Unterschriftenaktion gegen Radweg geplant!

Unterschriftenaktion gegen Radweg geplant!

Großes Echo auf unseren Bericht über den geplanten neuen Radweg auf der Brünner Straße. Während sich Radfreunde freuen, werden auch Protestmaßnahmen geplant.

Alleine auf Facebook fast 400 Kommentare zeigen – alle haben zur geplanten neuen Radverbindung eine Meinung (eine Auswahl in unseren Leserbriefen auf Seite 18). Von „wird auch Zeit” bis zu „Schwachsinn” reichen die Reaktionen. Anfang Oktober wurde das Projekt im Umweltausschuss der Bezirksvertretung offiziell vorgestellt.

„Eine längst notwendige Ergänzung des Hauptradwegenetzes für alle Radfahrer. Wenn man das Ziel einer Reduktion der Belastungen durch den motorisierten Individualverkehr ernst nimmt, muss man auch das Potential des Fahrradverkehrs ausnützen, gerade in Transdanubien wo es flach ist. Natürlich sollte das, soweit wie möglich, nicht zu Lasten der Fußgänger gehen, sondern eher zu Lasten des ruhenden Verkehrs, der abgesehen von Ladezonen in einer Geschäftsstraße durchaus verzichtbar ist”, sieht Mag. Heinz Berger von den Grünen im Wegfall von bis zu 25 Parkplätzen kein Problem.

Radweg: Proteste geplant!

Hans Jörg Schimanek sieht das ganz anders: „Ein Irrwitz: Man kann nicht auf  Kosten von 0,01 Prozent der Verkehrsteilnehmer die restlichen 99,99 Prozent drangsalieren. Das würde die letzten vorhandenen seriösen Geschäfte vertreiben. Wir haben auf der Floridsdorfer Hauptstraße einmal eine Messung der Radwegnutzung gemacht: Nach eineinhalb Stunden ist der erste Radfahrer gekommen. Sollte Rot-Grün das durchziehen wollen, werden wir das mit einer Unterschriftenaktion und Protestaktionen zu verhindern wissen”, so der WIFF-Klubobmann.

Radweg Brünner Straße: Adaptionen?

Bezirksvorsteher Georg Papai will sich dafür einsetzen, dass die beidseitig baulich getrennt geführten Radwege statt zwei Meter nur 1,60 Meter breit sind: „Der Radweg auf der Floridsdorfer Hauptstraße ist noch schmäler und es funktioniert.” Durch die gewonnenen 40 Zentimeter sollen die Gehsteige breiter sein. Ebenfalls nochmals überprüft wird, wieviele Parkplätze verloren gehen würden. Für Papai wären die von der MA28 prognostizierten 15 vertretbar: „25 sind zu viel!”

„Auch an der Entschärfung der Problemstellen wird gearbeitet”, so WKO-Bezirksobmann Robert Feldmann: „Ob die Stadt unter Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou die Wünsche des Bezirks dann auch berücksichtigt, steht allerdings auf einem anderen Blatt.”

Der Zeitplan, die Kosten Die vorangehende Sanierung der Wasserleitungen auf der Brünner Straße ist für 2018 eingeplant. Ob gleich im Anschluß der Radweg gebaut wird ist unklar. Denn das Budget (sicher mehr als 2 Mio. Euro) ist noch nicht gesichert. -HANNES NEUMAYER