Öffi-Paket 2020: Keine Investitionen in Floridsdorf

Öffi-Paket 2020: Keine Investitionen in Floridsdorf

Das Öffi-Paket 2020 für Wien wurde gestern vorgestellt: Investitionen von rund 70 Millionen Euro für den Ausbau und die Beschleunigung des Straßenbahn- und Busnetzes wurden von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou und Öffi-Stadträtin Ulli Sima präsentiert. Floridsdorf kommt darin nicht einmal am Rande vor.

Floridsdorf gehört mit den weiteren Flächenbezirken Donaustadt, Simmering, Favoriten und Liesing zu den boomenden Gebieten Wiens. Sowohl in Sachen Bautätigkeit wie auch Bevölkerungswachstum. Im 21. Bezirk sind die Öffis, speziell zu Spitzenzeiten, schon jetzt heillos überlastet. Gutes Beispiel: Die Brünnerstraße. Um so überraschender: Weder Floridsdorf, noch die Donaustadt, werden im „Investitionspaket für Straßenbahn und Bus bis 2020“ auch nur erwähnt (Details zum Paket siehe unten).

Öffi-Paket: Was ist mit Bim-Paket für Floridsdorf?

Aufmerksame Leser der Floridsdorfer Zeitung wird das verwundern. Ja, da war doch was! Im Wien-Wahlkampf 2015 präsentierte die SPÖ-Floridsdorf ihr Bim-Konzept mit Intervallverdichtungen und Linienänderungen mit den Worten: „Denn wir versprechen nur das, was wir halten können. Und das, was wir versprechen, hat nicht nur Hand und Fuß, sondern kann auch unmittelbar nach der Wahl umgesetzt werden.“. So Renate Brauner in einer Aussendung vom 17. September 2015. Passiert bis heute: Nichts!

Die Floridsdorfer Zeitung hat deshalb im Büro von Sima nachgefragt: Was wurde aus dem Floridsdorfer Bim-Konzept? Antwort: „Durch die inzwischen vorgenommenen  Veränderungen im S-Bahn-Netz hat es bereits  Verbesserungen im Öffi-Netz in Floridsdorf gegeben, daher werden in Kürze  die Verkehrsströme erneut  analysiert und in enger Abstimmung mit dem Bezirk weitere Schritte gesetzt, sobald konkret, werden wir informieren.“ Inoffiziell sollen zumindest die Intervallverdichtungen im Sommer 2018 kommen.

Öffi-Paket: Stellungnahmen

Während Maria Vassilakou und Ulli Sima meinen, „der öffentliche Verkehr ist das Rückgrat städtischer Mobilität. Von einem starken Öffi-Netz profitieren alle Wienerinnen und Wiener gleichermaßen“, ist die Opposition vom Öffi-Paket 2020 wenig angetan. „Gegenüber dem damals noch mit Öffi-Stadträtin Brauner vor der Wahl 2015 präsentierten Paket sind die heute vorgestellten Maßnahmen eine so deutliche Verschlechterung, dass eigentlich nur von einer Verhöhnung der Bürgerinnen und Bürger gesprochen werden kann“, kommentiert NEOS Wien Verkehrssprecherin Bettina Emmerling.

„Einige Projekte kommen jedoch  – wenn überhaupt – zwei Jahre später, die Verlängerung der Straßenbahnlinie 25 in Donaustadt ist überhaupt von der Speisekarte verschwunden“, meint FPÖ-Verkehrssprecher Stadtrat Toni Mahdalik. ÖVP Wien Klubobmann Manfred Juraczka: „„Es gibt bekanntlich zwei Wege um den Modal Split wie gewünscht Richtung Öffis zu verschieben. Einerseits den Weg der Vernunft, nämlich die wirkliche Attraktivierung der öffentlichen Verkehrsmittel. Dazu scheint die rot-grüne Stadtregierung, wie heute bewiesen, nicht in der Lage. Bleibt nur der zweite, ideologische und dumpfe Weg, nämlich die Schikanen für den Individualverkehr. Darin ist Rot-Grün leider Weltspitze!“

Strin. Ulli Sima und Vbgmin. Maria Vassilakou präsentieren am Karlsplatz das neue Öffi-Paket 2020. Bild: PID/Christian Fürthner
Strin. Ulli Sima und Vbgmin. Maria Vassilakou präsentieren am Karlsplatz das neue Öffi-Paket 2020. Bild: PID/Christian Fürthner

Öffi-Paket: Die Details des Paketes:

Verlängerung Linie O ins Nordbahnhofgelände

Zur Erschließung des Stadtentwicklungsgebiets Nordbahnhof wird die Linie O ab Praterstern um 1,4 Kilometer und 4 Haltestellen verlängert. Mit dem Bau wird 2019 begonnen, damit die Linie O mit der Eröffnung des 2. Schulcampus (Herbst 2020) ihre verlängerte Strecke übernehmen kann.

Verlängerung Linie D bis zur Absberggasse

Um das Stadtentwicklungsgebiet rund um den neuen Hauptbahnhof noch besser zu erschließen, wird die Linie D bis zur Absberggasse um 1,1 Kilometer und 2 Haltestellen verlängert. Die Neubaustrecke wird entlang des Helmut-Zilk-Parks verlaufen und die BewohnerInnen des Sonnwendviertels an die U1 anbinden.

Neue Schleife für die Linie 6

Die künftige Endstelle der Linie D wird so gestaltet, dass sie auch von der Linie 6 als Schleife genutzt werden kann, was einen verlässlicheren Betrieb ermöglichen wird.

Verlängerung der Linie 67

Um die Linie 6 in zentralen Abschnitten zu entlasten soll die Linie 67 ab 2019/20 über einen neuen Streckenabschnitt in der Neilreichgasse zum Reumannplatz fahren und ab dort in die ehemaligen Siemensgründe verlängert werden. Mit dem Bau der dafür erforderlichen neuen Strecken (insgesamt rund 1,4 Kilometer) wird 2018 begonnen.

Auskreuzung Linien 2 und 44 – bereits in Umsetzung

Die bisher parallel zu den Linien 46 und 43 fahrenden Linien 2 und 44 tauschen mit 2. September am Johan-Nepomuk-Berger-Platz ihre westlichen Streckenäste und Endhaltestellen. Ottakring und Hernals bekommen dadurch je eine neue Direktverbindung ins Zentrum.

Wienerbergtangente: Ab 2018 Beschleunigung des 15A

Zusätzliche Busspuren und verbesserte Haltestellensituationen machen den 15A zuverlässiger und schneller.