Veranstaltungszentrum Schererstraße: Mozaik verspricht Maßnahmen gegen Anrainerbelästigungen

Viele Anrainer in der Schererstraße sind leidgeprüft. Vor allem in der Nacht. Denn im Veranstaltungszentrum MOZAIK spielt es sich bei Hochzeiten, etc auf der Straße oft bis in die frühen Morgenstunden ab: Lärmorgien, Autoraser und Sachbeschädigungen sind an der Tagesordnung. Der Betreiber des Kulturzentrums, die islamisch-alevitische Glaubensgemeinschaft, verspricht nun mit einem 7-Punkte- Programm Verbesserungen.

Polizeieinsätze sind in der Großfeldsiedlung an der Tagesordnung. Die Probleme werden meist von externen Mietern des Mozaiks in der Schererstraße verursacht, die sich um Anrainer wenig bis gar nicht scheren. Die Betreiber selbst erklärten sich für nicht zuständig. WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek forderte vor Monaten schon aufgrund der unzähligen Polizeieinsätze und Beschwerden ein sofortiges Veranstaltungsverbot – „gemeint sind nicht die religiösen wöchentlichen Veranstaltungen, sondern nur die kommerziellen Vermietungen – und danach eine Evaluierung des Betriebes im Sinne der Anrainer in den angrenzenden Gemeindebauten.”

Anrainer berichten von Autorennen zwischen PS-starken Fahrzeugen und Stunt-Fahrten. „19 Meter lange Bremsspuren in einer 30-km-Zone! Das Treiben dauert mindestens eine halbe Stunde”, ärgert sich Herr K. Betroffen: Oswald-Redlich-Straße, Feistlgasse, Otto-Beyschlag-Gasse und Moritz-Dreger-Gasse.

Herr K. fordert eine mobile Radarfalle. Denn erst vor Kurzem kam es wieder zu diversen Stunteinlagen, berichtet er: „Wir beobachteten, dass um 1:15 Uhr die Polizei vorgefahren ist. Nach zwei Minuten fuhr sie wieder ab. Der Lärm hielt bis in die Morgenstunden an. Im 20-Minuten-Takt fuhren Autos vor den Eingang des Eventcenters und hupten. Scheinbar um anzuzeigen, dass man vor der Türe wartet. Das ging bis 4:30 Uhr so. Uns fehlen sechs Stunden unseres Schlafes. Sie können sich nicht vorstellen, was das auf Dauer heißt.”

Jetzt gab es einige Gesprächsrunden des MOZAIKs mit Bezirkspolitikern. Zunächst Mitte Juli mit Vize-Bezirksvorsteher Karl Mareda (FPÖ, Bild): „Wir haben ein sehr konstruktives Gespräch geführt und den Veranstaltern auch Vorschläge gemacht, die auf sehr positives Echo gestoßen sind! Zum Beispiel Hinweisschilder und das Einheben einer Kaution, um Sachschäden bei Anrainern abzudecken.” Wenige Tage später machte sich Ilse Fitzbauer, Vize-Bezirksvorsteherin der SPÖ ein Bild vor Ort: „Ein Veranstaltungszentrum lebt von der Akzeptanz seiner unmittelbaren Umgebung, diese lässt sich sicherlich noch weiter verbessern. Die vorgeschlagenen Maßnahmen könnten ein weiterer Schritt dazu sein. Den Einsatz von Security sehe ich allerdings als nicht weitreichend genug.”

Riza Sari, Mozaik Geschäftsführer, präsentiert nun ein 7-Punkte-Programm zur Verbesserung der Situation rund um die Schererstraße:

Die Firma Mozaik wird im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten für Veranstaltungen, von denen es Beeinträchtigungen geben könnte, die Zusammenarbeit mit einer Security-Firma suchen.

Die Polizei wird um strengere Kontrollen ersucht. Die FPÖ wird einen entsprechenden Antrag in der Bezirksvertretung einbringen.

Einhebung einer Kaution von Mietern.

Bei Beginn und kurz vor Ende jeder Veranstaltung wird seitens Mozaik auf etwaige Ruhestörung im Wohngebiet und die diesbezügliche Anzeige gegen den Veranstalter hingewiesen werden.

Der Kulturverein der Aleviten wird sein Mai-Fest nicht mehr auf der Otto-Beyschlag Gasse ausrichten, sondern für diese Zwecke die Freiflächen seines Objektes nutzen.

Mozaik wird mit Werbebannern entlang ihres Zaunes in der Schererstraße und der Otto-Beyschlag Gasse auf das herrschende Hup-Verbot und die zu ahndende Ruhestörung sowohl mehrsprachig als auch durch Symbole hinweisen.

Eine Hotline für Anrainerbeschwerden und -anregungen wird bis zum Herbst 2017 eingerichtet.

Sari zur DFZ: „Die Maßnahmen sind teils nicht neu, wir diskutieren seit Jahren mit der Bezirksvorstehung. Ich bin für jede Hilfe, egal ob von SPÖ oder FPÖ dankbar. Und wir setzen auch konkrete Maßnahmen: Nachdem es mehrmals Probleme nach tschetschenischen Hochzeiten gab, finden solche nicht mehr statt. Eine weitere Poblemgruppe sind Serben. Am Liebsten hätte ich nur alevitische Veranstaltungen – aber das geht leider nicht!“

Herr K. bleibt skeptisch: „Die Bemühungen der Bezirksvertretung schätzen wir, aber hier hilft kein Reden mehr, nur noch Sanktionen.“ H.N.