Neu Leopoldau: Pionierprojekt ‘unbedenklich und sicher’

Neu Leopoldau: Pionierprojekt ‘unbedenklich und sicher’

Im Sommer ist am Gelände des ehemaligen Gaswerks Leopoldau Baustart, Ende 2019 sollen die ersten Bewohner die insgesamt 1400 Wohnungen beziehen. Das Umweltbundesamt bestätigte nun, „dass das Gelände mit Sicherheit ohne jedes Risiko” bewohnt werden kann.

2017 wurden an zehn Bauplätzen Bodenproben genommen, um eine Expositionsabschätzung vorzunehmen, berichtet Karl Kienzl, stellvertretender Geschäftsführer des Umweltbundesamtes. Hintergrund: Das Gelände gilt als Industriebrache und wurde im zweiten Weltkrieg stark bombardiert. Kienzls Bilanz: „Unterschiedliche Stoffe wurden gefunden. Die Meßwerte sind unbedenklich.”

Umfangreiche Maßnahmen

Der komplette Boden wird bis 30 Zentimeter Tiefe ausgetauscht werden. In Gartenbereichen sogar 50 Zentimeter. Darunter kommt noch ein wasserdurchlässiges Schutzvlies. Private Brunnen werden nicht erlaubt sein, Neu Leopoldau wird ausschließlich mit Wiener Hochquellwasser versorgt. Auf die Frage, ob er das dort wachsende Gemüse auch seinen Kindern zu essen geben würde, antwortete Kienzl: „Meine Kinder sind schon erwachsen, aber ich würde es auch meinen Enkerln zum Essen geben.”

Für Peter Weinelt, Generaldirektor-Stellvertreter der Wiener Stadtwerke, ist Neu Leopoldau ohnehin ein Pionierprojekt: „Statt wertvolle Agrarfläche umzuwidmen, wird aus einer Industriebrache ein Lebensraum zum Wohnen und Wohlfühlen.”

Auf 12,5 Hektar des insgesamt 42 Hektar umfassenden ehemaligen Gaswerks entsteht der neue Stadtteil mit 1000, unter dem Motto ‘Junges Wohnen’, geförderten Wohneinheiten, Nahversorgern, ein 8.000m2 großer Park und 70.000m2 Gewerbeflächen. Viele der historischen Gebäude sollen eine Nachnutzung bekommen: So wird etwa das ‘Wohlfahrtsgebäude’ zukünftig Gastronomie beherbergen und der Werkstättenhof vom ‘Kaiser Franz Josef I Jubiläumsfonds’ genutzt werden (Infos: www.neuleopoldau.at).

Neu Leopoldau wird vom Umweltbundesamt weiter lückenlos begleitet werden. Auf den Bauplätzen gibt es eine chemische Bauaufsicht. Weinelt: „Nach Ende des Projektes wird die gesamte Oberfläche neu hergestellt und ausgetauscht sein.” Rund 70.000 Tonnen Erdreich wurden ausgetauscht.

Vorbildcharakter Kienzl hob die Vorbildwirkung von Neu Leopoldau im Rahmen eines Hintergrundgesprächs hervor: „Jeden Tag wird in Österreich Grün- und Ackerland in der Größe von 21 Fußballfeldern verbaut. Andererseits liegen Industrieflächen, wie Neu Leopoldau, in der Größe der Fläche Wiens brach. Wir brauchen ein bundesweites strategisches Flächenmanagement.” Für Weinelt setzt das Projekt auch in Sachen Umwelt- und Sicherheitsstandards „einen künftigen Standard für vergleichbare Projekte in ganz Österreich. Wir haben alles getan, damit es unbedenklich und sicher ist.”

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