Wie geht das? Mega-Bau in den Weinbergen!

Wie geht das? Mega-Bau in den Weinbergen!

Nicht wenige Wanderer haben sich in den letzten Wochen nach einem Spaziergang in den Stammersdorfer Weinbergen aufgeregt an die DFZ Nicht wenige Wanderer haben sich in den letzten Wochen nach einem Spaziergang in den Stammersdorfer Weinbergen aufgeregt an die DFZ gewandt: „Was wird da in der Senderstraße errichtet?“

In der Senderstraße 55 selbst wurden großzügige Treppen und Garagen mit Aufzug errichtet. Schemenhaft erkennt man oberhalb des Lössweges einen größeren Bau. Von oben gibt es eine herrliche und unverbaute Aussicht über Wien. Nicht allzu abwegig, hier errichtet sich einer sein Traumdomizil mitten in den Weinbergen. Simmt das? Und vor allem: Geht das überhaupt?Bereits zwei Anfragen der FPÖ und des WIFF gab es zum mittlerweile im Rohbau fertiggestellten Bauwerk, laut Aushang vom Bauwerber Dr. Herbert Schullin.

Antwort auf den FPÖ-Antrag: Es wurde die Bewilligung für die Errichtung eines Buschenschanklokals erteilt. Für Vize-Bezirksvorsteher Karl Mareda (FPÖ) „ein Skandal, dass es sich manche offenbar richten können, wenn man die richtigen Leute kennt. Andere müssen willkürlich ihre Gartenzäune abreißen und das geht mitten in den Weinbergen.”

Das Grundstück hat, wie die Umgebung, eine “SWW”-Widmung, also Wald- und Wiesengürtel mit landwirtschaftlicher Nutzung und ist in der Schutzzone.

Was in den Weinbergen und konkret in der Senderstraße  ‘geht’, erklärt Mag.arch. Hans Kukula, Leiter des Bauausschusses im 21. Bezirk (SPÖ): „Die Widmung entlang der Senderstraße ist SwwL mit der besonderen Bestimmung BB3, deren Text lautet: ‘Auf den mit SwwL BB3 bezeichneten Flächen ist die Errichtung von Weinkellern, Buschenschanken und Gerätehütten zulässig.’ In der Wr. Bauordnung ist in § 6  (3a) festgelegt: Auf Flächen des Wald- und Wiesengürtels, die der landwirtschaftlichen Nutzung vorzubehalten sind, sind landwirtschaftliche Nutzbauwerke im betriebsbedingt notwendigen Ausmaß zulässig, die keine Wohnräume enthalten.  Es ist in der Bauordnung also eindeutig festgelegt, dass keine Wohnräume errichtet werden dürfen – aber eine beliebig große Buschenschank ist möglich.”

Ich möchte behaupten, dass wir durch diese Investition für den Bezirk etwas Positives beitragen können.” Herbert Schullin zur DFZ.

WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek bringt die Sorgen  der Floridsdorfer auf den Punkt: „Die Rolle der Baubehörde und der MA19 (Stadtgestaltung) sind hier stark zu hinterfragen. WIFF wird ein genaues Auge darauf werfen, ob hier tatsächlich nur ein Buschenschank betrieben wird oder es sich nicht doch um ein Prominenten-Domizil handelt.”

Im konkreten Fall scheinen die Befürchtungen nicht begründet. „Hier gab es eine Buschenschank, die vor vier Jahren abgebrannt ist. Und wir errichten wieder eine Buschenschank: im Unterschied zum alten Haus wurde von der Behörde kein erster Stock erlaubt, lediglich ein Flachbau mit Terrasse und Pergola”, erzählt Herbert Schullin der DFZ. Weinanbau in einer Gesamtgröße von einem Hektar gehören zur Buschenschank. Weinkeller, Treppenaufgang und eine Stützmauer wurden aus Sicherheitsgründen erneuert. Schullin: „Ich verstehe, dass die Arbeiten viel Aufmerksamkeit erregt haben. Das Haus ist nicht größer als das abgebrannte und wir planen vorbildlichen biologischen Weinanbau.  Ich möchte behaupten, dass wir durch diese Investition für den Bezirk etwas Positives beitragen können.”             – H. Neumayer