1. Floridsdorfer Energiegemeinschaft unter Strom

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Siedlung am Kannweg nahe der Stammersdorfer Straße. Foto: Stadt Wien/Christian Fürthner.
Siedlung am Kannweg nahe der Stammersdorfer Straße. Foto: Stadt Wien/Christian Fürthner.

Immer mehr Floridsdorfer produzieren ihren Strom mit einer eigenen Photovoltaikanlage. Manche mehr als sie selbst Energie verbrauchen. Und immer mehr Menschen suchen nach lokaler, sauberer und günstiger Energie. Um die beiden Gruppen zusammen zu bringen, hat sich in Stammersdorf die erste Floridsdorfer Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft (EEG) gegründet.

Die Idee für die ,EEG Kannweg‘ hatte Patrick Kopetzky gemeinsam mit zwei Freunden im Sommer 2022. Mittlerweile hat die Stammersdorfer EEG alle notwendigen Hürden genommen: „Aktuell speist eine Anlage Strom ein und vier Mitglieder beziehen Strom. Unser Ziel ist es, dass alle 25 Häuser unserer Siedlung in der EEG sind.“

Ein weiteres Etappenziel am Kannweg: Um den Autarkiegrad weiter zu erhöhen, ist der Bau eines Carports mit circa 20 Parkplätzen inklusive PV-Modulen als langfristiges Ziel gesetzt worden.

Die Netzgebühren sind um bis zu 57 Prozent günstiger, was auch den Gesamtenergiepreis drückt. Die Preisgestaltung des Stroms selbst obliegt übrigens den Partnern der EEG und ist somit auch flexibel. Kopetzky sieht für das „soziale Projekt sehr hohes Potential. Wir sind für Interessenten aus der direkten Umgebung an der Stammersdorfer Straße jederzeit offen. Egal ob Produzent oder Bezieher.“ (Kontakt: office@eeg-kannweg.at)

Limitiert wird die erste Floridsdorfer Energiegemeinschaft derzeit noch von rechtlicher wie von technischer Seite. Technisch gesehen ist man eine lokale EEG und somit auf die eigene Trafoanlage beschränkt und die verträgt nur eine limitierte Leistung.

Ideen zu Erweiterungen und Ausbau gäbe es viele, um staatliche oder ,stadtliche‘ Förderung soll angesucht werden; Auf- und Ausbau von Speicherkapazitäten und alternative Energieerzeugungsanlagen, etwa eine Zusammenarbeit mit Windradbesitzern in Niederösterreich an der Brünner Straße.

Aktuell darf ein Stromerzeuger aber nicht an einer EEG teilnehmen, sondern nur Strom direkt verkaufen. Kopetzky: „Wichtig ist, dass wir losgelegt haben und wenn man so will unter Strom stehen. Ich bin davon überzeugt, Energiegemeinschaften bzw. Energiequartiere mit lokal nachhaltig erzeugtem und geteiltem Strom wie unserer gehört die Zukunft.“