Heftige Kritik: Grüne Stadträtin Hebein lehnt Baustopp im Siedlungsgebiet ab

Heftige Kritik: Grüne Stadträtin Hebein lehnt Baustopp im Siedlungsgebiet ab

Schlechte Nachrichten für das Siedlungsgebiet Ödenburger Straße/Lielegweg. In diesem Gebiet sollte auf Antrag der Bezirksvertretung Floridsdorf, der übrigens im Februar 2020 einstimmig angenommen wurde, eine temporäre Bausperre und eine Überarbeitung des Flächenwidmungsplanes vom zuständigen Ressort für Flächenwidmung vorbereitet und im Gemeinderat zur Beschlussfassung eingebracht werden. Nun kam Antwort aus dem zuständigen Ressort von Vizebürgermeisterin Hebein: Sie lehnt die Verhängung einer zeitlich begrenzten Bausperre ab!

Auslöser für die Unterstützung der Siedler war ein Monsterbau: An der Strebersdorfer Straße wurde vor dem Marchfeldkanal statt einem alten Siedlungshaus ein Neubau mit 12 Wohneinheiten errichtet. Eine neue Flächenwidmung soll das – wie in der Nordrandsiedlung – verhindern. Bis dahin sollte es einen Baustopp geben, der das Ärgste verhindert.

Die generelle Problematik der Siedlungsgebiete ist kein Floridsdorf spezifisches sondern ist ein österreichweites Phänomen. Gebiete, die sich als Einfamilienhaussiedlung vor Jahrzehnten mit viel Grün und Freiflächen entwickelten, sind bei Bauträgern extrem begehrt. Aufgrund der Grundstücksgrößen und unter kompletter Ausnutzung der bestehenden Flächenwidmungs- und Bebauungspläne, stehen plötzlich mitten im Siedlungsgebiet Häuser mit einer stattlichen Anzahl an Wohneinheiten.Auch wenn das im Regelfall legal ist: Oft werden dabei bis zu 80% der Grundstücksfläche versiegelt. Die Folgen sind eine enorme Belastung der vorhandenen Infrastruktur, die in historisch gewachsenen Siedlungsgebieten nicht dafür ausgelegt ist und vor allem massiver Verlust an Grünraum.

„Vizebürgermeisterin sind Siedlungsgebiete und Kleingartenanlagen nicht wichtig“

„Die Ablehnung der zeitlich begrenzten Bausperre ist ein massiver Rückschlag für die Bemühungen des Siedlervereines und des Bezirkes. Sie öffnet Bodenspekulanten Tür und Tor, denn die Ankündigung einer ohnehin bevorstehenden Überarbeitung des Flächenwidmungsplanes beruhigt nur wenig“, heißt es in einer Aussendung der SPÖ Floridsdorf. . „Unsere leidvolle Erfahrung aus der Nordrandsiedlung zeigt, dass die Überarbeitung von Flächenwidmungsplanes in solchen Fällen anscheinend Jahre dauert. Langsam aber sicher hegen wir den Verdacht, der Vizebürgermeisterin, Stadträtin für Flächenwidmung und Klimaschutz, sind Siedlungsgebiete und Kleingärtenanlagen in Floridsdorf nicht wichtig, obwohl sie eine Wohnform darstellen, die Grünraum sichert. Wir meinen: Siedlungsgebiet soll Siedlungsgebiet bleiben! “, zeigte sich Bezirksvorsteherin-Stellvertreterin  Fitzbauer besorgt, “das hier auch die Bezirksgrünen es nicht geschafft haben, auf ihre Wiener ParteikollegInnen im Sinne des Umweltgedankens und Klimaschutzes einzuwirken, ist für Floridsdorf sehr enttäuschend.“

Karl Mareda. Bild: Fotostudio Vodicka.
Karl Mareda. Bild: Fotostudio Vodicka.

Und auch Vize-Bezirksvorsteher Karl Mareda (FPÖ): „Die Grüne Vizebürgermeisterin verhindert eine Bausperre und ermöglicht bzw. öffnet Spekulanten damit Tür und Tor.“

Im Schreiben von Hebein an den Bezirk wird die Ablehnung einen Baustopps damit begründet, dass dann auch Zu, und Umbauten nur noch mit Genehmigung der Behörden zulässig wären, wenn sie der geplanten neuen Flächenwidmung entsprechen würden.