Posse um Franz Jonas Geburtshaus

Posse um Franz Jonas Geburtshaus

Es klingt fast grotesk: Ausgerechnet FPÖ und WIFF sorgen sich um eine Gedenktafel für SPÖ-Urgestein Franz Jonas. Eine Geschichte mit Vorgeschichte.

An der Prager Straße 74 stand bis zur Errichtung eines Wohnbaus vor vier Jahren das Geburtshaus des Floridsdorfer Bezirksvorstehers, Wiener Bürgermeisters und späteren Bundespräsidenten Franz Jonas (gestorben 1974). 2001 ließ der damalige Floridsdorfer FP-Spitzenkandidat und nunmehrige WIFF-Bezirkspolitiker Hans Jörg Schimanek zur Erinnerung eine Gedenktafel anbringen. „Das hat damals Teile der Wiener SPÖ derart erbost, obwohl ehemalige SP-Granden wie Kurt Landsmann dabei waren “, erinnert sich Schimanek. Beim Abriss des ebenerdigen Franz- Jonas-Geburtshauses wurde die Gedenktafel gerettet und wird im Floridsdorfer Bezirksmuseum aufbewahrt. Stand heute: Es gibt keine Erinnerung am neuen Haus an Franz Jonas, schräg gegenüber wurde aber ein Gemeindebau nach ihm benannt.

Karl Mareda, Vize-Bezirksvorsteher der FPÖ. Bild: DFZ.
Karl Mareda, Vize-Bezirksvorsteher der FPÖ. Bild: DFZ.

Ausgerechnet der FPÖ passt das gar nicht: „Es ist traurig, dass die SPÖ für große Persönlichkeiten wie Franz Jonas nichts mehr übrig hat. So geht dieser SPÖ-Eiertanz wegen einer simplen Gedenktafel seit sechs Jahren”, ärgert sich FPÖ-Vize-Bezirksvorsteher Karl Mareda (Bild links).

SPÖ-Bezirksvorsteher Georg Papai ortet die Probleme für eine Gedenktafel „bei dem Bauträger des neuen Hauses, den wir schon mehrmals kontaktiert haben – ohne Ergebnis”. Somit bleibt die Jonas-Gedenktafel weiter im Lager des Bezirksmuseums – im Bild: Direktor Ferdinand Lesmeister mit ‘Tafel-Besitzer’ Hans Jörg Schimanek.

Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ). Bild, Wilke.
Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ). Bild, Wilke.