Meine lieben Fluaridsduafa!

Meine lieben Fluaridsduafa!

Kommt Euch das Jahr 2017 auch so eigenartig vor? Abgesehen von den politischen Ereignissen von Wien bis Washington, die uns eine Krise nach der anderen vor Augen führen, will heuer auch das Wetter nicht so richtig anspringen.

Dem langen Winter folgte ein recht durchwachsener Frühling, und nun fragen wir uns alle, wie denn wohl der Sommer zu werden gedenkt. Ich habe diesbezüglich eine besonders gesteigerte Aufmerksamkeit und Wissbegierde, denn wie Ihr wisst, darf ich ab 2018 die Seefestspiele Mörbisch als Intendant leiten. Und das Wetter spielt bei Freiluftaufführungen doch eine gewisse Rolle. Ihr werdet mich deshalb hoffentlich nicht als egoistisch bezeichnen. Nachdem der Sommer aber die Haupt-Urlaubszeit ist, betrifft ein verregneter Sommer schließlich auch Euch, und wir sitzen daher alle im selben Schlauchboot.

Eine weitgehend unbekannte Tatsache ist, dass das Jahr 1816 als „Das Jahr ohne Sommer“ in die Geschichte“ einging. Und zwar nicht lokal begrenzt, sondern zumindest auf der gesamten nördlichen Halbkugel. Ich kann mich noch ganz genau erinnern, … dass ich einmal darüber gelesen habe. Als Mit-Ursache wird heute der Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora im April 1815 angesehen. Die dadurch in die Atmosphäre gelangten Partikel verursachten Ernteausfälle, Hungersnöte und auch Überschwemmungen als Folge von Unwettern.

Man glaubt gar nicht, welche Nebenerscheinungen noch damit verbunden waren. So erfand etwa Karl von Drais das erste Fahrrad, nachdem durch Futtermittelknappheit ein Pferdesterben Kutscher arbeitslos gemacht hatte, in Württemberg wurden ein landwirtschaftlicher Verein sowie ein Wohltätigkeitsverein und auch die Württembergische Sparkasse gegründet, und in Bayern feierten Bittgottesdienste für gute Ernten fröhliche Urständ. So trägt im Leben alles Negative auch Positives in sich. Wir vertrauen aber trotzdem auf einen einsichtigen Petrus und einen wunderschönen Sommer! Euer Gerald Pichowetz