Kellergasse: Rote Karte für Raser!

Kellergasse: Rote Karte für Raser!

Idyllisch präsentiert sich die Stammersdorfer Kellergasse an sonnigen Frühlingstagen. Floridsdorfer Heurigenwirte locken mit ihren Schmankerln unzählige Gäste an. Wäre da nicht der Ärger mit Rasern und ungeduldigen Autofahrern.

Seit Jahren klagen die Heurigenwirte ihr Leid. „Es wird eigentlich immer ärger, die Autofahrer werden immer schneller und immer rücksichtsloser. Von zehn fahren vielleicht drei langsam”, klagt Wolfgang Matuska. Und mit langsam wäre Tempo 30 gemeint. Hauptproblem: Die Kellergasse ist für viele eine bequeme Verbindung nach Hagenbrunn, die Kopfsteinpflasterstrecke gilt manchen maximal als lästige Spaßbremse.

Die Werte der letzten offiziellen Messung 2012 sprechen für sich: Die schmale Gasse wurde damals täglich von rund 2.800 Fahrzeugen frequentiert, nicht einmal 19 Prozent hielten sich an das Tempolimit:
• 15 – 30 km/h: 6740 KFZ (18,7%);
• 35 – 50 km/h: 28.497 Fahrzeuge (79,34%);
• 55 – 70 km/h: 670 KFZ (1,8%);
• 75 – 85 km/h: 9 Fahrzeuge (0,03%).

Auch LKW-Fahrer lassen sich vom Fahrverbot nicht abhalten. Rechts: Blick in die Stammersdorfer Kellergasse an der Ecke zur Clessgasse. Bild: Privat
Auch LKW-Fahrer lassen sich vom Fahrverbot nicht abhalten.
Rechts: Blick in die Stammersdorfer Kellergasse an
der Ecke zur
Clessgasse. Bild: Privat

Speziell am Morgen und ab etwa 15 Uhr präsentiert sich die Stammersdorfer Kellergasse als stark frequentierte Verbindung zwischen Niederösterreich und Wien – vor allem für Pendler ist sie ein beliebter Schleichweg und Alternative zur Brünner Straße.

Winzer Wolfgang Matuska.. Bild: DFZ.
Winzer Wolfgang Matuska.. Bild: DFZ.

Den Heurigenwirten reicht es. Sie fordern, dass nach Jahren der Versprechen nun endlich Maßnahmen ergriffen werden, Rasern soll die rote Karte gezeigt werden. Matuschka: „Nicht einmal der Bus hält sich an die Geschwindigkeitsbeschränkung. So vergraulen wir die Gäste. Da eine komplette Sperre, etwa mit Balken nach der Senderstraße, nicht gehen wird, brauchen wir zumindest permanente aber auch verdeckte Messungen. Und 30-km/h-Piktogramme am Beginn und am Ende der Kellergasse würden auch helfen!”

Genau das wurde im März auf Ansuchen der FPÖ bereits in der Verkehrskomission diskutiert. Bezirksvorsteher-Stellvertreter Karl Mareda: „Es wird neuerliche Messungen geben und die Polizei wird um mehr Kontrollen und Radarmessungen gebeten. Und auch die bessere Sichtbarkeit des Tempolimits muss möglich sein: Immerhin ist ein auf der Straße aufgemaltes Piktogramm mit 400 Euro vergleichsweise günstig!”

Ebenfalls in Diskussion: Temporäre Fahrbahnverengungen, die speziell an Wochenenden Verwendung finden könnten. Das LKW-Fahrverbot ab 3,5 Tonnen soll ebenfalls verstärkt kontrolliert werden. -HANNES NEUMAYER