SOS-Kinderdorf: Mehr Hilfe für Kinder und Jugendliche mit psychosozialen Problemen

Das Ambulatorium für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Wien Floridsdorf (Anton Bosch Gasse/Ecke Prager Straße) wurde erweitert und bietet künftig noch mehr kassenfinanzierte Behandlungen für Kinder und Jugendliche.

Pünktlich zum bevorstehenden Tag der Gesundheit präsentierte SOS-Kinderdorf heute gemeinsam mit der Wiener Gebietskrankenkasse die Erweiterung des kinder- und jugendpsychiatrischen Ambulatoriums. Das Haus in Floridsdorf ist eines von drei ambulanten Angeboten in Wien, das für Kinder und Jugendliche mit psychosozialen Problemen da ist. Entsprechend nachgefragt sind die kassenfinanzierten Therapieplätze seit der Eröffnung vor zwölf Jahren. SOS-Kinderdorf betreut hier in Partnerschaft mit der Wiener Gebietskrankenkasse jährlich 600 Kinder und Jugendliche aus der Nachbarschaft rasch und professionell.

Wir freuen uns, gemeinsam mit der Wiener Gebietskrankenkasse noch mehr junge Patientinnen und Patienten versorgen zu können. Denn alle Kinder und Jugendlichen haben das Recht gesund aufzuwachsen“, so Clemens Klingan, SOS-Kinderdorf Geschäftsleiter.

Nach der räumlichen Ausweitung und Modernisierung des Ambulatoriums wird auch personell um drei Stellen aufgestockt. Das multiprofessionelle Team aus FachärztInnen, PsychologInnen, PsychotherapeutInnen und ErgotherapeutInnen kann somit künftig über 100 Therapiestunden wöchentlich mehr leisten. Außerdem geben zwei LehrerInnen in einer Heilstättenklasse Unterricht für Kinder und Jugendliche, die vorübergehend nicht am Regel-Schulunterricht teilnehmen können.

Starke Partner für die Nachbarschaft

Der Österreichische Strukturplan Gesundheit empfiehlt pro 250.000 EinwohnerInnen ein Ambulatorium für Kinder- und Jugendpsychiatrie. In Wien mit rund 1,9 Millionen EinwohnerInnen gibt es derzeit drei solche Ambulatorien. „Gerade Kinder aus sozial benachteiligten Familien erhalten dadurch oft nicht die Therapiemaßnahmen, die für eine positive Entwicklung notwendig sind“, so Christian Kienbacher, Kinderpsychiater und Leiter des Ambulatoriums.

„Wohnraum, Arbeitsplätze und soziale Einrichtungen sind die drei Grundsäulen eines funktionierenden kommunalen Ballungszentrums und ich bin stolz bei dieser Gelegenheit daran erinnern zu dürfen, dass in Floridsdorf das erste urbane SOS-Kinderdorf Österreichs entstanden ist“, so Georg Papai, Bezirksvorsteher Wien Floridsdorf.

Das Ambulatorium für Kinder- und Jugendpsychiatrie entstand 2006 gleichzeitig mit dem SOS-Kinderdorf Wien. Es bietet nicht nur psychiatrische und therapeutische Hilfe für Kinder und Jugendliche, die bei SOS-Kinderdorf leben, sondern ist auch für Familien in der Nachbarschaft da, wenn sie in schwierige Lebenslagen geraten. Mit dem Ambulatorium biete man vor allem sozial benachteiligten Familien einen niederschwelligen und kostenlosen Zugang zu psychosozialer Versorgung. „Mit diesem präventiven Zugang unterstützen wir Familien, bevor sie zerbrechen“, so Klingan.

Versorgung von Kindern und Jugendlichen ist zentral

„Der WGKK ist die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Problemen ein großes Anliegen. In den letzten Jahren wurden die Mittel, die von der WGKK für den Betrieb des SOS-Ambulatoriums zur Verfügung gestellten wurden, sukzessive erhöht. Dadurch konnte die Einrichtung als Ambulatorium für Kinder- und Jugendpsychiatrie etabliert werden. Wir haben das Versorgungsangebot gerade im Bereich der fachärztlichen Leistungen erheblich ausgeweitet“, so Andrea Fleischmann, stv. Leiterin der Abteilung Vertragspartnerverrechnung in der WGKK.

Im Ambulatorium von SOS-Kinderdorf werden Patientinnen und Patienten mit psychischen oder entwicklungsbezogenen Problemen ab dem ersten Lebensjahr bis ins junge Erwachsenenalter betreut. Rund ein Viertel davon sind Kinder und Jugendliche, die in Einrichtungen von SOS-Kinderdorf leben. Drei Viertel sind Kinder in erster Linie aus dem 21. und 22. Wiener Gemeindebezirk. In Summe werden über 15.000 Leistungen – also Diagnosen, Therapie-Einheiten, Beratungsgespräche, etc. – pro Jahr erbracht.