Streifzug durch die Bezirksgeschichte

Streifzug durch die Bezirksgeschichte

Meine lieben „Fluaridsduafa“! Unser Floridsdorf ist nicht nur Geburtsstätte einiger bedeutender Persönlichkeiten, wie etwa des Bundespräsidenten Franz Jonas, dessen Geburtstag sich heuer zum 120. Mal jährt, und der heuer vor 45 Jahren im Amt verstarb.

Es ist auch neben einer jedoch leider schon vergangenen Bedeutung im Lokomotiv- und Automobilbau, man lese und staune, die Geburtsstätte der DDSG, genauer gesagt, der Vorgängergesellschaft „Erste Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft“. Im Jahr 1828 planten die beiden englischen Schiffsbauer John Andrews und Joseph Pritchard den Bau eines Dampfschiffes für den Einsatz auf der Donau. Sie suchten nach einem geeigneten Bauplatz und fanden diesen am Mühlschüttelarm der damals noch unregulierten Donau, in der Nähe des heutigen Freiligrathplatzes, der ja auch noch die damalige Form des Donauarmes widerspiegelt. Und damit auch alles seine richtige Form hat, gründeten die Beiden am 13. März 1829 eine Gesellschaft, die eingangs erwähnte „Erste Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft“.

Die Bauarbeiten am Schiff gingen gut voran, auch wenn ein Eisstoß mit kleinen Beschädigungen eine Verzögerung verursachte. Die Jungfernfahrt der am 26. Juli 1830 vom Stapel gelaufenen „Franz I.“ führte dann im September in 15½-stündiger Fahrt nach Budapest. Bis 1836 wurden am Mühlschüttelarm noch Schiffe fertiggestellt, schließlich wurde die Werft jedoch nach Ungarn verlegt. Die Namen der beiden Gründer der DDSG wird man im Wiener Straßennetz leider vergeblich suchen, doch an die Dampfschiffahrt an sich erinnert die Fultonstraße neben dem Freiligrathplatz. Der Amerikaner Robert Fulton (1765-1815) baute zu Beginn des 19. Jahrhunderts die ersten brauchbaren Dampfschiffe, und übrigens auch das erste U-Boot „Nautilus“, welches für einen Kriegseinsatz aber noch zu langsam fuhr. Wie Ihr seht, meine Lieben, versteckt sich bisweilen hinter Straßennamen eine interessante und vielleicht unerwartete Geschichte. Viele interessante Entdeckungen wünscht Euch Euer Gerald Pichowetz