Verkehrskollaps: Aufstand am Bruckhaufen

Verkehrskollaps: Aufstand am Bruckhaufen

Moscheeausbau und Mega-Kindergarten: Bürger forden Verkehrskonzept und Befragung.

Gleich zwei neue Bauprojekte bringen den Geduldsfaden der Bruckhaufener zum Reißen: Die Moschee wird erweitert und der Kindergarten Kugelfanggasse neu gebaut. Tenor bei einer Siedlerversammlung: Wir stehen vor dem Verkehrskollaps! Eigentlich ist der Bruckhaufen zwischen Alter und Neuer Donau eine gefragte, aber teure Einfamilienhausgegend.

Auch hier streiten Luxus-Bauträger um die wenigen freien Grundstücke, um dann statt einem. gleich drei oder mehr Häuser zu errichten. Hauptthema aber ist der Verkehr: Schon bislang ist der Durchzugsverkehr mit erhöhter Geschwindigkeit auf der Arbeiterstrandbadstraße ein Problem, wie ein Herr bei der Siedlerversammlung berichtet: „Nicht selten werde ich in der 30er Zone überholt und die Stoptafel wird ignoriert.” Und natürlich ist die Moschee vor allem am Freitag und im Ramadan ein Reizthema bei vielen Anrainern: „Vor allem weil die Gläubigen ohne Skrupel in unseren Einfahrten und auf Grünstreifen parken und noch freche Antworten geben.” Im Sommer kommen dann noch die Badegäste hinzu, die auch Parkplätze brauchen.

Die Anrainer fallen jetzt wirklich nicht in die Kategorie Wutbürger. Doch der Ausbau des Kindergartens von zwei auf sieben Gruppen und die massive Erweiterung der Moschee sind den meisten der 80 Anwesenden zu viel. Vertröstungen, es kommen nicht mehr Leute in die Moschee, weil die Gläubigen jetzt schon in Zelten sind, glaubt man nicht so recht. Und Keiner bestreitet die Notwendigkeit neuer Kindergartenplätze, fünf Gruppen würden vielen dennoch reichen. Siedlerobfrau Maria Petrak: „Die meisten Eltern bringen die Kinder mit dem Auto. Bei 140 statt 40 Kindern wird der Verkehr dorthin verdreifacht, das macht uns Sorgen!” Außerdem liege keinerlei Verkehrskonzept vor und das, wo jetzt mit einer deutlich kleineren Moschee schon große Probleme bestehen: Einfahrten, Grünstreifen, Vorgärten völlig verparkt und teils beschädigt werden. „Mehr Leute die beten kommen, bedeuten noch mehr Probleme und die sind die Leute am Bruckhaufen nicht gewillt zu ertragen”, so der Tenor.

In Gesprächen mit Bezirksvorsteher Georg Papai will man nun ein Verkehrskonzept für den Bruckhaufen einfordern. Als mögliche Lösung soll es eine verbindliche Befragung unter den Anrainern geben. Da gehen die Meinungen allerdings weit auseinander: Parkpickerl, temporäre Kurzparkzonen oder den ganzen Bruckhaufen nur noch für Anrainerverkehr zu öffnen. Bezirksvorsteher Papai gibt sich gesprächsbereit, sagt aber klar: „Straßen werden von der Allgemeinheit bezahlt, gehören Allen! Ein Siedlungsgebiet darf da nicht privilegiert sein.” -Hannes Neumayer