Stammersdorf: Illegale Bodenuntersuchungen?

Stammersdorf: Illegale Bodenuntersuchungen?

Zieselgründe: Hat Bauträger Bodenerkundungsarbeiten nicht genehmigen lassen?

Ein neues Kapitel in den Diskussionen um Bauprojekte beim Stammersdorfer Heeresspital. Aus einem Schreiben der MA22 an die Floridsdorfer Bezirksvertretung geht hervor, dass Bodenarbeiten des Bauträgers Neues Leben nicht genehmigt waren.

Laut Bürgerinitiative IGL Marchfeldkanal wurden im  Dezember südlich des Heeresspitals mehr als 30 circa drei Meter tiefe Gruben für Sondierungsgrabungen ausgehoben: „Mitten eines sich derzeit im Winterschlaf befindlichen Zieselvorkommens, mitten im Ziesellebensraum, und mitten in der Winterstarre der strengstens geschützten Tiere. Ob und wie viele Tiere dabei getötet wurden, lässt sich nicht sagen. Ein stummes Begräbnis des Wiener Artenschutzes.”

Auf Anfrage der Grünen Floridsdorf lässt die MA22 nun mitteilen: „Es wurde auch kein diesbezügliches Ansuchen (Anm: für Bodenerkundungsarbeiten) an die MA 22 als Naturschutzbehörde gerichtet. Die MA 22 hat über die durchgeführten Bodenerkundungsarbeiten eine Sachverhaltsdarstellung an die zuständige Verwaltungsstrafbehörde übermittelt.”

Jetzt ermittelt das Magistratische Bezirksamt. Bei Neues Leben ist man verwundert: „Uns ist keine Anzeige bekannt. Wir haben, wie gesetzlich vorgeschrieben, den Boden auf Kontaminierung untersucht.” Mit einem Bauprojekt auf dem Grundstück (das laut Bauträger zieselfrei ist) südlich des Heeresspitals ist frühestens in fünf Jahren zu rechnen.

Was Lukas Mroz von der Bürgerinitiative ärgert ist, dass die Behörde einem Bauträger-Gutachten, welches die Fläche für zieselfrei erklärt hat, Glauben schenkt. Mroz: „In einem Schreiben der MA 22 an uns heißt es, ‘dass der Zieselbestand beim Heeresspital einen positiven Entwicklungstrend zeigt’. Es wäre interessant, auf welche Daten sich die MA 22 beruft – die letzte Kartierung des Vorkommens war 2011, nur nördlich des Heeresspitals gibt es ein laufendes Monitoring.” -H. NEUMAYER