Floridsdorfer Markt​ -​ S​echs​ Stände vor Zwangsabriß​!​

Der Floridsdorfer Markt kommt nicht aus den Negativschlagzeilen: Noch heuer sollen die s​echs​ „Schlingl-Stände“ abgerissen werden. Grund: Zahlungsrückstände.
Der Floridsdorfer Markt kommt nicht aus den Negativschlagzeilen: Noch heuer sollen die s​echs​ „Schlingl-Stände“ abgerissen werden. Grund: Zahlungsrückstände.

​Abriss statt Neuvergabe

Schon seit Jahresbeginn sind die Schlingl-Stände – insgesamt sechs​ – verteilt über drei Marktblöcke geschlossen. Vor wenigen Wochen wurden nun die Schlösser getauscht. Zutritt gibt es für die Besitzer nur mehr über das Marktamt. Die Marktplatzzuweisung, also die Erlaubnis aufzusperren, wurde längst entzogen. Grund: Zahlungs​rückstände von ​insgesamt über 12.000 Euro. Zusätzlich wurde die Besitzerin (offiziell Daniela S.) in einem der DFZ vorliegenden Schreiben der MA59 vom 3.1. 2017 vorgeschrieben „den errichteten Marktstand zu beseitigen und den Marktplatz gereinigt zu übergeben”.

Da das nicht geschehen​ ist​, wurde nun die Zwangsschleifung durch die Stadt Wien eingeleitet. Das bestätigt auch der Sprecher der MA59 gegenüber der Floridsdorfer Zeitung (DFZ). Betroffen sind das Cafe (drei Stände), zwei Stände neben der Fleischerei Canet und die Vinothek.​ ​Abriss statt Neuvergabe Das Drama: Weil die Marktstände nicht der Stadt Wien, sondern den Betreibern gehören, können sie nicht einfach neu vergeben werden. Das könnte für die Stadt rechtliche​ Konsequenzen (Gewährleistung, etc) haben. Deshalb werden die Stände abgerissen – was schon einmal vor circa fünf Jahren in einem anderen Fall erfolgte. Der Abriß wird allerdings nicht einfach und nicht billig: Denn alle Schlingl-Stände sind baulich mit Ständen anderer Marktstandler verbunden. Die Schlingl-Vinothek etwa mit dem Kühlhaus der Fleischerei Traxler. Durchgehende Dachkonstruktionen erschweren den Abriß ebenso.

Derzeit laufen die Kostenschätzung der MA59 und die Auschreibung für Abrißarbeiten. Die Schleifungen sind definitiv noch für 2017 geplant. Die Rechnung wird dann dem Ex-Betreiber gelegt. Beim ‘Schlingl’ hofft man „auf eine Rettung in letzter Sekunde”. Investorengespräche haben zwar bislang nichts K​onkretes gebracht, noch bleibt aber​ die Möglichkeit, alle Stände zu verkaufen. Was bei der Verhandlungsbasis von 450.000 Euro unrealistisch erscheint. Werden doch derzeit andere Stände am Floridsdorfer Markt wesentlich günstiger angeboten​. ​’Schlingl’ zur DFZ: „Ich schreibe auch Bettelbriefe an Bundespräsident und Kardinal Schönborn – vielleicht hilft das.”

Weitere Anzeigen gegen die MA59 (wegen Sachbeschädigung) und den Stand-Betreiber wegen angeblicher schwerer Nötigung („Ich komme mit der Pumpgun ins Marktamt …”) sind anhängig.