Schlingermarkt I: Dreifacher Ärger! Stand abgerissen, andere drohen mit Ende!

Schlingermarkt I: Dreifacher Ärger! Stand abgerissen, andere drohen mit Ende!

Mehrfach Aufregung gab es im Sommer am Schlingermarkt. Gründe: Abgerissene Stände, die neue Marktordnung und ein böser Zeitungsartikel. Mitte August sorgte ein Krone-Artikel mit dem Titel „Das ist wohl der hässlichste Markt Wiens – Ostblock-Flair, Ramsch…” für mächtig Ärger.

Speziell die Standler des Bauernmarktes sind empört – Tenor: „Wir kommen jede Woche mit frischem Obst, Gemüse, Käse, Brot, Marmeladen, Mehlspeisen oder Fisch aus dem Wald- oder Weinviertel. Richten alles hübsch her und dann richtet man uns aus, wir bieten Ramsch an. Das ist Rufschädigung!” Keine Woche später wurde ein ganzer Marktblock abgerissen. Grund: Der Betreiber hatte Zahlungsrückstände. Aus rechtlichen Gründen darf der Stand nicht einfach weitervergeben werden, sondern muss ‘besenrein’ gemacht werden. Kosten des Abrisses: 150.000 Euro. Die will sich die Stadt Wien zurückholen. Und einem nächsten Betreiber bzw. Stand könnte schon im Herbst ein ähnliches Schicksal drohen.

Nicht gerade glücklich sind mehrere Standler über die geplante neue Marktordnung (fixe Öffnungszeiten, etc), einige drohen mit Schließung ihres Standes. Andreas Traxler: „Ich sehe mir das noch bis Weihnachten an. Ich lasse mich nicht von Politikern bevormunden, wie lange ich offen haben soll!” Brigitte Lackstätter assistiert: „Wir haben es ja probiert, aber am Nachmittag kommen die wenigsten Leute. Gescheiter wäre, unseren Kunden 30 Minuten gratis Parken zu ermöglichen!” Peter Neumeister (Obst & Gemüse) empört, dass er Eigentümer des Standes ist und dennoch alle 10 Jahre um ‘Genehmigung’ ansuchen muss: „Das ist eine einzige Frechheit und defacto Enteignung. Irgendwelche Politiker entscheiden dann über deine Zukunft. In der Bezirksvertretung entwickeln sie Konzepte, aber mit uns redet keiner: Wo gibt es so etwas? Wir wissen nicht, ob wir so noch weitermachen wollen!” Seine Vermutung: „Vielleicht wollen sie ja, dass möglichst viele der jetzigen Standler den Hut draufhauen, damit sie den Markt umbauen können…” -HANNES NEUMAYER