Pius-Parsch-Platz, Woolworth und ‘ES’: Das neue Floridsdorfer Bezirkszentrum

Pius-Parsch-Platz, Woolworth und ‘ES’: Das neue Floridsdorfer Bezirkszentrum

Es tut sich etwas in Floridsdorfs Bezirkszentrum. Lange Jahre mussten sich die Es tut sich etwas in Floridsdorfs Bezirkszentrum. Lange Jahre mussten sich die Floridsdorfer über die Bauruinen Woolworth und Einkaufspitz ärgern. Jetzt ist die Schloßhofer Straße 3a im Dezember bezugsfertig und in der Angerer Straße ist 2018 mit einem Baubeginn zu rechnen. Highlight: Ende 2018 wird der Pius-Parsch-Platz autofrei als neuer Aufenthaltsraum fertig gestellt. Hier unser großer Überblick. 

Jüngere Semester mögen sich zu Recht gefragt haben, ob es tatsächlich eine Zeit – die 70er  und 80er Jahre – gab, in denen Gebäude wie das ‘parkhaus-artige’ Quelle-Kaufhaus (später Woolworth) und der gelb-orange-blaue Einkaufspitz als hip galten.

In der Schloßhofer Straße 3 ist das neue Gebäude  fast fertig. Bild: DFZ.
In der Schloßhofer Straße 3 ist das neue Gebäude
fast fertig. Bild: DFZ.

Gelb-orange geben sich am neuen Haus in der Schloßhofer Straße 3a (Bild unten) nur die Balkone. Das Gebäude ist in der Fertigstellung und „noch vor Weihnachten sollen die Wohnungen übergeben werden”, berichtet Elisabeth Raab von der Errichterfirma Raab & Raab. Im zweiten bis sechsten Stockwerk befinden sich Vorsorgewohnungen (60 Mietwohnungen, hauptsächlich 2 Zimmer, mit Balkon, Tiefgarage im Haus, Parkettboden, Fußbodenheizung, Maßküchen in weiß, etc.): Alle sind bereits verkauft. Jetzt startet die Vermietung. Noch zu haben sind die fünf Wohnungen in den Dachgeschossen. Infos auf www.schlosshoferstrasse3.at

Welche Geschäfte ziehen ein?

Was die Floridsdorfer noch wesentlich mehr interessiert: Welche Geschäfte und Dienstleistungsunternehmen ziehen in das neue Gebäude? Wir können (fast) alles verraten. Das Floridsdorfer Allergiezentrum bezieht hier sein neues Domizil, ebenso die Hautärztin Dr. Sabine Stolkovich. Ergänzt wird dieser kleine medizinische ‘Cluster’ durch ein Labor für z.B. Blutuntersuchungen.In die Erdgeschossflächen wird der türkische Lebensmittelhändler Aycan vom anderen Eck des Pius-Parsch-Platzes umsiedeln. Offiziell noch ein Geheimnis ist ein Fast-Food-Kette, die das zweite Geschäft wahrscheinlich übernehmen wird. Noch sind die Verträge nicht unter Dach und Fach.

Einkaufspitz: Details werden geklärt

Alles über die Pläne für den neuen Einkaufspitz erfahren Sie auf Seite S3 unseres Bau-Extraheftes. Details müssen noch geklärt werden, wie etwa die Nutzung des kleineren, von der Promenade zugänglichen Teiles des Gebäudes. Auch die Beschaffenheit der unterirdischen Teile des jetzigen Gebäudes muss noch im Detail eruiert werden: Es soll sich um eine alte Bunkeranlage handeln. Dennoch soll 2018 Baubeginn sein. Es sollen rund 180 Wohnungen und 90 Stellplätze entstehen, wobei im Erdgeschoss zusätzlich Gewerbeflächen geplant sind. Kosten: 42 Millionen Euro.

Garage(n) unter Pius-Parsch-Platz

Im Wiener Gemeinderat wurde am 28 Juni 2017 ein Servitutsvertrag über die dauerhafte Nutzung mit einem Tochterunternehmen von Raab & Raab beschlossen.  1.676 m² werden mit der 1-geschossigen Garage unterbaut, dafür erhält die Stadt Wien ein Servitutsentgelt von 442.500 Euro.   Die Garage wird barrierefrei erschlossen. Großer Wert bei der Konzeption wird auf hell ausgeleuchtete Flächen, die Möglichkeit Elektroautos zu laden und Nutzerfreundlichkeit gelegt.

Entwurf für Pius-Parsch-Platz. BildBV21/MA28.
Entwurf für Pius-Parsch-Platz. BildBV21/MA28.

