Leopoldau: FPÖ wettert gegen Projekt in der Großfeldsiedlung

Leopoldau: FPÖ wettert gegen Projekt in der Großfeldsiedlung
Auf der Suche nach Baugrund für die stetig wachsende Bevölkerung, sollen in Zukunft Flächen zwischen Gemeindebauten ‘nachverdichtet’ werden. Gegen ein erstes konkretes Projekt in der Großfeldsiedlung läuft die FPÖ Sturm.

1,9 Millionen lebten mit 1. Jänner 2019 in Wien. Nach wie vor ist Stadterweiterung eines der heißesten Themen. So auch im letzten Wohnenausschuss des Gemeinderates. „Die Bauwut der Rot-Grünen-Stadtregierung nimmt immer kuriosere Ausmaße an. Nun soll der Grünraum in der Großfeldsiedlung verbaut werden, dies soll in Zukunft in allen Gemeindebauten geschehen”, so FPÖ-Gemeinderat Michael Niegl.
Grund seines Ärgers: In der  Leopoldauer Herchenhahngasse 8 soll unmittelbar neben den bestehenden Wohnbauten und dem Freibad eine Grünfläche verbaut werden. Die Flächenwidmung (Bauklasse W III.) lässt eine Bebauung von 16 Meter Höhe zu. Die Stadt Wien hat der Siedlungsgenossenschaft Frieden das 1529m2 große Grundstück im Baurecht überlassen. Diese will eine Wohnhausanlage mit Garage und Außenanlagen errichten.
Niegl (Bild rechts) würde sich zumindest eine Einbindung der Anrainer wünschen: „Antwort auf unsere Nachfrage war, dass eine Einbindung der Mieter der betroffenen Anlagen nicht zur Diskussion stehe.” Die FPÖ hat dann als einzige Partei auch gegen die Nachverdichtung gestimmt.
SPÖ-Gemeinderätin Waltraud Karner-Kremser, Vorsitzende des Ausschusses für Wohnen zur DFZ: „Die entsprechende Fläche war bereits im Besitz der Stadt und als Bauland gewidmet. Daher bot sie sich besonders gut dafür an, um sozial gebundenen Wohnraum zu errichten. Die Liegenschaft liegt in unmittelbarer Nähe zu zwei U-Bahn-Stationen. Darüber hinaus achtet die Stadt bei Wohnraumverdichtung immer auf soziale Verträglichkeit.”
Würde dieses Beispiel wirklich Schule machen, wären wohl gerade Stadterweiterungsgebiete der 20er bis 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts betroffen: Denn wer heute etwa durch die Großfeldsiedlung spaziert, wundert sich, wie großzügig damals gebaut wurde – vor allem, was die Weitläufigkeit der Grünflächen betrifft.
            -Hannes Neumayer