Wiederbelebung stillgelegter Brunnen

Wiederbelebung stillgelegter Brunnen

Grüne wollen Hitzewellen im Gemeindebau den Kampf ansagen.

Im Zuge der sogenannten „Kunst am Bau“-Aktion wurden auch in Floridsdorf in zahlreichen Gemeindebauten Brunnen errichtet. Im Laufe der Jahrzehnte wurden viele, vermutlich aus wirtschaftlichen Gründen, stillgelegt und teilweise abgebaut. Als Maßnahme gegen die Hitzewellen will Grüne-Bezirksrat Gerhard Jordan die Anlagen wiederbeleben.

„Vor allem an der Achse Brünner Straße, ohnehin eine der Hitzeinseln im 21. Bezirk – finden sich solche Brunnen. Oft sogar noch mit den dazu gehörigen Becken”, so Jordan. Er hat alle Brunnen besucht und aufgelistet. Beispiele: – Schlingerhof, im Hof bei den Stiegen 11 und 12: Brunnen aus der Mitte der 1920er-Jahre (die Sitzbänke rundherum werden gerne von Bewohnern genutzt).

– Brünner Straße 108: Die Brunnenplastik der Bildhauerin Margarete Bistron-Lausch aus der Mitte der 1960er-Jahre stellt eine vegetative Form dar, deren Blätter Schalen für das Wasser bildeten. Die Anlage ist heute umzäunt und das ehemalige Becken ist durch Sträucher verdeckt.

– Otto-Felix-Kanitz-Hof, Kummergasse 7: Im Hof bei den Stiegen 4 und 5 befindet sich der 1995 von Josef-Schneider-Willmann errichtete ‘Blaue Brunnen’, der möglicherweise aufgrund seines geringen Alters am leichesten zu revitalisieren wäre.

Schlingerhof. Bild: Gruene.
Schlingerhof. Bild: Gruene.

Weitere Kandidaten: Franz-Jonas-Hof (geschaffen vom Strebersdorfer Bildhauer Alois Heidel); die ‘Drei Grazien’-Brunnenfiguren im Conrad-Lötsch-Hof (das Becken rundherum gab es noch bis in die 1990er-Jahre); und der Marie-Schuller-Park.

Im September will Jordan einen Antrag in der Bezirksvorstehung einbringen. Ziel: „Die für Wiener Wohnen zuständige Stadträtin Kathrin Gaál soll überprüfen, in welchen Gemeindewohnanlagen Floridsdorfs einst bestehende Brunnen wieder reaktiviert werden und so den Klimawandel in Teilen des Bezirks erträglicher machen können.”

Zwar würde eine Sanierung und Wiederherstellung (z.B. Erneuerung der Wasserleitungen wo nötig) finanzielle Mittel erfordern, doch deren Einsatz ist angesichts der schädlichen Auswirkungen des Klimawandels heute mehr denn je zu rechtfertigen. Die Kosten des Betriebes der Brunnen sollten deshalb auch nicht auf die Mieter der Anlagen abgewälzt werden. H. Neumayer