‘Wohnklotz’ im Siedlungsgebiet

‘Wohnklotz’ im Siedlungsgebiet

Jedlersdorf. WIFF-Bezirksrat Hans Jörg Schimanek fordert: „Baupolizei muss genauestens prüfen!”

Die Salomongasse ist eigentlich ein idyllischer Abzweiger von der Gerasdorfer Straße und endet fast beim Marchfeldkanal. Ein „Wohnklotz im Siedlungsgebiet” sorgt jetzt für Aufregung bei Anrainer und WIFF - Wir für Floridsdorf. Die Forderung: „Die Baupolizei soll genauestens prüfen!” Unlängst flatterte den Anrainern des Grundstücks Salomongasse 52 eine Information der MA 37/Baupolizei über die Anberaumung einer Bauverhandlung ins Haus.

Nun herrscht in der Gartensiedlung Alarmstimmung. Inmitten dieses schmuck gewachsenen Siedlungsgebietes hat die ‘Dachraum Projektentwicklungs GmbH’ auf einer bisher mit einem kleinen Einfamilienhaus (siehe Bild) bebauten Fläche die Errichtung eines – wie Siedlungsbewohner sagen „Wohnklotzes, der in unsere Siedlung hineingepfercht werden soll und hier wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge passt”, geplant.

Laut Projekt-Homepage ist auf dem Areal eine Wohnhausanlage mit 10 Einheiten (neun in Größen zwischen 72 und 88 m2, eine Wohnung mit 42 m2) sowie sieben PKW-Stellplätzen geplant.

Der geplante Neubau. Bild: Dachraum.
Der geplante Neubau. Bild: Dachraum.

Für die WIFF-Bezirksräte Hans Jörg Schimanek und Ossi Turtenwald sind derartige Großprojekte in gewachsenen Siedlungsgebieten völlig fehl am Platz. „So wie zuletzt in der Nordrandsiedlung müsste die Behörde auch in Jedlersdorf in den Siedlungen an der Gerasdorfer Straße rasch ein Bauverbot auf Zeit verhängen, um einer Zerstörung des jeweiligen Siedlungscharakters vorzubeugen. Die in Teilen völlig verunglückte Novellierung der Wiener Bauordnung muss repariert werden: Um die weitere Zerstörung unserer Siedlungsgebiete hintan zu halten!”

Das alte Siedlungshaus. Bild: Hödl.
Das alte Siedlungshaus. Bild: Hödl.
Hans Jörg Schimanek vor Ort. Bild: Hödl.
Hans Jörg Schimanek vor Ort. Bild: Hödl.

Erst vor einem Jahr hatte ein 12 Parteienhaus in der Strebersdorfer Straße für Aufregung gesorgt. Auch wenn es unvorstellbar klingt, immerhin hat das nun geplante Objekt vier Ebenen: Rechtlich scheint das in Ordnung zu sein. Traufenhöhe 6,5 Meter, Gesamthöhe 11 Meter, 33% Bebauung am Grundstück – wenn das eingehalten wird, gibt es eine Baugenehmigung. Wenn nicht bzw. sollten Ausnahmeregelungen nötig sein, entscheidet der Bauausschuss der Bezirksvertretung. Eine für 21. Oktober angesetzte Bauverhandlung wurde, so Schimanek, kurzfristig verschoben. -Hannes Neumayer