Was passiert, wenn was passiert!

Terrorgefahr in Floridsdorf. Wichtige Gebäude im 21. Bezirk müssen geschützt werden. Dieses Szenario wurde eine Woche lang von einer neuen Milizeinheit des Bundesheeres in der Jansa-Kaserne bei Felixdorf trainiert. Zum  Abschluss ‘inspizierte’ auch Bezirksvorsteher Georg Papai die Jägerkompanie Wien 21.

Aufgrund der massiven Flüchtlingswelle 2015 wurde unter SPÖ-Minister Doskozil die Aufstockung der Milizeinheiten auch für Wien beschlossen. Drei neue Kompanien soll es in Wien geben: Die neu formierte Jägerkompanie Wien 21 ist im Ernstfall ausschließlich für Floridsdorf zuständig. Und zwar immer dann, wenn die regulären Einheiten nicht mehr ausreichen. Das können Naturkatastrophen wie ein Hochwasser oder Erdbeben sein. Oder eine militärische Bedrohung. Letzteres war Ausgangspunkt für die Übung in der Jansa-Kaserne:
Auf dem fiktiven Kontinent Arausia und der Irafischen Halbinsel kommt es zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen, eine massive Flüchtlingswelle setzt ein. Mit der gelangen auch Terror-Kämpfer nach Europa. Diese verüben als ‘Heiliges Arausia’ Anschläge – auch in Österreich. Im Mai 2019 kommt es zu einem Anschlag in St. Pölten und als Folge zur Teilmobilmachung.
„Das bedeutet das Hinzuziehen von Milizeinheiten, die in Floridsdorf reguläre Einheiten ablösen”, wie Oberstleutnant Reinhard Janko beim Besuch von Georg Papai erklärt. Im Übungsszenario drohen auch in Floridsdorf Anschläge mit Bomben und Handfeuerwaffen: Gebäude – im Szenario eine Gasverdichterstation – müssen im 500-Meter-Radius gesichert werden, Personen und KFZ kontrolliert und Barrieren errichtet werden. Janko: „Genau das haben wir möglichst realitätsnah  eine Woche lang geübt!” Und zwar circa 120 Milizsoldaten, die im Ernstfall auf doppelte Mannstärke aufgefüllt werden – im Idealfall übrigens mit 10 Prozent Frauenanteil.
So fiktiv das sehr realitätsbezogene Szenario auch ist: Eine Liste an Gebäuden, die im Ernstfall gesichert werden müssen, gibt es wirklich – inklusive genauem Notfallplan. Auf der Liste sind zivile Gebäude wie das Amtshaus aber vor allem Infrastruktureinrichtungen. Ohne ins Detail zu gehen: In Floridsdorf liegen für ganz Wien relevante Energieversorgungsknoten. Das ist auch der Grund, warum Floridsdorf nun eine eigene Milizeinheit hat, nicht aber Donaustadt.
Geführt wird die Milizeinheit von Oberleutnant Maximillian Birschkuss, im Zivilbereich seit kurzem fertiger Architekt. Er hat sich, wie alle anderen 113 Teilnehmer, freiwillig als Milizsoldat verpflichtet. Alle Offiziere müssen jährlich zu einer Schulung, das Kader im Zwei-Jahres-Rhythmus.
Bezirksvorsteher Georg Papai und Jägerkompanie Wien 21. Bild: DFZ/BV21.
Bezirksvorsteher Georg Papai und Jägerkompanie Wien 21. Bild: DFZ/BV21.
Das Ziel der Übung wurde erreicht: Die Jägerkompanie ist erst-einsatzbereit. Die volle Einsatzbereitschaft wird erst bei einem regulären Einsatz erreicht. Als äußeres Zeichen gab es das neukreierte Kompanieabzeichen mit einem Ritter und Wien-Wappen. Zur Überreichung war extra Bezirksvorsteher Georg Papai in den Süden Wiens angereist. Auch für den Politiker ein ungewöhnlicher Termin: „Ich freue mich, dass es für den Ernstfall eine Einheit gibt, die für die Sicherheit in Floridsdorf sorgt. Hoffentlich wird das Szenario nie Realität!” -Hannes Neumayer
Bezirksvorsteher Georg Papai und Jägerkompanie Wien 21. Bild: DFZ/BV21.
Bezirksvorsteher Georg Papai und Jägerkompanie Wien 21. Bild: DFZ/BV21.