Regional, ökologisch, klimafreundlich – Wien GärtnerInnen als wichtige Nahversorger auch in Corona-Zeiten

Knackige Gurken und Radieschen, frische Melanzani, Salat, Tomaten, vitaminreiche Kräuter und vieles mehr: Das Wiener Gemüse startet in die Saison 2020 und diese ist Corona-bedingt eine spezielle.

„Normalerweise besuche ich zum Saisonauftakt gerne Wiens Gemüsebauern, um mich zu bedanken, heuer geht das leider nicht. Umso mehr bedanke ich mich von zu Hause aus für Ihre tolle Arbeit! Sie sind wesentliche Nahversorger für unsere Stadt, die Menschen schätzen das Wiener Gemüse mehr denn je!“ so Märkte-Stadträtin Ulli Sima. Franz Windisch, Präsident der Wiener Landwirtschaftskammer ergänzt: „Gerade in der jetzigen Zeit der Corona-Krise wird die wichtige Rolle des Wiener Gartenbaues als sicherer Nahversorger eindrucksvoll erkennbar. Seit Generationen steht das Wiener Gemüse unserer Gärtnerfamilien über eine kleinräumige kurze Lieferkette den Wienerinnen und Wienern zur Verfügung. Das soll auch in Zukunft so bleiben, denn frischer und sicherer geht es eben nicht“.

Erhältlich ist das Gemüse aus Wien derzeit in den Supermärkten und natürlich auch auf den Märkten in der Stadt. Eine übersichtliche Auflistung über das regionale Angebot aller Wiener Betriebe gibt es auf der „Stadtlandwirtschaft Wien“ Website www.stadtlandwirtschaft.wien und auf der dazu gehörenden App der Wiener Stadtlandwirtschaft.

Landwirtschaft in der Millionenstadt: Wien ist Gurkenhauptstadt

Wien nimmt in Sachen Landwirtschaft eine Sonderstellung ein, denn die lebenswerteste Stadt der Welt setzt seit jeher auf regionale Gemüseproduktion und das bewährt sich gerade jetzt ganz besonders. In Wien gibt es über 200 Gemüsebaubetriebe, vorwiegend in den Bezirken Simmering, Donaustadt und Floridsdorf. Dabei handelt es sich meist um kleine Familienbetriebe, die rund 40 verschiedene Sorten Gemüse anbauen. Insgesamt wurden so im letzten Jahr 71.202 Tonnen Gemüse in der Stadt produziert.

Der Großteil der Wiener Landwirtschaftsflächen, mehr als 5.000 Hektar, ist Ackerland. 870 Hektar werden für Gartenbau – vor allem für die Gemüseproduktion – genutzt. Auf rund 700 Hektar wird der weltberühmte Wiener Wein angebaut. Die Hauptkulturen sind Paradeiser, Gurken, Paprika und werden im Glashaus produziert und fast täglich in der Saison von den Gärtnerfamilien geerntet. Interessantes & amüsantes Detail: Mit insgesamt 29.270 Tonnen geernteten Gurken (2019) und einem Anteil von 65,3 Prozent an der österreichweiten Gesamtproduktion ist Wien „Gurken-Hauptstadt“ Österreichs! „Das Wiener Gemüse ist hochwertig, garantiert gentechnikfrei produziert und schont Dank der kurzen Transportwege Umwelt und Klima in unserer Stadt“, so Sima.

Märkte-Stadträtin Ulli Sima im Gewächshaus. Bild: PID/Jobst
Märkte-Stadträtin Ulli Sima im Gewächshaus. Bild: PID/Jobst

Biologischer Pioniergeist: 40 Jahre städtische Bio-Landwirtschaft

Dank der vielen Gemüse- und Ackerbaubetriebe, Gärtnereien und Weingütern verfügt Wien über eine florierende Stadtlandwirtschaft mit starken Bio-Fokus: Mit 27 Prozent Bio-Betrieben liegt Wien hinter Salzburg auf Platz zwei im Bundesländervergleich und mit 32 Prozent landwirtschaftlicher Bio-Fläche im österreichischen Spitzenfeld. Die Stadt Wien selbst ist absolute Öko-Pionierin: Bereits vor 40 Jahren hat sie damit begonnen den stadteigenen Landwirtschaftsbetrieb auf biologische Produktionsweise umzustellen. Heute bewirtschaftet die Stadt Wien rund 1.700 Hektar Bio-Fläche und führt somit einen der bedeutendsten Bio-Betriebe Österreichs. Die Stadt Wien leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Ressourcennutzung und zum Klimaschutz.

Wiener Bio-Erdäpfel für Wiener SeniorInnen

Der Schwerpunkt der landwirtschaftlichen Produktion liegt auf hochwertigem Bio-Getreide. Angebaut werden alle gängigen Getreidesorten von Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel über Hafer bis hin zu Mais. Darüber hinaus werden Bio-Gemüse sowie Hülsenfrüchte, Saatgut und Bio-Erdäpfel kultiviert. Ein Gutteil der Erdäpfel-Ernte – rund 350 Tonnen pro Jahr – wird jedoch direkt vom Kuratorium Wiener Pensionisten Wohnhäuser (KWP) bezogen. Somit befindet sich die gesamte Wertschöpfungskette in Wien und die logistische Distribution der regionalen Bio-Lebensmittel wird mit möglichst kurzen Transportwegen umgesetzt.

Stadträtin Ulli Sima und Franz Windisch, Präsident der Wiener Landwirtschaftskammer. Bild: Christian HOUDEK/PID.
Stadträtin Ulli Sima und Franz Windisch, Präsident der Wiener Landwirtschaftskammer. Bild: Christian HOUDEK/PID.