Wie die Floridsdorfer zu einem ‘Dom’ kamen …

Wie die Floridsdorfer zu  einem ‘Dom’ kamen …

Der zwölfte ‘Tag der Wiener Bezirksmuseen’ widmete sich der Thematik „Sakrale Bauten in Wien“.

Die Ausstellung im Floridsdorfer Bezirksmuseum (Prager Straße 33) über christliche Kirchen und sonstige Andachtsorte in unseren Bezirksteilen ist noch bis Ende Juni zu sehen. Der Eintritt ist gratis. Parallel erschien auch noch ein Bildband, der sakrale Bauten in ganz Wien beschreibt. Die Publikation des Bezirkshistorikers Hans W. Bousska hat den Titel „Sakrale Bauten in Wien“ (Infos: 19,99 Euro; ISBN-13: 978-3-95400-896-4, erhältlich im Buchhandel) und enthält rund 140 historische und aktuelle Fotoaufnahmen aus den Archiven der Bezirksmuseen.

Das Fotomaterial informiert über Gotteshäuser in der Innenstadt sowie in Vorstädten und in Vororten Wiens in alten Zeiten. Das Buch belegt Veränderungen bei den Baustilen und gibt Auskunft über die bewegte Geschichte der Andachtsstätten in der Wienerstadt.

Im Floridsdorfer Bezirksmuseum läuft noch bis Juni eine Sonderschau. Highlight der Ausstellung: Die Monstranz des Karmeliterinnen Klosters in der Leopoldauer Töllergasse (kleines Bild).

Hinter ihr verbirgt sich die Geschichte von Juden, die vor der Deportation in Konzentrationslager im Kloster untergebracht waren. Ihre letzten Schmuckstücke ließen sie zurück. Später wurden daraus Blütenblätter der Monstranz in Form eines jüdischen Davidsterns gefertigt. Pfarrkirche mit ‘Dom’-Dimensionen Auch die Geschichte der Donaufelder Pfarrkirche wird in der Ausstellung beschrieben: Sie war ursprünglich als Bischofskirche einer neuen niederösterreichischen Diözese geplant, weshalb sie auch diese gewaltigen ‘Dom-Ausmaße’ annahm. Jedoch wurde die neue Diözese aus politischen Gründen nicht gegründet.

Grundsteinlegung mit Kaiser Franz Josef I. Bild: Bezirksmuseum.
Grundsteinlegung mit Kaiser Franz Josef I. Bild: Bezirksmuseum.
Monstranz. Bild: DFZ.
Monstranz. Bild: DFZ.

Der nach den Plänen von Baurat Franz Ritter von Neumann errichtete neugotische Backsteinbau mit Jugendstil-Innenausstattung steht inmitten einer kleinen Parkanlage auf dem Kinzerplatz im Bezirksteil Donaufeld. An der Grundsteinlegung des ‘Floridsdorfer Doms’ (Bild unten) am 6. Juni 1905 nahmen eine Reihe bedeutender Persönlichkeiten teil, an der Spitze Kaiser Franz Joseph I. mit dem damaligen Wiener Bürgermeister Dr. Karl Lueger (Bild oben). Der Grundstein ist heute in der Apsis links vor dem Hochaltar eingemauert.