Naturparadies Wasserpark: Aufregung um die Bauarbeiten

Naturparadies Wasserpark: Aufregung um die Bauarbeiten

Der Floridsdorfer Wasserpark ist ein echtes Paradies der Tiere. Gerade jetzt im April ist vor allem die Reiherinsel Pilgerstätte
europäischer Vogelliebhaber. Aber nicht nur Reiher sind im Wasserpark Bewohner oder Gäste: Biber, Schildkröten, Bartmeisen,
Eisvögel, Mandarinenten & Co lieben diesen Teil der Alten Donau. Die Bauarbeiten der letzten Wochen, für einen Bodenfilter und eine Promenade, sorgen allerdings für Aufregung.
Harald Illsinger ist täglich im Wasserpark. Auf seiner Facebook-Seite „Urban Nature Vienna“ berichtet er umfassend, er kennt nahezu jedes Tier persönlich. „Die Graureiher sind die größte Kolonie in Wien, von ihr stammen alle anderen in Wien ab. Bei den Graureihern sind die ersten Jungen schon flugfähig, andere brüten noch. Viele der Vögel sind hier nur Gast. Die Insel im Wasserpark ist die einzige im Wiener Donauraum, die nur den Vögeln gehört!“

c: Harald Ilsinger
Reiher. c: Harald Ilsinger

Und das soll auch so bleiben. Aus diesem Grund sieht er genau hin. Und entdeckt dabei so manche Ungereimtheit. Seine Kritik: Statt der Promenade, die gerade gebaut wird, sollte man die Reiherinsel erweitern. Die Bauarbeiten stören die Tiere massiv, zum Promenadenbau wurde Bauaushub verwendet. Höhepunkt für Illsinger: „Auf der Promenade darf es weder Geländer noch Beleuchtung geben – ich warte nur bis die ersten in der Nacht ins Wasser fallen!“
Illsinger ist für die Behörden lästig. Jetzt wurde er, wie auch MA45-Leiter Gerald Löw, als Experte in die nächste Sitzung des Floridsdorfer Umweltausschusses eingeladen. Gleich vier Anträge gab es in der Bezirksvertretungssitzung am 13. April zum Wasserpark.

 

c: Harald Ilsinger
c: Harald Ilsinger

Gabriele Tupy von den Grünen bringt ihre Sicht auf den Punkt: „Das Projekt biologische Bodenfilter befürworten wir sehr. Kritisch sehen wir den für die Bauarbeiten gewählten Zeitpunkt im Frühjahr, während der Brutzeit der Vögel sowie der einzigartigen Reiherkolonie im Wasserpark. Denn eine Störung der Tiere ist nahezu unvermeidbar.“
Die FPÖ hat gleich einen ganzen Fragenkatalog vorbereitet. Die wichtigsten Fragen für Bezirksvorsteher-Stellvertreter Karl Mareda: „Warum wurde dem reinen Schottermaterial auch normaler Bauaushub mit Humus, Tonanteil, sowie zahlreiche Fremdkörper wie Eisenstangen, Blechteile, Ziegelbruch und andere Fremdstoffe beigemischt? Da Ausschwemmungen bis unter die Bäume reichen, besteht hier Gefahr für die Parkbesucher. Wie wird der unbefestigte Damm vor Auswaschungen in Zukunft geschützt?“ Bei WIFF will man wissen, warum das Projekt nicht vorab präsentiert wurde und wie hoch die Kosten sind.

c: Harald Ilsinger
c: Harald Ilsinger

Im Büro von Stadträtin Ulli Sima verweist man darauf, dass die Bauarbeiten unter strengen Auflagen erfolgen: „Das Material, das für die Dammschüttung verwendet wurde, besteht ausschließlich aus Sand und Kies und wurde von der Bauaufsicht der MA 45 vor Ort vor Einbau kontrolliert. Das Schüttmaterial wurde außerdem von staatlich akkreditierten Prüfstellen analysiert – es gibt keine Fremdkörper oder Fremdstoffe. Auch von der MA 29, Fachbereich Grundbau, wurde das Material aus geotechnischer Sicht als geeignet für die Dammschüttung befunden.“ Gerald Loew, Chef der MA 45: „Sie können uns vertrauen, als MA 45 – Wiener Gewässer, achten wir genau, welches Material verwendet wird, ist uns doch das sensible Ökosystem an der Alten Donau ein zentrales Anliegen.“

c: Harald Ilsinger
c: Harald Ilsinger

Illsinger ist skeptisch: „Bereits jetzt gibt es bei starkem Wind und Wellengang stellenweise kräftige Ausschwemmungen. Auch Müll und Vandalismus sind bereits ein großes Problem.“
– Hannes Neumayer

c: Harald Ilsinger
c: Harald Ilsinger