Verschreibung von Medikamenten seit kurzem auch telefonisch beim Arzt möglich

Verschreibung von Medikamenten seit kurzem auch telefonisch beim Arzt möglich

„Medikamente verschreiben, ohne dass Patientinnen und Patienten dafür eine Arztordination aufsuchen müssen – das Service hat die Sozialversicherung nun vor kurzem zum Schutz der Bevölkerung und der Ärzteschaft gestartet“, so Peter Lehner, Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger. „Insbesondere den über 1,1 Millionen Personen, die Dauermedikation benötigen, wird die telefonische Verschreibung von Medikamenten durch Ärztinnen und Ärzte helfen.“Konkret bedeutet das für die Patientinnen und Patienten:

Sie oder er meldet sich telefonisch bei seiner Kassenärztin bzw. seinem Kassenarzt.
Die Kassenärztin bzw. der Kassenarzt verschreibt die benötigten Medikamente.
Das Rezept wird wie gewohnt ausgestellt.
Die Informationen, welches Medikament abgegeben werden soll, gelangt über die e-Medikation elektronisch von der Arztpraxis in die Apotheke (je nach Arzt-/Apotheken-Software ist die elektronische Funktionsfähigkeit bereits jetzt oder im Laufe der nächsten Tage gegeben – alternativ wird ebenfalls ein Fax oder E-Mail vom Arzt von den Apotheken akzeptiert).
Die verschriebenen Medikamente können ohne Papierrezept unter Angabe von Name und Sozialversicherungsnummer in der Apotheke abgeholt werden. Es kann auch eine andere Person (z.B. ein Angehöriger, Betreuungsperson) das Medikament für die jeweilige Patientin bzw. den jeweiligen Patienten abholen.
Dieses neue Service ist technisch bereits verfügbar – abhängig von der jeweiligen Software in der Arztordination bzw. der Apotheke ist eine Nutzung der Rezeptverschreibung über e-Medikation bereits jetzt oder in den nächsten Tagen möglich. Das Service kann bei allen Kassenärztinnen und Kassenärzten in Anspruch genommen werden. Jene Ärztinnen und Ärzte, die e-Medikation nicht nutzen, können das Rezept alternativ per Fax oder E-Mail an die Apotheke schicken. Das sollte im Einzelfall mit der jeweiligen Apotheke bzw. dem jeweiligen Arzt abgeklärt werden.

„Zusammenhalt durch Abstand“ in den Apotheken

Apothekerschaft dankt Patientinnen und Patienten für die Kooperationsbereitschaft

Noch mehr Serviceorientierung und Sicherheit für die Kundinnen und Kunden, Patientinnen und Patienten in Zeiten von Corona: Die heimischen Apothekerinnen und Apotheker optimieren permanent die Abläufe vor Ort, um die Bevölkerung noch besser mit Arzneimitteln und mit Beratung versorgen zu können.

„Es besteht absolut keine Notwendigkeit für Hamsterkäufe. Egal was passiert, die Apotheken bleiben in jedem Fall geöffnet. Das ist nicht nur gesetzlicher Auftrag, sondern auch Serviceorientierung der Apothekerschaft“, betont Mag. pharm. Dr. Gerhard Kobinger, Präsidiumsmitglied der Österreichischen Apothekerkammer. Er ersucht alle Patientinnen und Patienten um Verständnis für die Sicherheitsmaßnahmen, die in den Apotheken zum Wohl der Bevölkerung und des Apothekenpersonals getroffen werden. „Bitte halten Sie einen Sicherheitsabstand von zwei Metern zur nächsten Kundin bzw. dem nächsten Kunden ein. Dies kann dazu führen, dass Sie außerhalb der Apotheke warten müssen, aber bitte bedenken Sie: Es geht um die Gesundheit aller. Außerdem hilft die räumliche Distanz der Personen zueinander, die Abläufe vor Ort besser zu koordinieren. Es gilt die Regel: Zusammenhalt durch Abstand.“

Und noch eine Bitte an die Bevölkerung formuliert Kobinger: „Wer Nachschub an Desinfektionsmittel braucht, der bringe bitte die leere Flasche mit, damit diese nachgefüllt werden kann. Damit wollen wir etwaigen zukünftigen Engpässen bei Desinfektionsflaschen vorbeugen.“

Eine Empfehlung der Apothekerkammer gibt es auch zum Thema Bezahlung in der Apotheke: „Wer mit Bankomatkarte statt mit Bargeld zahlt, leistet ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit aller. Man sagt zwar: ‚Bargeld stinkt nicht’, aber hygienisch ist es deswegen noch lange nicht“, erläutert Kobinger.

Die Kooperationsbereitschaft der Bevölkerung in den Apotheken bezeichnet Kobinger als hervorragend. „Im Namen meiner rund 6.200 Kolleginnen und Kollegen in ganz Österreich möchte ich den Menschen meinen großen Dank für ihr Verständnis, ihre Kooperationsbereitschaft und ihre Disziplin aussprechen. Die österreichischen Apotheken sind für die Menschen in der Coronakrise eine immens wichtige Anlaufstelle in allen Gesundheitsfragen. Der daraus erwachsenden Verantwortung sind wir uns voll bewusst.“