Kirche in Strebersdorf überfallen – Täter flüchtig

Kirche in Strebersdorf überfallen – Täter flüchtig

In der Klosterkirche Maria Immaculata in Floridsdorf haben am Donnerstag um circa 13.30 Uhr zwei bislang unbekannte Täter mehrere Personen überfallen und beraubt und sind geflüchtet. Es gibt mehrere Verletzte Ordensbrüder.

Der brutale Überfall fand in der Klosterkirche Maria Immaculata in der Anton-Böck-Gasse im Strebersdorfer Ortszentrum bei den Schulbrüdern statt. Laut Polizei überfielen gegen 13.30 überfielen zwei unbekannte Täter mehrere Ordensbrüder in der Klosterkirche Maria Immaculata in: „Die Tat streckte sich über mehrere Stunden, gegen 16:17 Uhr entdeckten unsere KollegInnen die gefesselten und teils schwer verletzen Opfer“, so die Polizei auf Twitter in einer Stellungnahme.

Die schon älteren Ordenbrüder (im Alter von 56 bis 68) konnten sich nicht früher befreien. Laut Polizeisprecher sprachen die Täter Deutsch mit ausländischem Akzent. Gerüchteweise hat ein Ordensbrüder einen der Täter erkannt. Die Täter könnten versucht haben, den Tatort auszuspähen. Derzeit geht die Polizei von einem Vermögensdelikt aus, ein Tresor in der Pfarrkanzlei wurde ausgeraubt. Über die Schadenshöhe ist derzeit nichts bekannt.

Kardinal Christoph Schönborn besuchte noch am Mittwoch Abend Strebersdorf und  ist „tief betroffen“ vom Überfall auf fünf Schulbrüder in Wien-Strebersdorf. „Kirchen sind Orte des Friedens und der Zuwendung – das macht uns die Weihnachtszeit in besonderer Weise bewusst. Umso trauriger ist die Nachricht vom brutalen Raubüberfall“,

Kirche in Strebersdorf überfallen – der Ablauf:

Ein Tatverdächtiger (laut der Personsbeschreibung eines Opfers etwa 180cm groß, dunkles Haar, deutschsprachig mit ausländischem Akzent) bedrohte einen in der Kirche anwesenden Geistlichen mit einer Schusswaffe und forderte ihn auf, sich auf den Boden zu legen. Danach wurde der Ordensbruder über eine lange Zeit hindurch geschlagen und getreten, unter anderem mithilfe diverser Werkzeuge, wodurch er schwere Kopfverletzungen erlitt.

Einige Zeit später wollte ein weiterer Ordensbruder in der Kirche nach dem Rechten sehen und entdeckte seinen verletzten Bruder. Als er ihm helfen wollte, wurde auch er attackiert und im Kopfbereich verletzt.

Bei dem Überfall wurden ebenfalls drei weitere Geistliche verletzt. Zudem wurde nun bekannt, dass auch ein sechster Mann in einer Büroräumlichkeit von den Tatverdächtigen gefesselt worden war, wodurch er jedoch keine physischen Verletzungen erlitt.

Laut der ersten Aussage eines leicht verletzten Opfers wurde zuletzt gegen 15:30 Uhr ein Tatverdächtiger am Tatort gesichtet. Einerseits aufgrund der Verletzungen, andererseits aufgrund der Tatsache, dass die Opfer mit Schnüren, Kleidungsstücken und Kabelbindern gefesselt worden waren und sich erst befreien mussten, wurde erst um 16:16 Uhr die Polizei verständigt. Um 16:21 Uhr trafen die ersten Funkwägen an der Einsatzörtlichkeit ein.

Die Verletzten wurden von der Wiener Berufsrettung, die mit dem Katastrophenzug vor Ort war, notfallmedizinisch versorgt und in ein Krankenhaus gebracht. Rund ein Dutzend weitere Geistliche, die sich in anderen Räumlichkeiten des Pfarrhauses aufgehalten hatten, wurden von Einsatzkräften betreut.

Großräumige Absperrmaßnahmen wurden veranlasst, die Kirche sowie das direkt angrenzende Pfarrhaus wurden von WEGA-Beamten durchsucht. Zeitgleich wurde eine Großfahndung ausgelöst. Neben insgesamt 12 Streifen- und Fußstreifenbesatzungen des Stadtpolizeikommandos Floridsdorf waren auch 4 Besatzungen der Polizeidiensthundeeinheit, 27 Beamte der WEGA, 58 Beamte der Bereitschaftseinheit, 3 Besatzungen der Landesverkehrsabteilung, Logistikfahrzeuge, Ermittler des Landeskriminalamts und ein Polizeihubschrauber – insgesamt also über 120 Polizistinnen und Polizisten – am Einsatz beteiligt.

Die Fahndung nach den Tätern läuft

Die Ermittler gehen derzeit von einem Vermögensdelikt aus. Aufgrund der Vorgehensweise der Täter kann ein terroristischer Hintergrund ausgeschlossen werden. Die Polizei geht auch von keiner konkreten Bedrohung für Anrainer aus. Die Ermittlungen laufen.

Kardinal Schönborn „tief betroffen“ von Überfall auf Schulbrüder

Wiener Erzbischof besucht Opfer eines Raubüberfalls im „De La Salle“-Schulzentrum in Strebersdorf

Kardinal Christoph Schönborn ist „tief betroffen“ vom Überfall auf fünf Schulbrüder in Wien-Strebersdorf. „Kirchen sind Orte des Friedens und der Zuwendung – das macht uns die Weihnachtszeit in besonderer Weise bewusst. Umso trauriger ist die Nachricht vom brutalen Raubüberfall“, sagte der Wiener Erzbischof am Donnerstagabend gegenüber „Kathpress“. Unmittelbar nach Beendigung des Großeinsatzes der Polizei machte sich der Kardinal auf dem Weg, um die Ordensbrüder im „De La Salle“-Schulzentrum in Strebersdorf zu besuchen und sagte: „Gottseidank kommt so etwas in Österreich nur sehr selten vor. Ich bete für die baldige Genesung der Opfer und die Reue der Täter.“

Symbolbild: Google Maps.