Gemeindebau ohne Namen

Gemeindebau ohne Namen

Ruthnergasse 56-60 feiert 50. Geburtstag. Zeitzeugen gesucht.

Völlig unspektakulär und unbeachtet, fast so wie seine Bauweise, begeht die Wohnhausanlage Ruthnergasse 56-60 im 21. Bezirk den 50. Jahrestag ihres Bestehens.

Fast scheint es, als hätte sogar Wiener Wohnen auf das Jubliäum vergessen, hat der Bau auch wenig Aufregendes zu bieten: keine Sozialräume, kein Schwimmbad auf dem Dach, keine kindgerechten Spielplätze oder gar ein Jugendzentrum. Solche Dinge waren in den Jahren 1969 und 1970, in denen das Werk der Architektengemeinschaft Otto Nadel, Kurt Buchta, Hans Gass, Franz Trödhan, Egon Frauendorfer, Ulrich Lipp-Terler, Elisabeth Gass, Herta Jerzabek und Rudolf Wawrik errichtet wurde, nicht von Bedeutung. Galt es doch während des Wohnungsbaubooms in den 1970er-Jahren vorrangig, schnell Wohnraum auf’s Feld zu stellen, damit der wachsende Bedarf gestillt werden konnte. Der geplante U-Bahnbau sowie die Erschließung bisheriger Randgebiete nördlich der Donau förderten diese Entwicklung.

Die Ruthnergasse 56-60 liegt gegenüber der großen Gemeindebauanlage Siemensstraße 21-55 und verfügt über 551 Wohnungen. Die Wohnhausanlage hat keinen klingenden Namen, ist nach keiner berühmten oder zumindest bekannten Persönlichkeit benannt. Sie wird 50 und sieht an manchen Bereichen wie 100 aus.

Als Mietervertreterin der Ruthnergasse 56-60 möchte ich dieses Jubiläum nicht sang- und klanglos vorübergehen lassen und möchte Sie alle einladen, mich dabei zu unterstützen. Egal ob Sie in der Ruthnergasse wohnen oder gewohnt haben oder jemand kennen, der hier wohnt(e)! Wenn Sie gerne einfach in der Vergangenheit oder Gegenwart schwelgen möchten und etwas über die Gegend erzählen können, über Ihre Wohnsituation plaudern möchten und über schöne und weniger schöne Erlebnisse erzählen wollen, dann nehmen Sie bitte mit mir Kontakt auf. Ich bin jeden Dienstag ab 18 Uhr im BewohnerInnen- Zentrum der Wohnpartner in der Ruthnergasse 56/ Ecke Schicketanzgasse, anzutreffen. Über Fotos (neu, alt, historisch), die ich für eine geplante Broschüre verwenden darf, würde ich mich natürlich sehr freuen, ebenso wie tatkräftige Unterstützung bei diesem Projekt.

Ein Gastbeitrag von Gabriele Schellig, Mietervertreterin in der Wohnhausanlage Ruthnergasse 56-60.