Sorgenkind Alte Donau: Mega-Ärger mit Wasserpflanzen – Stadt Wien setzt auf Mähboot-Armada

Sorgenkind Alte Donau: Mega-Ärger mit Wasserpflanzen – Stadt Wien setzt auf Mähboot-Armada

Täglich neue Meldungen über Wasserpflanzen-Plage in der Alten Donau. An Schwimmen ist an manchen Stellen nicht zu denken, viele private und professionelle Bootsbesitzer kommen kaum von der Anlegestelle. Die Stadt Wien antwortet jetzt mit einer Mähbott-Armada: An sieben Tagen in der Woche werden die Makrophyten abgeerntet.

Seit Jahren sorgen die für die Wasserqualität sehr wichtigen Unterwasserpflanzen in der Alten Donau für Gesprächsstoff und viel Arbeit. Nach dem explosionsartigen Wachstum der für die so gute Wasserqualität der Alten Donau notwendigen Makrophyten hat die Stadt Wien die Mäh-Kapazitäten verdoppelt. Bereits seit Schmelzen der Eisdecke Ende März sind die Mähboote im Einsatz, aktuell sind 17 Boote zum Mähen und Einsammeln unterwegs, gearbeitet wird sieben Tage pro Woche.

Trotz ihres hohen ökologischen Wertes sind Unterwasserpflanzen bei Badegästen sowie Bootsbesitzerinnen und Bootsbesitzern unbeliebt. Besonders betrifft das hochwüchsige Formen wie das Ährige Tausendblatt, die derzeit dominierende Unterwasserpflanzenart in der Alten Donau. Diese Pflanzen wachsen extrem bis an die Gewässeroberfläche. Und sie verheddern sich leicht in den Schrauben der Bootsmotoren, behindern Segler und Ruderer und „kitzeln“ die Schwimmerinnen und Schwimmer an Bauch und Beinen.

Kritiker bemängeln, seit Jahren jedes Jahr das gleiche Theater, nur die Ausreden wechseln. Günther Artinger, Bootsbesitzer an derAlten Donau: „So wirklich im Griff wie es gesagt wird, hat die Stadt Wien das Mähmanagement nicht. Die ach so hochgelobten Amphibien-Mähboote sind für diese Aufgabe wahrscheinlich zu klein und uneffizient. Riesige Pflanzenteppiche breiten sich aus. Die Alte Donau, das Naherholungsgebiet mitten in der Stadt verkrautet.“ Seon Nachsatz: „Gegen manches Kraut ist eben kein Kraut gewachsen…“

7 ha pro Tag abgemäht – 90 Tonnen Pflanzenmaterial am Tag

Um die enorm schnell wachsenden Pflanzen noch effizienter zu mähen, ist seit Anfang dieser Woche täglich ab 6 Uhr Früh ein Großaufgebot von Mäh- und Sammelbooten in einem jeweils rund 7 ha großen Bereich unterwegs. Im mit Pflanzen-Sperren abgetrennten Bereich kann das Mähgut umgehend eingesammelt werden: Mit den Pflanzen-Sperren wird verhindert, dass sich das Mähgut durch die Strömung und den Wind überall im Wasser verteilt und erst mühsam eingesammelt werden muss. Die geschnittenen Pflanzen werden im abgrenzten Bereich sofort eingesammelt, ans Ufer transportiert und mit LKWs ins Kompostwerk Lobau gebracht. Pro Tag werden derzeit bis zu 90 Tonnen Pflanzengut aus dem Wasser geholt, eine Menge, die in den Vorjahren pro Woche gemäht wurde.

Wachstum von bis zu zwei Metern in vier Wochen

Die Stadt Wien befasst sich seit vielen Jahren intensiv mit der Thematik der Wasserpflanzen, bislang konnten keine Wissenschaftler schlüssig erklären, wie sich das Wachstum verhält. „Trotz des kalten Winters und einer intensiven Nach-Mahd im Oktober 2017 war die Alte Donau bereits im März mit dem Abschmelzen der Eisdecke flächendeckend sehr hoch bewachsen, die außergewöhnlich warmen Temperaturen im April und Mai haben das Wachstum enorm befeuert“, so MA 45-Chef Gerald Loew. Nach jahrelangem sehr geringen Wachstum erlebt die Alte Donau nun seit rund drei Jahren wieder ein explosionsartiges Wachstum. Die zweiwöchentlich durchgeführten Echolotmessungen der MA 45 zeigen, dass die Pflanzen heuer an manchen Stellen 2 Meter in nur 4 Wochen wachsen.

Gemäht wird heuer mit kleinen, wendigen Amphibienbooten in einer Tiefe von 2,5 m. Die große Mähtiefe ist entscheidend, da ein Mähen ‚weiter oben‘ das Wachstum nur noch weiter befeuert. „Wir schneiden die Pflanzen heuer nahezu am Ansatz weg, das bremst das künftige Wachstum ein wenig“, so MA 45-Chef Gerald Loew.

Bei den Stegbereichen, an denen die Mähboote nicht arbeiten können, sind Taucher im Einsatz, die die Pflanzen mit Siecheln schneiden. Sie waren mittlerweile bei allen Bootsverleihern im Einsatz.

