Füchse erobern Floridsdorf

Füchse erobern Floridsdorf

Da staunten Herr und Frau M. nicht schlecht: Am Abend des 23. Augusts kam ihnen im Hof ihres Eigentumsbaus in der Pilzgasse 30 ein Fuchs entgegen: „Der Hof war unbeleuchtet, als wir um 22 Uhr einen unerwarteten Besuch bekamen. Ganz gemütlich spazierte dieser junge Fuchs, wie auf den Fotos zu sehen, des Weges.”

Meldungen von Fuchssichtungen in Floridsdorf gibt es häufig – meist jedoch aus Stammersdorf oder Strebersdorf. Nahe dem Kreisverkehr Leopoldau ist es doch eher ungewöhnlich. Aber: Warum sind Füchse so dicht im Siedlungsgebiet? Und: Ist das für Menschen gefährlich? Der Rotfuchs, meist 5,5 bis 6,5 Kilogramm schwer, stellt kaum Ansprüche an sein Habitat und ist sehr anpassungsfähig. Als ‘Kulturfolger’ sind Siedlungen für ihn ein Paradies.

Füchse in Floridsdorf. Bild: Privat.
Füchse in Floridsdorf. Bild: Privat.

„Die Nähe zu den Menschen bringt für Füchse fast nur Vorteile, hier gibt es einen immer reichlich gedeckten Tisch. Komposthaufen, Katzen- und Hundefutter auf den Terrassen und nicht zuletzt das weggeworfene Essen auf Straßen, in Parkanlagen, Höfen und dergleichen. ‘Die Liebe geht durch den Magen’, sagt schon ein altes Sprichwort. Kein Wald kann ein derartiges Nahrungsangebot bieten” so Andreas Januskovecz, Forstdirektor der Stadt Wien.

Füchse fressen alles, passen sich schnell an und kommen dann immer wieder. Deshalb ist ein absolutes Fütterungsverbot zu beachten. Keinesfalls sollte durch Anlocken, Anfüttern oder sogar Angreif- und Streichelversuche das natürliche Verhalten der Wildtiere gebrochen werden. Wer Füchse aus falsch verstandener Tierliebe füttert, erweist ihnen keinen guten Dienst. „Füchse können dadurch ihre natürliche Scheu verlieren und sogar aufdringlich werden”, heißt es auf stadtwildtiere.at.

Hier kann man Sichtungen übrigens melden. Auch die Schlaf- und Ruheplätze in der Stadt, häufig in Hohlräumen unter Gebäuden, Baracken oder Gartenhäuschen bereichern das Dasein der Füchse.

Füchse in Floridsdorf. Bild: Privat.
Füchse in Floridsdorf. Bild: Privat.

Füchse fressen sogenannte Schädlinge wie Mäuse, Ratten und Stadttauben. Der tägliche Nahrungsbedarf liegt bei umgerechnet 15 bis 20 Mäusen. Er frisst kaum Anbauprodukte im Garten. Allerdings: Sollten Sie einmal einen Gartenhandschuh vermissen – durchaus möglich, dass den ein Fuchs als Spielzeug für seine Jungen mitgenommen hat. Die oft noch vorhandene Angst vor Ansteckungen ist übrigens nicht gegeben: Seit 2008 gibt es keine Tollwut mehr in Österreich. Derzeit sind keine aktuellen Erkrankungsfälle bekannt.

Tipps im Umgang mit Wildtieren (MA49), T: 01/4000 49000.