Gebisse, Geigen und Geldbörsen: 83.000 Funde beim Fundservice der Stadt Wien im Jahr 2019

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83.000 Funde beim Fundservice der Stadt Wien im Jahr 2019. Bild: MA48.
83.000 Funde beim Fundservice der Stadt Wien im Jahr 2019. Bild: MA48.

Neben den „ Klassikern“ wie Ausweisen, Taschen und Regenschirmen landen immer wieder auch „besondere“ Stücke beim Fundservice der Stadt Wien in der Siebenbrunnenfeldgasse im 5. Bezirk: unter den insgesamt 83.000 Funden im Vorjahr waren auch 3 Gebisse und 7 Geigen. Die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des zentralen Fundservice, das seit 2014 zur MA 48 gehört, versuchen in „detektivischer“ Kleinarbeit, die rechtmäßigen Besitzer der diversen Fundstücke zu eruieren. Zuvor müssen alle Funde – bis auf Schirme und andere Kleinigkeiten – elektronisch erfasst und gelagert werden. Holt niemand die Gegenstände ab und kann der Besitzer nicht ausgeforscht werden, bleibt der Gegenstand ein Jahr im Fundservice. Anschließend geht er in das Eigentum der Stadt über. Die MA 48 verkauft intakte Waren im 48er-Tandler und gibt sie auch an karitative Einrichtungen weiter.

„2014 haben wir das Zentrale Fundwesen der Stadt auf völlig neue Beine gestellt und das Serviceangebot laufend ausgebaut. 2018 haben wir auch das Fundwesen der Wiener Linien integriert. Damit gestaltet sich die Suche nach verlorenen Dingen in unserer Stadt viel einfacher. Egal, wo man etwas verliert, ob in den Öffis oder auf der Straße: es gibt eine zentrale Anlaufstelle, an die man sich wenden kann und wo man Geldbörse, Rucksack & co. hoffentlich rasch wieder zurückbekommt“, so Umweltstadträtin Ulli Sima, die sich bei den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Fundservice für ihren Einsatz bedankt.

Letztes Jahr fielen 20.900 Ausweise bzw. Dokumente, 12.600 Geldbörsen, 9.000 Schlüssel bzw. Schlüsselbünde und rund 8.300 Koffer, Taschen und Sackerln zur Bearbeitung im Fundservice an. Wie nicht anders zu erwarten ist, gehören zu den Top verlorenen Gegenständen auch rund 15.000 Kleinfunde wie Hauben, Schals, Handschuhe, Regenschirme etc.

100 Abgabestellen für Funde

Fundstücke können in Wien in den 100 Fundboxen eingeworfen werfen. Diese Metallcontainer befinden sich in der Nähe der Magistratischen Bezirksämter, beim Wiener Rathaus, bei allen Wiener Mistplätzen und im Nahbereich vieler Polizeidienststellen. Die Fundboxen sind – mit Ausnahme jener auf den Mistplätzen – rund um die Uhr zugänglich.

Sämtliche Fundboxen und auch die persönlichen Abgabestellen bei den Magistratische Bezirksämtern sind – inkl. der jeweiligen Öffnungszeiten – im Online-Stadtplan der Stadt Wien bzw. in der 48er App abrufbar.

Tipps BEVOR man etwas verliert

Leider können zahlreiche Fundstücke können trotz intensiver Recherchen nicht ausgefolgt werden. Einerseits werden diese trotz Verständigung der BesitzerInnen nicht abgeholt (etwa bei alten, angeschlagenen Handys), andererseits fehlen oft Hinweise auf den jeweiligen Besitzer. Hier einige Tipps, die dazu beitragen, die Quote an ausgefolgten Gegenständen zu erhöhen:

  • Schlüssel: Die Originalnummern von Schlüsseln sollte aufgeschrieben werden. Die Nummer wird im Falle eines Fundes elektronisch erfasst, der Schlüssel kann bei Nachfrage eindeutig dem jeweiligen Besitzer zugeordnet werden. Achtung: Nachgemachte Schlüssel verfügen nicht über diese Nummer. Sollte die Nummer nicht bekannt sein, so ist es zielführend beim Fundservice mit einem Ersatzschlüssel vorbeizuschauen. Markante Schlüsselanhänger helfen zusätzlich bei der Suche.
  • Handys: Handys sind mit einer sogenannten IMEI-Nummer gekennzeichnet. Auch die SIM-Karte verfügt über eine Seriennummer. Diese Nummern werden im Fundservice erfasst, bei Bekanntgabe kann das Handy leicht aufgefunden werden.
  • Fahrräder: Auch Drahtesel gelangen immer wieder zum Fundservice. Hier ist es ratsam, die Fahrgestellnummer aufzuschreiben – sofern vorhanden – bzw. falls möglich eine eindeutige Markierung anzubringen und ein Foto zu machen.
  • Kindersachen: Oft werden Turnsackerln, Kinderkleidung oder Schultaschen verloren und abgegeben. Hier sollte man den Namen eines Elternteils auf der Innenseite – leicht auffindbar – anbringen.
  • Geldbeträge: Immer wieder werden von ehrlichen Findern auch Geldbeträge abgegeben, welche beim Bankomaten bei der Abhebung vergessen wurden. Für die Ausfolgung ist es wichtig, den Kontoauszug (Hinweis auf Datum, Uhrzeit, Betrag, Standort des Bankomaten) mitzunehmen, bzw. bei der Fund-Service-Hotline anzugeben.

Generell gilt: Je eindeutiger die Gegenstände gekennzeichnet sind bzw. beschrieben werden können, umso leichter ist die Recherche nach den BesitzerInnen. Auch Brillen oder Reisekoffer/Taschen sollten daher mit Namen versehen sein, beispielsweise durch einen eingravierten Namen am Gestell oder durch die Anbringung eines Schildes beim Koffer.

  • Kontakt zum Zentralen Fundservice
  • Fundservice-Hotline:+43 1 4000-8091