Stammersdorf: Proteste gegen Bau in Schutzzone

Stammersdorf:  Proteste gegen Bau  in Schutzzone
Sorgen sonst Dimensionierung oder Bauhöhe bei neuen Projekten für Ärger, geht es in der Stammersdorfer Straße 10 um die Straßenfassade. Die liegt nämlich mitten in der Schutzzone des Ortskerns.

„Uns war klar, dass hier nicht ewig ein Parkplatz sein wird. Uns geht es nur um die Fassade. Die ist einfach schiach”, ärgert sich Leopold Klager, Obmann der Stammersdorfer Winzer.
So wie ihm geht es vielen Stammersdorfern, knapp 500 haben bereits eine Online-Petition unterschrieben und fordern eine ‘Einhaltung der Schutzzone’ (openpetition.eu ).

Schikanöse Behörde?

Klager fühlt sich speziell von der für das Ortsbild zuständigen MA19 „schikanös behandelt”!
„Wir kriegen Prügel vor die Füße geworfen, müssen nach 10 Jahren neue Sonnenschirme kaufen, weil die alten nicht ins Ortsbild passen! Und bei dem Bauprojekt geht plötzlich Alles!”
Unterstützung kommt von ‘Wir für Floridsdorf’ Obmann Hans Jörg Schimanek: „Diese geplante Gestaltung ist zwar – allgemein betrachtet – durchaus ansprechend, passt aber überhaupt nicht in den nicht zuletzt ob seiner vielen schmucken auch ehemaligen Hauerhäuser weit über die Grenzen Wiens und Österreichs hinaus bekannten Weinort.”
WIFF legt die Unterschriftenliste nun in vielen Heurigenlokalen und Geschäften in Stammersdorf auf und will in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung einen Antrag zur Umgestaltung der Fassade einbringen.
Bei der MA19 sieht man das laut Kurier anders: „Der Neubau ist nicht übertrieben futuristisch. Er stellt keinen Bruch im dörflichen Ambiente dar.”

Doch noch Kompromiss?

Tatsache ist jedenfalls, dass es für das Projekt eine rechtsgültige Baugenehmigung gibt. Darauf verweist man im Gespräch mit der DFZ auch seitens des Bauträgers, Österreichisches Siedlungswerk (OESW): „Wir haben alles mit der MA19 abgeklärt, es wurden auch die Anrainer eingebunden und wir haben einen gültigen Baubescheid. Warum es jetzt plötzlich Aufregung gibt, verstehe ich nicht”, erkärt Mag. Helga Mayer von Immo360/OESW. Denn es gehe ja nur um 12 Wohneinheiten.
Klager hofft noch auf ein Umdenken: „Der Charakter muss in Stammersdorf erhalten bleiben. Unsere Emotionen gehen deswegen so hoch, weil wir wollen, dass unser Ort lebenswert bleibt.”
Bezirksvorsteher Georg Papai will nun nochmals mit dem Bauträger das Gespräch suchen: „Vielleicht kann man die Fassade noch mehr anpassen.
            -H.N.