Heimweh nach meiner Heimat Floridsdorf

Heimweh nach meiner Heimat Floridsdorf

Meine lieben Fluaridsduafa! Während ich heuer die Ehre habe, für den Kufsteiner Operettensommer den „Zigeunerbaron“ unseres „Schani“ Strauß zu inszenieren, beschäftigt mich gelegentlich auch Heimweh nach meiner Heimat Floridsdorf. So wunderschön Kufstein und das übrige Tirol auch sind, und so sehr die Arbeit mit meinen großartigen Kolleginnen und Kollegen auch Freude bereitet, wir „Fluaridsduafa“ sind halt diese monumentale Bergwelt nicht auf Dauer gewöhnt. Unser Bisamberg mag Tirolern ein mitleidiges Lächeln und ein erstauntes „Wos, des isch a Berrrg??“ entlocken, aber er ist halt unser „Berg“, einen anderen haben wir nicht. Und daher sind wir auf ihn stolz.

Im Gegenzug beneiden uns aber mit Sicherheit auch viele Tiroler um unsere Alte Donau. So etwas haben die wiederum nicht. Ein Bade- und Segelparadies mitten in einer Großstadt ist auch nichts Alltägliches. Rund 3,7 Millionen Kubikmeter Wasser verteilen sich auf 1,6 Quadratkilometer Fläche mit einer durchschnittlichen Tiefe von 2,5 Metern. Und der westliche Teil bis zum Beginn des Donauparks ist Teil der Oberen Alten Donau in Floridsdorf. Zugegeben nur ein kleiner Teil der gesamten Alten Donau, aber nicht zuletzt durch den Wasserpark eine ihrer schönsten Stellen.

Neben dem 1888 als „Vier-Kreuzer-Bad“ vom damaligen Eigentümer des Strandgasthauses Birner gegründeten Angelibads findet man auch viele idyllische, frei zugängliche Badestellen, wie etwa am Dragonerhäufl, der Angeliwiese oder gegenüber entlang An der Oberen Alten Donau. Tennisplätze, je ein Fußball-, Basketball- und Beachvolleyballplatz bieten aber auch Nichtschwimmern Gelegenheit zu sportlicher Betätigung. Und im gemieteten Ruder-, Tret- oder Elektroboot lässt sich in wenigen Stunden gar die gesamte Alte Donau erkunden, bis weit hinters Gänsehäufel, und dabei vielleicht einem tollen Hecht oder ausgewachsenen Wels ‘Guten Tag’ sagen. Lasst Euch den Sommer wohl bekommen, meine Lieben, und genießt, wovon ich derzeit gelegentlich träume. Euer Gerald Pichowetz