Als Jedlesee zu „Outcinessevve“ wurde

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Gerald Pichowetz. Bild: Gloria Theater.
Gerald Pichowetz. Bild: Gloria Theater.

Meine lieben „Fluaridsduafa“!
1010 Jahre wird es bald, dass der Ort des heutigen Jedlesee als „Outcinessevve“ erstmals in einer Urkunde erwähnt wurde, mit welcher Kaiser Heinrich II. dem Passauer Bischof Berengar Grundstücke nächst dem Landeplatz der Überfuhr nach Nußdorf schenkte, damit dieser darauf eine Kapelle errichte, die dem heiligen. Nikolaus gewidmet wurde. Der Ortsname stammt vermutlich aus der Vereinigung des damaligen Wortes „Sevve“ für „See“ mit der Koseform „Utzi“ des Namens des Dorfgründers Ulrich.

Über die wechselvolle Geschichte Jedlesees werde ich Euch ein anderes Mal berichten, heute möchte ich über die Lorettokirche erzählen. Ihre Vorgängerin war die Lorettokapelle, die 1712/1713 von der Grundherrin Gräfin Antonia Renata von Bouquoy nach dem Vorbild des italienischen Wallfahrtsortes Loreto bei Ancona gestiftet wurde. Anton Störck als Grundherr baute die Kapelle 1779 zur Kirche aus,
wobei die Kapelle zum Altarraum wurde. 1877 folgte ein weiterer Ausbau, und 1885 erhielt die Kirche auf Initiative des Pfarrers Vinzenz Wenhart ihren Turm. Zunächst noch Teil der Pfarre Kagran, wurde 1834 die Pfarre selbständig.

1936 schließlich wurde die Kirche von Grund auf renoviert, und sie ist heute aufgrund ihres erhalten gebliebenen Charakters einer einfachen Landkirche ein beliebter Ort für traditionelle Hochzeiten. An bemerkenswerten Gegenständen, die die Lorettokirche schmücken, seien nur einige erwähnt.

Bereits in der Vorhalle finden wir die Statuen des hl. Florian und des hl. Sebastian, die Seitenaltarbilder stammen von Franz Anton Maulbertsch. An der Außenmauer wird mit einer Gedenktafel an den einstigen Kaplan, Kapuzinerpater Joachim Haspinger, einen Gefährten des Tiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer, erinnert. Das Patroziniumsfest Maria Loretto wird am 10. Dezember gefeiert.
So viel für heute, bleibt gesund, meine Lieben,
Euer Gerald Pichowetz