Komplett neu gestaltet wird der Pius-Parsch-Platz, also der Vorplatz der Kirche im Bezirkszentrum. Ende Jänner soll die Tiefgarage, die ebenfalls von Raab & Raab errichtet wird, fertig gestellt sein: Eigentlich sind es zwei Garagen, die über eine Einfahrt erreichbar sind. 22 Stellplätze gibt es für die Bewohner der Schloßhofer Straße 3 direkt unter dem Gebäude. Der Hauptteil der Garage ist öffentlich und wird über 61 Stellplätze verfügen. Einige davon sollen als Dauerparkplätze vermietet werden. Der Rest wird den früheren Parkplatz an der Oberfläche ersetzen.

Pius-Parsch-Platz autofrei

Unmittelbar nach Eröffnung der Parkgarage wird die Stadt Wien den Platz an der Oberfläche komplett neu und autofrei gestalten. Die vom Bezirk neu gestaltete Oberfläche sieht viel Grün und Verweilzonen beim Brunnen vor. Damit wird die Aufenthaltsqualität deutlich gesteigert. Die Details wurden auf einer Infoveranstaltung Anfang Oktober im Haus der Begegnung präsentiert. Highlights sind für Bezirksvorsteher Georg Papai „das Wasserspiel mit Trinkwasserqualität und die umfangreiche Begrünung am ganzen Platz”. So soll es einerseits jahreszeitliche Pflanzbeete wie beim Amtshaus geben aber auch fixe Bepflanzung mit Stauden und Gräsern. So sollen Erhaltungskosten gespart werden.

Alles neu am Pius-Parsch-Platz

Die Oberfläche inklusive der Promenade Richtung Angerer Straße wird komplett neu ausgeführt. Fünf neue Bäume mit begehbaren Baumscheiben wird es auf der Tiefgarage geben. Bei den Sitzbänken soll darauf geachtet werden, dass Gruppenbildungen und Liegen verhindert wird. Schanigärten soll es weiter geben, eventuell sogar mehr Raum für das Eisgeschäft. Der Würstelstand wird nicht wieder errichtet. Am Platz selbst soll Radfahren nicht erlaubt sein, die Promenade wird weiterhin gleichzeitig Fußgängerzone und Radweg sein. Details lassen sich gut am Entwurf auf der rechten Seite erkennen.

Die Fertigstellung ist für Ende 2018 geplant. Kosten: 2,2 Millionen Euro. Papai: „Es wird keine Parkanlage, sondern ein urbaner Platz mit viel Grün!”Die Schloßhofer Straße selbst, die in diesem Bereich als Zubringer zum Bahnhof Floridsdorf dient, ist von den Umbauarbeiten nicht betroffen. Es wird zu keinen Änderungen in den Zufahrtsmöglichkeiten (auch nicht für PKW’s) kommen und es ist auch keine verkehrsberuhigte Zone geplant.

Framklinpromenade. Bild: DFZ.
Framklinpromenade. Bild: DFZ.

In der Franklinstraße wird eine belebte Zone, inmitten von Bildungseinrichtungen, medizinischen Standorten, Hallenbad und öffentlichem Verkehr, durch die Arbeit von Jugendlichen und zusätzlichen Elementen wie Begrünung und Sitzgelegenheiten, stärker miteinander verbunden. Attraktive Aufenthaltsmöglichkeiten und zusammenhängende Wegestrukturen schaffen ein Umfeld für mehr soziales Miteinander im öffentlichen Raum.

Franklinpromenade: UmgestaltungArbeitssuchende Jugendliche aus Floridsdorf im Alter zwischen 18 und 25 Jahren, denen der Übergang von der Schule in einen Arbeitsplatz oder in eine Lehrausbildung noch nicht gelungen ist, gestalten bis Ende November 2017 eine neue Aufenthaltsqualität für Jung und Alt (Bild links).

Zukunftsmusik: Kulturmeile Prager StraßeDie Prager Straße mit ihren vielfältigen Gastronomienangeboten und dem Gloria Theater könnte nach SPÖ-Plänen zu einer Kultur- und Genussmeile werden. Dabei würde es auch zu einer Verkehrsberuhigung Am Spitz, im Bereich der ‘Reiter Betten’-Filiale  bis zur Ecke Prager Straße und Hermann-Bahr-Straße, kommen. Allerdings handelt es sich hierbei noch mehr um eine Vision als um konkrete Pläne. Aktuell ist auch keine weitere Verkehrsberuhigung im Bezirkszentrum geplant.

Verbindung Bahnhof – Markt

In der Schleifgasse, die den Pius-Parsch-Platz mit dem Floridsdorfer Markt verbindet, wäre es denkbar, den Bereich der Fußgängerzone in Form einer Begegnungszone bis zum Markt fortzusetzen. Auf diese Weise könnte der Markt leichter erreicht und dadurch zusätzlich belebt werden. Alle Pläne zum Schlingermarkt werden in einigen Monaten präsentiert. Mit einer Umsetzung ist nicht vor 2019 zu rechnen.         -Hannes Neumayer