Floridsdorf: NEOS fordern neue Straßenbahnlinie und geänderte Buslinien

Floridsdorf: NEOS fordern neue Straßenbahnlinie und geänderte Buslinien

Die Wiener NEOS befürchten Verkehrsprobleme in den Flächenbezirken Floridsdorf und Donaustadt. Grund dafür sei, dass das öffentliche Verkehrsnetz nicht mit den steigenden Bevölkerungszahlen in den beiden Bezirken mitwachse, hat NEOS-Gemeinderätin Bettina Emmerling bei einer Pressekonferenz am Montag kritisiert. Die Stadt investiere zwar in den Ausbau des Verkehrsnetzes, beschränke sich dabei aber weitgehend auf den innerstädtischen Bereich. Die NEOS fordern ein „komplettes Neudenken“ mit neuen Straßenbahn- & buslinien in Floridsdorf.

NEOS Netzplan. © NEOS Wien.
NEOS Netzplan. © NEOS Wien.

Floridsdorf und Donaustadt gehören zu den großen Wachstumsgebieten Wiens. Die beiden Bezirke haben zusammen bereits rund 330.000 Einwohner, in 15 Jahren werden es knapp 400.000 sein. NEOS Wien Verkehrssprecherin Bettina Emmerling: „Es gibt in Floridsdorf und Donaustadt massive Verkehrsprobleme. Das Öffi-Netz wächst nicht mit der Bvölkerung mit. Die Stadt Wien investiert viel Geld in Innenstadtbezirke und lässt den 21. und 22. Bezirk im Stich.“

Deshalb haben die NEOS einen Experten beauftragt ein Konzept zu erstellen. Die wesentlichsten Ergebnisse: Statt einer U6-Verlängerung soll es eine komplett neue Straßenbahnlinie von der Prager Straße/Autokaderstraße über Strebersdorf, Strebersdorfer Straße, Siemensstraße nach Kagran und weiter geben. Und die Buslinien sollen komplett neu geordnet werden: Am Ende würde es so sogar weniger, aber wesetlich effizientere und direktere Buslinien geben. NEOS-Klubobmann Floridsdorf Bernhard Koch: „Derzeit sammeln die Busse wie ein Milichlaster in den Bergen die Milch, die Fahrgäste ein. Gibt es ein neues Stadtentwicklungsgebiet wird eine zusätzliche Schleife drangehängt. Kein Wunder, dass man von Leopoldau nach Strebersdorf heute zehn Minuten länger als in den Achtzigern braucht.“ So soll es etwa im Norden einen 33a von Strebersdorf über Stammersdorf nach Leopoldau geben.

Koch: „Im Donaustädter und Floridsdorfer Busnetz steckt deutlich mehr Potenzial, als derzeit genutzt wird. Die derzeitigen Linien erreichen nur sehr geringe Reisegeschwindigkeiten. Sie sind für Menschen, die auch ein privates KFZ zur Auswahl haben, keine Alternative, sondern werden vorrangig von Schülern und älteren Menschen genutzt, die auf sie angewiesen sind. Eine umfassende Neuordnung würde, bei annährend gleichbleibendem Budget, eine massive Verbesserung bringen.“

Die Kosten für die neuen Straßenbahnlinien würden für beide Bezirke bei  280 Millionen Euro liegen, bei den Bussen käme es durch die Effizienzsteigerung sogar zu einer Ersparnis.

Emmerling: „Im Wesentlichen lässt sich das Konzept so zusammenfassen: Neue – im Vergleich zum U-Bahnbau kostengünstigere und schneller umsetzbare – Straßenbahnverbindungen, direkter und in dichteren Intervallen fahrende Buslinien statt des historisch gewachsenen Wildwuchses und mehr Umsteigemöglichkeiten auf die Primärlinien U1, U2, U6 und die Schnellbahnen.“

NEOS Wien schlägt folgende Maßnahmen im Detail vor:

  • Neue Straßenbahnlinien für Floridsdorf und die Donaustadt:
    • Neue Linie 25: Strebersdorf – Großjedlersdorf – Siemensstraße S – Kagran U – Donauspital U – Aspern Siegesplatz – Eßling
    • Verlängerung Linie 26: (Strebersdorf – Floridsdorf US – Kagran U -) Hirschstetten S – Aspern Siegesplatz – Aspern Nord US
    • Neue Linie 22: KH Nord/Brünner Straße S – Donaufeld – Kagran U – Gewerbepark Stadlau S – Berresgasse – Aspern Nord US
  • Komplette Neuordnung des Busnetzes:
    • Schnellere Verbindungen, dichtere Intervalle
    • Schaffung effizienter Verkehrsknotenpunkte mit kurzen Umsteigewegen und Taktnoten
    • Mehr direkte Buslinien statt wenige, durch Siedlungen mäandernde Linien
    • Schnelleres Erreichen von Umsteigeknoten für U-Bahn und S-Bahn
    • Ausbau von Schnell- und Lokalbahnen
      • Wiederaufnahme des S-Bahn-Betriebes auf der Laaer Ostbahn (neue Stationen Gewerbepark Stadlau, Rautenweg)
      • Neubau einer Lokalbahn, der „Enzersdorfer Bahn“ (vergleichbar der Badener Bahn), in die größte Umlandgemeinde Groß Enzersdorf (14.000 Einwohner ohne Bahnanschluss) und optional weiter nach Orth an der Donau (in Kooperation mit dem Land Niederösterreich)

Emmerling kündigte an, das Verkehrskonzept in der nächsten Gemeinderatssitzung thematisieren zu wollen. Der Wiener Gemeinderat tagt wieder kommende Woche, am Donnerstag, dem 20. Dezember. „Die rot-grüne Stadtregierung hat für Floridsdorf und die Donaustadt nichts zu bieten außer leere Versprechungen“, kritisiert Bettina Emmerling

Ein wesentlicher Punkt im Konzept betreffe laut Emmerling den PendlerInnen-Strom von Großenzersdorf nach Wien. Als Lösung schlagen die NEOS vor, Großenzersdorf mittels einer neuen Lokalbahn an die U2 in Aspern anzubinden, um so den Verkehr zu entlasten, aber auch Lärm und Umweltverschmutzung vorzubeugen. Das Verkehrskonzept der NEOS sieht zudem neue Straßenbahn-Linien vor: Eine Linie 25 solle Strebersdorf mit Eßling verbinden und eine Linie 22 vom Krankenhaus Nord nach Aspern Nord führen. Außerdem soll die bestehende Linie 26 verlängert werden. Laut Emmerlings Berechnungen würden sich die Kosten für den Ausbau auf 280 Millionen Euro belaufen.