Meine lieben „Fluaridsduafa“!

Meine lieben „Fluaridsduafa“!

Bis in die 70er Jahre des 19. Jahrhunderts war unser Heimatbezirk mehr ein „Land IM Strome“ denn ein „Land AM Strome“, denn die blaue Donau floss damals noch weitverzweigt bis ins Herz des heutigen Floridsdorf. Viele von uns stünden heute bis über die Ohren in Kommunikation mit Donaukarpfen, hätte man aus den tausenden Hochwasseropfern nicht die Konsequenzen gezogen und die Donau reguliert.
1810 kam erstmals vom damaligen Hofbaudirektor Joseph Schemerl Ritter von Leythenbach die Idee einer Begradigung des Donaulaufes, die zwar nicht gleich realisiert, aber nach weiteren verheerenden Überschwemmungen und weiteren adaptierten Plänen ab 1850 durch eine „Donauregulierungskommission“ konkretere Formen annahm. Es dauerte dennoch bis 1866, dass der Wiener Gemeinderat die Regulierung beschloss. Den ersten Spatenstich tat Kaiser Franz Joseph hochderoselbst am 14. Mai 1870.
Die Donau erhielt ihren jetzigen Verlauf in einem 284,5 Meter breiten Bett, es wurden fünf neue Brücken erbaut, und am linken Donauufer entstand das 474,5 Meter breite Inundationsgebiet mit dem anschließenden „Hubertusdamm“ als „Reservefläche“ für Hochwässer. Und noch heute erinnert die „Alte Donau“ daran, wo der einstige Hauptarm des Flusses verlief. Am 30. Mai 1875 fuhren zur Eröffnung des Schiffsverkehrs die kaiserlichen Festgäste mit der „Ariadne“ von der neuen „Reichsbrücke“ nach Nußdorf.
Weshalb berichte ich darüber? Nun, in späterer Folge dieser Umgestaltung wurde ein Floridsdorfer Juwel geschaffen, denn am 8. Juli 1928, also vor 88 Jahren, eröffneten Honoratioren den „Wasserpark“, heute ein Tierparadies für Enten, Schwäne und Reiher, und für die Bevölkerung ein entspannendes Erholungsgebiet mit seinen idyllischen, blumenumkränzten Grünflächen und den venezianisch anmutenden Brücken. Nach zwischenzeitlichem Dahindümpeln wird der Park nun wieder revitalisiert und bekommt einen neuen Anstrich. Geht hin und schaut Euch das an, meine Lieben! Euer Gerald Pichowetz