Alkoholverbot? Ganz klar: Nein!

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Ewald Lochner (rechts) mit Sozialstadtrat Peter Hacker. Bild: darüberredenwir.at
Ewald Lochner (rechts) mit Sozialstadtrat Peter Hacker. Bild: darüberredenwir.at

Ein Jahr nach der Ankündigung von verstärkter Sozialarbeit und der Ablehnung des Alkoholverbotes am Bahnhof Floridsdorf zog Wiens Drogen-Koordinator Ewald Lochner Bilanz: „Aktuell haben wir im Laufe des Tages zwischen 10 und maximal 20 marginalisierte Menschen am Bahnhof. Der Großteil ist erheblich alkoholkrank, ist wohnversorgt in Floridsdorf und hat ein finanzielles Auskommen. Problematisch wird es, wenn deren Verhalten, ein sozial verträgliches Nebeneinander nicht mehr ermöglicht. Das passiert manchmal.“

Dass es maximal zu Verwaltungsdelikten kommt und nicht zu Gewaltdelikten, sei ein Erfolg der Sozialarbeit und der Polizei. Die Problemgruppe sei grundsätzlich für Sozialarbeit ansprechbar, „was nicht an allen Orten so ist“. Die Hauptaufgabe – „Menschen in Behandlung bekommen“ – sei bei zwei Personen geglückt. Mit den umliegenden Supermärkten wurde vereinbart, an betrunke Personen keinen Alkohol zu verkaufen.

Die Ansicht vieler Beobachter, selten Sozialarbeiter wie Fair-Play-Team am Jonas-Platz zu sehen, bestreitet er: „Die Sozialarbeit wird nicht heruntergefahren, sondern in der warmen Jahreszeit verstärkt!“ Jetzt sollen für ganz Wien 15 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden. In Floridsdorf will Lochner einen Info-Point für Anrainer, Passanten und Gewerbetreibende einrichten. Das soll die direkte und rasche Kommunikation erleichtern. Ein Alkoholverbot lehnt er ab: „Ganz klar, nein! Dann gehen sie kurz aus der Verbotszone raus, trinken schnell ein Achterl Schnaps und kommen wieder zurück.“

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Psychische Erkrankungen gibt es auch in deinem Umfeld.  Im Laufe unseres Lebens sind wir alle direkt oder indirekt von einer psychischen Erkrankung betroffen. Auch wenn wir selbst nicht erkrankt sind, so haben wir doch Angehörige, Bekannte oder ArbeitskollegInnen, die psychisch erkrankt sind. Obwohl psychische Erkrankungen uns alle betreffen, sind sie uns oft unheimlich und der richtige Umgang fällt uns schwer.

Dieser Umgang mit psychischen Erkrankungen begründet sich  vor allem durch Unwissen und tief sitzende gesellschaftliche Vorurteile. Dabei ist psychisch erkrankt zu sein genauso „normal“ wie körperlich zu erkranken.

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