlich gestiegen ist. 73 Prozent der Wienerinnen und Wiener fühlen sich demnach in ihrem Grätzel „sehr sicher“ oder „sicher“. 70 Prozent der Wienerinnen und Wiener vergeben Bestnoten auf die Frage nach der allgemeinen Sicherheit in der Stadt.

 

Die Verbotszone die die Bezirksvertretung beschlossen hatte – aber jetzt NICHT kommt – im Überblick:

Plan der geplanten Alkoholverbotszone in Floridsdorf. Bild: BV21
Plan der geplanten Alkoholverbotszone in Floridsdorf. Bild: BV21

 

Alkoholverbot rund um Bahnhof Floridsdorf: Bezirksvertretung hat Zone beschlossen!