Gerasdorfer Straße: Bezirk für Flächenwidmung, Anrainer diskutieren Protestmaßnahmen

Gerasdorfer Straße: Bezirk für Flächenwidmung, Anrainer diskutieren Protestmaßnahmen

Vor wenigen Wochen wurde das Bauprojekt in der Gerasdorfer Straße 105 öffentlich präsentiert. Diesen Mittwoch befürwortete die Floridsdorfer Bezriksvertretung nach hitziger Diskussion die Flächenwidmung. Anrainer haben nur einen Tag später über mögliche Protestmaßnahmen beraten.

Direkt neben dem Ella-Lingens-Gymnasium wird in der Gerasdorfer Straße 105 auf circa 3,7 Hektar eine neue Siedlung mit 350 bis 400 Wohnungen und zwischen 280 und 400 Stellplätzen in einer Tiefgarage entstehen. Das hat auch die Floridsdorfer Bezirksvertretung am 13. Dezember mit Stimmen der SPÖ, Grünen und weitere einzelne Bezirksräte beschlossen. In der Verkehrskommission soll ein runder Tisch für einen Verkehrsgipfel und eine Verkehrsstudie diskutiert werden.

Gerasdorfer Straße: Anrainer unzufrieden

Einen Tag später fand eine Anrainerversammlung im Restaurant Marco Polo statt. Tenor: Unzufriedenheit! Zwei Themen sorgen unter Anrainer für Ärger: Bauhöhe und Bauvolumen. Und der drohende zunehmende Verkehr.

Vor allem zur Front der Gerasdorfer Straße würden sich die Anrainer eine niedrigere Verbauung wünschen: „Wenn die Bauklasse 2 bekommen und 16 Meter hoch bauen dürfen, will ich das auf meinem Grundstück auch. Oder Sie ersetzen uns denn den Wertverlust. Ich verlange für mein Grundstück das gleiche Recht wie für Bauträger“, so ein Anrainer. Auch eine Klage steht im Raum. Der Sprecher der Initiative gibt sich keinen Illusionen hin: „Auch wenn die Flächenwidmung erst im Gemeinderat beschlossen werden muss, an der Dimension der neuen Siedlung wird es wohl nicht mehr zu rütteln geben.“ Als nächsten Schritt wollen sich die Anrainer besser vernetzen und Protestmaßnahmen planen.

Michael Niegl, FPÖ Gemeinderat aus Floridsdorf.
Michael Niegl, FPÖ Gemeinderat aus Floridsdorf.

Unterstützung gibt es von den anwesenden FPÖ-Gemeinderäten. Michael Niegl: „Wir fordern einmal mehr eine dem Altbestand angepasste Bauhöhe und eine Minimierung der Wohneinheiten auf ein verträgliches Maß. Es kann nicht sein das die Stadtentwicklung laufend zur Verschlechterung der Lebensqualität von alteingesessenen Anrainer führt.“

Verkehrskollaps?

Zukunftssorgen bereitet den Anrainer vor allem der zusätzliche Verkehr. Denn: Dass in der geplanten autofreien Siedlung, keiner ein Auto haben wird, glaubt keiner. Eine Anrainerin: „Wir wollen auch autofrei sein! Wie kommen wir dazu, den Verkehr aus der autofreien Siedlung abzubekommen.“ Überlegungen gehen in Richtung Wohnstraßen und Sackgassen, um Schleichwege zu minimieren. Uneins ist man sich bei den geplanten zwei Garagenzufahrten: Manche Anrainer wünschen sich nur eine Zufahrt beim Kreisverkehr, andere eine dritte Zufahrt in der Sowinetzgasse. Manche wünschen sich sogar vier statt zwei Spuren auf der Gerasdorfer Straße.

Einige Zugeständnisse wurden den Anrainern von der Bezirkspolitik gemacht: Ein Radweg, mehr Bäume, kein durchgehender Zaun, die Front der Siedlung soll aufgelockert werden und es soll zeitnah einen „Verkehrstermin“ geben. Im Gespräch ist, wie auch auf der Leopoldauer Straße, doch wieder Busbuchten zu errichten und eine „Kiss and Ride“-Zone vor der Schule.

Mehr Infos:
http://www.dfz21.at/dfz/gerasdorfer-strasse-61-105-zwei-neue-bauprojekte-geplant/