Nordrandsiedlung: Bausperre bereits in Kraft

Nordrandsiedlung: Bausperre bereits in Kraft

In der Nordrandsiedlung durften die Anrainer über die künftige Flächenwidmung und somit Verbauungsmöglichkeiten abstimmen: 1.155 SiedlerInnen wurden befragt, 647 gültigen Stimmen sind eingelangt. das Ergebnis: eine deutliche Mehrheit von 474 (das sind über 75 %) sprach sich für für die Variante 2b „Unterschiedliche Bauweisen, Beschränkung der Geschoßzahl aus.“ Seit zwei Wochen ist der Baustopp bereits kundgetan und somit in Kraft.

„Damit haben wir den ersten Schritt geschafft und zumindest einmal Zeit gewonnen eine zufriedenstellende Lösung zu erreichen. Die bisher in der Umfrage angebotenen Maßnahmen werden zwar einige Probleme ein Wenig reduzieren, die Verbauung der Gärten aber immer noch nicht verhindern“, so Siedlervertreter Gottfried Krause.

Chronologie:

Auffälliges Merkmal der Nordrandsiedlung im – wie der Name schon sagt – Norden Floridsdorfs zwischen Schnellbahn und Stadtgrenze sind die für ein Siedlungsgebiet in einer Stadt verhältnismäßig großen Grundstücke. Tatsächlich wurde die Nordrandsiedlung mit ihren anfangs sehr einfachen Behausungen vor rund 80 Jahren gegründet. 324 Familien wurden hier angesiedelt, durchwegs Arbeitslose und Ausgesteuerte, die sich auf den jeweils 1.200 Quadratmeter großen Parzellen mit Gemüseanbau und Tierhaltung selbst versorgen können sollten.

Heute hat die Stadtentwicklung diese Szenerie eingeholt: Das Gebiet ist durch S-Bahn und U-Bahn bestens erschlossen, Tierhaltung gibt es nicht mehr, statt dessen locken die großen Grundstücke Bauträger an, die einerseits die gestiegenen Grundstückspreise zahlen können und andererseits die gegenwärtige Bebaubarkeit der Liegenschaften voll ausreizen.

Zahlreiche BewohnerInnen der Nordrandsiedlung sind daher mit der Bitte an die Bezirksvorstehung herangetreten, das Problem der zunehmenden überdimensionierten Verbauung zu regeln, die nicht im Sinne dieses Siedlungsgebiets ist.

Siedlungsgebiet muss Siedlungsgebiet bleiben

Im Zuge einer ohnedies anstehenden Überarbeitung Flächenwidmungs-und bebauungsplanes hat Bezirksvorsteher Georg Papai die PlanungsexpertInnen der zuständigen Magistratsabteilung 21 gebeten, Vorschläge für eine alternative Flächenwidmung im Sinne der BewohnerInnen auszuarbeiten. Papais Credo „Siedlungsgebiet soll Siedlungsgebiet bleiben!“

Im September legte man den unmittelbaren AnrainerInnen drei mögliche Varianten einer zukünftigen Flächenwidmung vor:

Variante 1 – Beschränkung der Geschoßanzahl

Variante 2a – unterschiedliche Gebäudehöhen und Bauweisen

Variante 2b – unterschiedliche Bauweisen und Beschränkung der Geschoßanzahl

Direkte Demokratie liefert verbindliche Vorlage

1.155 SiedlerInnen wurden persönlich angeschrieben und zur anonymen Stimmabgabe eingeladen. Wie groß das Interesse der Befragten an diesem Thema ist, zeigt die beachtliche Rücklaufquote von 56 %.

Von den 647 gültigen Stimmen sprach sich eine deutliche Mehrheit von 474 (das sind über 75 %) für die Variante 2b Unterschiedliche Bauweisen, Beschränkung der Geschoßzahl aus.

„Eine Umfrage in dieser Art ist einmalig und sicher nur auf die besonderen Voraussetzungen und Umstände in diesem Gebiet anwendbar“, stellt Bezirksvorsteher Georg Papai auf die spezielle Struktur der Grundstücke anspielend klar.

Bereits im Vorfeld waren alle Fraktionen im Bezirk einig, dass das Ergebnis dieser Umfrage als verbindliche Empfehlung des Bauausschusses für die Stellungnahme der Bezirksvertretung zum Flächenwidmungsplan zu werten ist.

Bezirksvorsteher Georg Papai freut sich über die große Beteiligung an der von ihm initiierten Umfrage, stellt aber ausdrücklich fest: „Ob das Abstimmungsergebnis der SiedlerInnen dann tatsächlich im zukünftigen Flächenwidmungsplan seinen Niederschlag findet, liegt schlussendlich in der Entscheidungskompetenz der Magistratsabteilung 21 und des Gemeinderats.“