Mähboote auf der Alten Donau unter Sicherheitsauflagen wieder im Einsatz

Mähboote auf der Alten Donau unter Sicherheitsauflagen wieder im Einsatz

Unterwasserpflanzen für gute Wasserqualität im Naturgewässer unerlässlich – Abstandsregeln beim Baden einhalten!

Bis zu 17 Mähboote der Stadt Wien sind ab heute wieder im Einsatz auf der Alten Donau, um die für die gute Wasserqualität wichtigen Wasserpflanzen zu mähen. Bereits Anfang März wurden die Mäharbeiten gestartet, aufgrund des geringen Wachstums der sogenannten Makrophyten und der Corona-Bestimmungen wurden die Arbeiten unterbrochen. Nun werden sie unter Einhaltung der Sicherheitsauflagen wieder aufgenommen. Das vor zwei Jahren neu eingeführte Mähmanagement hat sich bestens bewährt und wird auch heuer fortgeführt. „Die Wasserpflanzen sind für die so gute Qualität des Naturgewässers unerlässlich, für die Badegäste und Bootsfahrer sind sie mitunter lästig. Die heurige Badesaison wird sicher anders ablaufen als die Jahre zuvor, es wird strenge Sicherheitsauflagen wie Abstandsregeln geben, aber klar ist, die Wiener Gewässer stehen so wie die Wiener Grünanlagen den Menschen auch in der Corona-Krise zur Verfügung und wir sorgen für Top-Qualität“, so Umweltstadträtin Ulli Sima.

„Das Wachstum der Unterwasserpflanzen wurde in der Mäh-Pause von unseren ExpertInnen wöchentlich beobachtet, es hat nun wieder verstärkt eingesetzt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, die Arbeiten unter Beachtung aller covid-Schutzmaßnahmen für das Mähpersonal fortzuführen“, so Gerald Loew, Leiter der Fachabteilung Wiener Gewässer.

Mähpersonal in zwei kleinere Teams aufgeteilt

Das Mähpersonal und die Mähboote werden auf zwei kleinere Teams aufgeteilt, welche jeweils an einem der beiden Standorte Bellegardegasse und Rossschwemme eingesetzt werden. Die Obere und Untere Alte Donau werden somit zeitgleich bearbeitet. Auf den Booten ist jeweils nur ein Mitarbeiter tätig. An Land tragen die MitarbeiterInnen natürlich Mund-Nasen-Schutz und halten zueinander den notwendigen Sicherheitsabstand.

Wendige Amphibienmähboote haben sich bestens bewährt

Seit der erfolgreichen Umstellung auf das neue Mähmanagement im Jahr 2018 sind die wendigen Amphibienmähboote der Stadt Wien von März bis Oktober auf der Alten Donau im Einsatz. Sie mähen die Unterwasserpflanzen in einer Tiefe von bis zu 2,5 m. Die Boote können entweder mit Mähwerken oder mit Rechen zum Einsammeln des Mähguts ausgestattet werden. Im Vollbetrieb während der Hauptsaison sind bis zu 24 Boote im Dauer-Einsatz, dann ist eine wahre „Mähboot-Armada“ in der Alten Donau unterwegs.

Die letzten Jahre haben die Stadt Wien hinsichtlich des enormen Wachstums der Unterwasserpflanzen vor große Herausforderungen gestellt. So wurden im Rekordsommer 2018 an manchen Tagen bis zu 100 Tonnen Mähgut aus der Alten Donau geholt. Vergangenes Jahr war die Situation entspannter. 2019 wurden „nur“ 2.700 Tonnen Wasserpflanzen aus der Alten Donau geholt. Zum Vergleich: 2013 betrug die Entnahmemenge in der gesamten Saison rund 72 Tonnen. 2016 war sie bereits auf 2.100 Tonnen angestiegen und im Jahr 2018 gab es mit 3.350 Tonnen einen Rekord.

Die Eckpfeiler des Mähmanagements der Stadt Wien: 

  • 2018 hat die Stadt Wien das Mähen selbst übernommen, dafür wurden die kleinen, wendigen Amphibienmähboote angeschafft.
  • Ausbildung des Mäh-Personal durch die Wiener Gewässer
  • Start der Mäharbeiten möglichst früh im Jahr, abhängig von der Witterung, in der Regel Anfang März
  • In der Hauptsaison sind bis zu 35 MitarbeiterInnen auf den Booten im Einsatz.
  • Die zu mähenden Bereiche werden, abhängig von der Höhe des Bewuchses, in wöchentlichen Mähplänen festgelegt und abgearbeitet.
  • Die Bereiche werden mit Pflanzensperren abgesperrt, alle Mäh- und Sammelboote sind dort gleichzeitig im Einsatz. Dank der Sperren kann das Schnittgut gut eingesammelt werden und wird nicht vom Wellengang abgetrieben. Mit den Sperren sind die Mähbereiche auch für die NutzerInnen der Alten Donau gut erkennbar.
  • Das Mähgut wird von den Abladestellen am Ufer abgeholt und zum Kompostwerk Lobau gebracht.
  • Dort wird das Mähgut zu Bio-Kompost verarbeitet
  • Auf bewährte Weise führen GewässerbiologInnen begleitend Echolot-Sondierungen in der Alten Donau durch. Dabei werden die Unterwasserpflanzen mittels Schallwellen geortet. Die ersten Messungen erfolgen in der Regel bereits im Jänner und werden in der Hauptsaison wöchentlich fortgeführt. Auf Basis der gesammelten Daten können genaue digitale Mähpläneerstellt werden.
  • Die Mähboote sind mit GPS, Computern und dazugehöriger Spezialsoftware ausgestattet. So können die ausgewiesenen Mähbereiche exakt abgearbeitet werden.
  • Der Einsatz von Taucherinnen und Tauchern für die Feinarbeiten bei den Stegen und Einstiegen ist auch heuer vorgesehen, aber derzeit noch nicht notwendig.
  • Niederwüchsige Characeen-Arten sollen langfristig den Platz der hochwüchsigen Arten einnehmen. Seit 2017 gibt es eine Versuchsfläche an der Unteren Alten Donau bei der Strombucht. Der Bereich ist abgetrennt, damit sich die Pflanzen ungestört und frei von hungrigen Fischen entwickeln können. Die neuen Arten auf dem Gewässergrund werden laufend beobachtet und entwickeln sich sehr gut.
  • In wenig genutzten ufernahen Bereichen gibt es mehrere mähfreie Schonzonen. Diese Schonzonen sind als Ausgleich für die stark gemähten Flächen wichtig, zudem dienen sie den Fischen als Laichplätze und Rückzugsgebiet. Größere Schonzonen befinden sich im Bereich des ArbeiterInnenstrands, entlang des nördlichen und südlichen Ufers des Gänsehäufels, im Kaiserwasser sowie am südöstlichen Ende der Alten Donau.

Informationen zu Wasserqualität und Mähmanagement: www.wien.gv.at/umwelt/gewaesser/alte-donau/wasserqualitaet/