Traktorenfabrik: Neues Leben in alten Mauern

Traktorenfabrik & Wasserturm in Jedlersdorf revitalisiert. Neues Leben in alten Mauern. Und das im geografischen Zentrum des 21. Bezirks. In unmittelbarer Nähe zum neuen Krankenhaus Nord wird die alte Traktorenfabrik revitalisiert.

Historikern ist das Gelände als „Hofherr-Schrantz-Clayton-Shuttleworth“ bekannt. 1905 nach Floridsdorf übersiedelt, entwickelte sich die von Engländern gegründete Firma in der Zwischenkriegszeit zum führenden Landmaschinenproduzenten Österreichs. Nach mehreren Besitzerwechseln wurde die Floridsdorfer Fabrik 1968 an die Elin AG verkauft. 1970 ging das gesamte Unternehmen in die Böhlerwerke AG auf.

Reportage: Robert Sturm (Fotos), www.cordbase.com
Hannes Neumayer (Text).

Der denkmalgeschützte Wasserturm. Nach Fertigstellung des gläsernen Zubaus, der Treppenhaus und Lift  beinhalten wird (Entwurf). Renderings: TLH 12 Immo (2).Der denkmalgeschützte Wasserturm. Nach Fertigstellung des gläsernen Zubaus, der Treppenhaus und Lift
beinhalten wird (Entwurf). Renderings: TLH 12 Immo (2).Weithin sichtbar ist das versteckt liegende Firmengelände durch den Wasserturm – das erhalten gebliebene Wahrzeichen der einst weitläufigen Fabrik. Zugang zum ‘Objekt 33’ gibt es hinter Mediamarkt und ÖAMTC nach der Anmeldung an einem Schranken. Dort empfängt Verwalter Theo Böhm (Bild) das Team der Floridsdorfer Zeitung zum Lokalaugenschein. Er betreut „die Traktorenfabrik“ für Investor ‘TLH 12 Immo’​ ​vor Ort. Positiv: Die historischen Gebäude werden erhalten und modernisiert.

Traktorenfabrik: Spektakuläre Aussicht

 

Wasserturm. Bild: Robert Sturm, codbase.com
Wasserturm. Bild: Robert Sturm, cordbase.com

Verwalter Theo Böhm. Bild: Robert Sturm, cordbase.com.Verwalter Theo Böhm Bild: Robert Sturm, cordbase.com.„Bei der aufwändigen Sanierung des denkmalgeschützten Wasserturmes wird sorgfältig auf die Erhaltung der historischen Teile geachtet. Uns schwebt eine Nutzung für Museen, Künstler oder Gastronomie​ ​vor”, erzählt Böhm.​ ​Der Turm bekommt einen gläsernen Zubau mit Lift und Treppenhaus. So entstehen auf sieben Stockwerken je 50 m2 einzigartige Nutzfläche. Teils spektakuläre Ausblicke über ganz Floridsdorf inklusive.

Das Hauptgebäude, das ehemalige Maschinenmagazin, wird einen modernen zweistöckigen Aufbau aus Stahl und Glas bekommen. Auf acht Etagen entsteht eine Nutzfläche von circa 14.000m2. Eindrucksvoll präsentieren sich schon jetzt die derzeit noch obersten Stockwerke mit zwei riesigen loftartigen Räumen. Sie sollen hauptsächlich für Veranstaltungen genutzt werden.

 

 

Rendering des Gesamten Geländes.
Rendering des Gesamten Geländes.

Im Rest des Gebäudes soll es einen Mix aus Gewerbe, Büro und Lagermöglichkeiten geben: „V​on 2 bis 3.000 m2​!” Gespräche mit ersten Interessenten laufen. Nicht immer machen es die Behörden wirklich einfach. „Wir dürften hier jederzeit eine Chemiefabrik machen. Aber keinen Kindergarten, außer einen ​Betriebskindergarten“, erzählt Böhm leicht frustriert. Ebenfalls im Gespräch: zwei Fitnessstudios.

Eindrucksvoll sind die loftartigen Räume in den  beiden oberen Stockwerken des ehemaligen  Maschinenmagazins der alten  “Traktorenfabrik”. Bild: Robert Sturm, cordbase.com
Eindrucksvoll sind die loftartigen Räume in den
beiden oberen Stockwerken des ehemaligen
Maschinenmagazins der alten
“Traktorenfabrik”. Bild: Robert Sturm, cordbase.com

Weitere Nutzungsmöglichkeiten: Co-Working-Space, Werkstätte, Hobbyraum, Atelier, Gewerbeloft, Studio, Clubraum, Vereinsraum, Musikproberaum … ​Bei den bestehenden Gebäuden soll es aber nicht bleiben. Auf dem Grundstück sind ​drei bis fünf Gebäude geplant. Auf dem 17.000m2 großen Gelände werden so zusätzlich 22.000m2 Nutzfläche entstehen. Böhm: „Von einer Park-&-Ride-Anlage, Self-Storage oder Nebengebäude für das Krankenhaus gibt es viele Möglichkeiten. Wir sind für Vorschläge von möglichen Betreibern offen.”

Dennoch will man auch hier möglichst zügig in die Bauphase übergehen. Mitten in Floridsdorf, entsteht bis Ende 2020 ein neues Stadtviertel.

All das können​ ​sich Interessierte beim Tag der offenen Tür am 27. Mai (ab 16 Uhr) ansehen (Louis-Häfliger-Gasse 12).

Kontakt: Theodor Böhm,​ ​Tel.​ ​0699 / 13 01 74 76.

Eindrucksvoll sind die loftartigen Räume in den  beiden oberen Stockwerken des ehemaligen  Maschinenmagazins der alten  “Traktorenfabrik”. Bild: Robert Sturm, cordbase.com
Eindrucksvoll sind die loftartigen Räume in den
beiden oberen Stockwerken des ehemaligen
Maschinenmagazins der alten
“Traktorenfabrik”. Bild: Robert Sturm, cordbase.com