Für ansässige Betriebe gibt es die Möglichkeit, sich kostenlos Mähbalken auszuborgen, um die Bereiche um die Stege selber zu mähen:
Tel.: 01/269 07 41

Teppiche von Unterwasserpflanzen und im Hintergrund ein Amphibien-Maehboot der Stadt Wien. FOTO: GUENTER R. ARTINGER.
Teppiche von Unterwasserpflanzen und im Hintergrund ein Amphibien-Maehboot der Stadt Wien.
FOTO: GUENTER R. ARTINGER.
Das Aehrige Tausendblatt am Steg der Segelschule Danube. FOTO: GUENTER R. ARTINGER
Das Aehrige Tausendblatt am Steg der Segelschule Danube.
FOTO: GUENTER R. ARTINGER
Ein Amphibien-Maehboot der Stadt Wien. FOTO: GUENTER R. ARTINGER
Ein Amphibien-Maehboot der Stadt Wien.
FOTO: GUENTER R. ARTINGER
Ein Pflanzenteppich vom Aehrigen Tausendblatt und im Hintergrund ein Amphibien-Maehboot der Stadt Wien. FOTO: GUENTER R. ARTINGER
Ein Pflanzenteppich vom Aehrigen Tausendblatt und im Hintergrund ein Amphibien-Maehboot der Stadt Wien.
FOTO: GUENTER R. ARTINGER
Das Aehrige Tausendblatt, die schnellwuechsige Wasserpflanze die an der Alten Donau zurf Plage wird. FOTO: GUENTER R. ARTINGER
Das Aehrige Tausendblatt, die schnellwuechsige Wasserpflanze die an der Alten Donau zurf Plage wird.
FOTO: GUENTER R. ARTINGER
Abgemaehte Wasserpflanzen am Steg der Segelschule Danube auf der Alten Donau. FOTO: GUENTER R. ARTINGER
Abgemaehte Wasserpflanzen am Steg der Segelschule Danube auf der Alten Donau.
FOTO: GUENTER R. ARTINGER
Das Aehrige Tausendblatt, die schnellwuechsige Wasserpflanze die an der Alten Donau zur Plage wird. FOTO: GUENTER R. ARTINGER
Das Aehrige Tausendblatt, die schnellwuechsige Wasserpflanze die an der Alten Donau zur Plage wird.
FOTO: GUENTER R. ARTINGER
Das Aehrige Tausendblatt, die schnellwuechsige Wasserpflanze die an der Alten Donau zur Plage wird FOTO: GUENTER R. ARTINGER
Das Aehrige Tausendblatt, die schnellwuechsige Wasserpflanze die an der Alten Donau zur Plage wird
FOTO: GUENTER R. ARTINGER
Das Aehrige Tausendblatt, die schnellwuechsige Wasserpflanze die an der Alten Donau zur Plage wird FOTO: GUENTER R. ARTINGER
Das Aehrige Tausendblatt, die schnellwuechsige Wasserpflanze die an der Alten Donau zur Plage wird
FOTO: GUENTER R. ARTINGER
Das Aehrige Tausendblatt, die schnellwuechsige Wasserpflanze die an der Alten Donau zur Plage wird FOTO: GUENTER R. ARTINGER
Das Aehrige Tausendblatt, die schnellwuechsige Wasserpflanze die an der Alten Donau zur Plage wird
FOTO: GUENTER R. ARTINGER
„Mähboot-Armada“ im Turbo-Einsatz gegen Wasserpflanzen in der Alten Donau. Bild: WGM/Jobst.
„Mähboot-Armada“ im Turbo-Einsatz gegen Wasserpflanzen in der Alten Donau. Bild: WGM/Jobst.
„Mähboot-Armada“ im Turbo-Einsatz gegen Wasserpflanzen in der Alten Donau. Bild: WGM/Jobst.
„Mähboot-Armada“ im Turbo-Einsatz gegen Wasserpflanzen in der Alten Donau. Bild: WGM/Jobst.
„Mähboot-Armada“ im Turbo-Einsatz gegen Wasserpflanzen in der Alten Donau. Bild: WGM/Jobst.
„Mähboot-Armada“ im Turbo-Einsatz gegen Wasserpflanzen in der Alten Donau. Bild: WGM/Jobst.
17 Mähboote jeden Tag im Einsatz gegen Wasserpflanzen in der Alten Donau. „Mähboot-Armada“ im Turbo-Einsatz gegen Wasserpflanzen in der Alten Donau. Bild: WGM/Jobst.
17 Mähboote jeden Tag im Einsatz gegen Wasserpflanzen in der Alten Donau. „Mähboot-Armada“ im Turbo-Einsatz gegen Wasserpflanzen in der Alten Donau. Bild: WGM/Jobst.
17 Mähboote jeden Tag im Einsatz gegen Wasserpflanzen in der Alten Donau. „Mähboot-Armada“ im Turbo-Einsatz gegen Wasserpflanzen in der Alten Donau. Bild: WGM/Jobst.
17 Mähboote jeden Tag im Einsatz gegen Wasserpflanzen in der Alten Donau. „Mähboot-Armada“ im Turbo-Einsatz gegen Wasserpflanzen in der Alten Donau. Bild: WGM/Jobst.