Meine lieben „Fluaridsduafa“!

Meine lieben „Fluaridsduafa“!

Unser Bezirk beheimatet laut der Broschüre „Bildung in Floridsdorf“ sage und schreibe 58 Schulen. Vom Taferlklassler bis zum angehenden Akademiker werden hier junge Menschen nicht nur aus unserer engeren Heimat auf das Vorzüglichste betreut und auf ihr späteres Leben bzw. ihren Beruf vorbereitet.
Auch ich durfte mir meine ersten „wissenschaftlichen“ Sporen hierorts mit mehr oder weniger Erfolg verdienen. Da meine Frau und meine Kinder auch regelmäßig, gerne und akribisch die DFZ lesen, möchte ich von einer Bekanntgabe detaillierter Erfolgsstatistiken absehen. Ich möchte nicht einmal verraten, ob ich eines jener Kinder war, die ihren Eltern zum Schulschluss das Zeugnis mit den Worten „Hauptsach’, wir san olle g’sund!“ übergaben. Man sollte sich immer einen kleinen Rest von Achtung durch die Umwelt erhalten.

Die Schule ist übrigens noch mehr als Fußball etwas, über das sich jeder mitzureden geeignet sieht, weil er ja schließlich selbst einmal mittendrin war. Doch, ehrlich gesagt, der Beruf des Lehrers hat sich über die Jahre so sehr verändert, dass ich mir nie ein Qualitätsurteil über Lehrer erlauben würde. Zu viele Anforderungen sind heute an sie gestellt, die es zu meiner Schulzeit so nicht gab.

Aber eigentlich wollte ich Euch nicht nur über das Lernen im Kindesalter erzählen. Der Mensch hört ja nie auf zu lernen. Ob es ein neuer Fernseher ist, ein neuer Rasenmäher, den man bedienen können möchte, der Weg zur neuen Freundin, den man beim nächsten Rendezvous wieder finden möchte, oder ob man sich Namen von neuen Bekannten merken will. Man lernt, ohne es sich bewusst zu machen, und zwar in jedem Alter. Insbesondere, wenn das Merkvermögen durch die vielen kleinen elektronischen Helferlein in unserem Alltag immer weniger gefordert ist, sollten wir es gezielt trainieren. Schauspieler, die im hohen Alter noch neue Rollen einstudieren können, sind nicht genialer als andere Menschen, sie sind bloß besser trainiert.

Gerade die mit großen Schritten herannahende kühlere und finsterere Jahreszeit bietet mangels Badetemperaturen im Freien ideale Motivation für Hobbys oder zur Weiterbildung. Lernt Sprachen, besucht eine Seniorenakademie, verblüfft Eure Freunde mit bestaunenswerten Ergebnissen Eurer Hobbys, oder lernt Gedichte für eine Geburtstagsfeier!
„Carpe diem!“ kann auch gelegentlich „Carpe noctem!“ heißen, Hauptsache, die Zeit wird genutzt.
Euer Gerald Pichowetz