November-Traum

November-Traum

Meine lieben „Fluaridsduafa“! Heute möchte ich Euch von einem Traum berichten, der mich eines frühen Novembertags nach einem Spaziergang durch einige Einkaufsstraßen umfing, als ich danach erschöpft in den letzten Sonnenstrahlen dieses warmen Herbsttages auf der Terrasse meines Anwesens sanft einschlummerte.

Ich sah mich dabei zunächst als hoffnungsvollen jungen Sprössling auf einer sommerlich grünen Wiese zwischen zahlreichen bunt blühenden Blumen liegen. Es war angenehm warm, und ich kaute an einem saftigen Grashalm herum, während es sich rundum einige zirpende Grillen gut gehen ließen. Doch langsam wurde es etwas dunkler, Wolken verhüllten die Sonne, und es begann zu schneien. Immer mehr und immer dichter fielen die Flocken, die Schneedecke wuchs und wuchs, bis auch ich völlig vom Schnee verschluckt war. Und obwohl es noch immer sommerlich warm war, der Schnee schmolz nicht.

Die wohl gut 30 Grad beeindruckten ihn nicht. Ich vernahm Glockengeläute, sah mich um, und auf mich zu kam ein griesgrämig dreinschauender Nikolaus – nein, es war eigentlich ein Weihnachtsmann, mit dem Gesicht von Miss Marple. Ich fragte ihn, was er denn im Sommer hier mache. Er knurrte etwas von „Auftrag“, von „Adventzeit“ und davon, dass er seine Ruhe haben wolle, er sei doch erst im Dezember zum Dienst verpflichtet.

Als mir dann der Osterhase, den ich erst jetzt bemerkte, mit seinen Pfoten im Gesicht herumspielte, erschrak ich so, dass ich aufwachte. Es war aber bloß die Nachbarskatze, die hinter mir auf meiner Gartencouch saß! Ihr buschiger Schwanz hatte auf meinem Gesicht Staubwedel gespielt. Ich war heilfroh, dass dies ein Traum gewesen war!

Nun, so kann es einem gehen, wenn kurz nach Allerseelen die Schaufenster und die Supermarktregale bereits Dezember haben, während die Passanten im Ruderleiberl davorstehen und an ihrem Eisstanitzel herumknabbern, von dem Stracciatella heruntertropft. Die Schaufenster spiegeln nicht mehr ganz so korrekt die Jahreszeit wider, so wie es auch die Lufttemperaturen nicht mehr tun. Ich wünsche Euch allen einen ruhigen Start in die Adventzeit! Euer Gerald Pichowetz